Vitamin D-Mangel wegen Dauerregen: Jedes zweite Kind gefährdet

Wegen des anhaltend schlechten Wetters in diesem Frühling leiden schweizweit viele Kinder unter Vitamin D-Mangel. Dieser macht sie nicht nur müde, sondern kann die Knochen auch erheblich schädigen. Ärzte raten jetzt den Mangel mit Spazierengehen, gesunder Ernährung und Vitamin-Tropfen zu bekämpfen.

Vitamin D-Mangel kann die Knochen schädigen

Vitamin D-Mangel durch das Regenwetter: Jedes zweite Schweizer Kind ist betroffen. Bild: iStockphoto, Thinkstock.

Schon viele Kinder zeigen derzeit typische Symptome eines Vitamin D-Mangels: Sie sind oft müde, wirken antriebslos und ihre Muskulatur ist schwach. «Mehr als jedes zweite Kind ist zurzeit mit Vitamin D unterversorgt», bestätigt Heike Bischoff-Ferrari (45) von der Universität Zürich. Im Winter sei die Versorgung ohnehin am geringsten, so die Professorin gestern gegenüber dem Sonntagsblick. «Doch in diesem Jahr mit dem schlechten Mai erreichen wir wohl Tiefstwerte. Das macht mir Sorgen», sagt Bischoff. «Vor allem Kinder unter zwei Jahren sind gefährdet. Weil ihr Körper den Vitamin-D-Mangel nicht selbst beheben kann», meint auch Doris Keller, Medizinerin vom Ärztehaus Zürich auf 20 Minuten Online.

Die Folgen von Vitamin D-Mangel

Akuter Vitamin D-Mangel wirkt sich auf die Knochendichte aus. Sind diese weniger dicht, brechen sie beispielsweise bei Stürzen schneller. Laut Keller führe der Mangel im schlimmsten Fall zu einer Verformung des Schädels, wie einer Abflachung des Hinterkopfes oder einer Auftreibung der Schädelnähte. «Dabei kann ein sogenannter Quadratschädel entstehen», so Keller. Die Ärztin warnt auch vor Schäden am Brustkorb oder den Beinen. Die Zahnbildung von Kleinkindern könnte ebenfalls durch den Vitamin D-Mangel geschädigt werden. «Sie wachsen dann verzögert, sind kariesanfälliger und je nach dem deformiert», sagt Keller gegenüber 20 Minuten Online.

Kinder sind nach Bischoffs Meinung nicht genug draussen und sitzen vermehrt drinnen vor dem Computer oder dem Fernseher. Aufgetragene Sonnenschutzcremes verhindern zudem ab LSF 6 die körpereigene Produktion von Vitamin D. Besonders gefährdet seien dunkelhäutige und übergewichtige Kinder. «Die dunkle Haut schützt sie stärker vor der Sonne, daher bilden sie noch weniger Vitamin D», erklärt Bischoff. Bei Anzeichen für einen Vitamin D-Mangel sollte man einen Hausarzt aufsuchen.

Gegen Vitamin D-Mangel vermehrt draussen spielen und gesund ernähren

Um eigenes Vitamin D zu bilden, sollten Kinder sich täglich draussen aufhalten um Sonnenlicht zu tanken, auch wenn es kalt ist. «20 Minuten auf Gesicht und Hände», empfiehlt Keller. Lebensmittel wie frischer Fisch, Eier und Milchprodukte sind natürliche Vitamin D-Lieferanten. Kinder ab zwei Jahren haben in der Regel bereits genug Vitamin D-Reserven, um das derzeit trübe Wetter zu überwinden. Sie können im Gegensatz zu jüngeren Kindern passives Vitamin D aus der Nahrung in aktives Vitamin D in ihrem Körper umwandeln. Hier ist also der Vitamingehalt der Lebensmittel entscheidend, um eine gute Reserve aufbauen zu können. Trotzdem empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit für Kinder bis zum dritten Lebensjahr die tägliche Einnahme von Vitamin D-Tropfen.

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