Schwanger trotz Chemotherapie dank eingefrorenem Eierstockgewebe

Eierstockgewebe einfrieren und sich später wieder einsetzen lassen. Das ist jetzt möglich. Bereits zum zweiten Mal kam ein gesundes Baby in Deutschland zur Welt. Diese Methode hilft Frauen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen, wenn sie zum Beispiel an Krebs erkranken oder zu einem späteren Zeitpunkt im Leben ein Kind wollen.

Schwangerschaft jetzt auch nach Chemotherapie möglich

Schwanger werden trotz Chemotherapie: jetzt ist es möglich. Foto: iStockphoto, Thinkstock.

Die Onlineplattform stern.de berichtete vor wenigen Tagen über die zweite in Deutschland durchgeführte Geburt nach einer Retransplantation von Eierstockgewebe. Eine junge Frau mit Kinderwunsch erkrankte 2008 an Brustkrebs. Sie musste sich einer rund sechsmonatigen Chemotherapie unterziehen. Die Folge: Durch die Chemotherapie wurden die Wechseljahre ausgelöst und die damals 28-jährige Frau galt als unfruchtbar. Vor der Chemotherapie machten sie die Ärzte auf die Möglichkeit aufmerksam, ihr eigenes Eierstockgewebe einzufrieren, um die Chancen auf eine Schwangerschaft nach der Krebsbehandlung zu erhöhen.

Krebs besiegt, Baby gesund

Aus dem Schicksalsschlag wurde eine Erfolgsgeschichte für Sandra und die moderne Medizin. Sie besiegte den Brustkrebs, liess sich ihr Eierstockgewebe retransplantieren und strahlt nun vor Glück, wenn sie Baby Isabel auf dem Arm hält. Ralf Dittrich, Leiter der Reproduktionsmedizin am Uniklinikum Erlangen, erklärte stern.de, dass im Jahr 2010 bei 15'000 Frauen unter 45 Jahren Krebs diagnostiziert worden sei. Dank dieser Methode könnten viele Frauen trotz Krebserkrankung Kinder kriegen.

Erfolg ist keine Selbstverständlichkeit

Laut stern.de nutzten seit 2007 bereits elf Frauen die Retransplantation von eingefrorenem Eierstockgewebe in Erlangen. Es wurden bisher allerdings lediglich zwei Kinder geboren. Weltweit kam es erst zu 13 Geburten nach einer solchen Therapie.

Moderne Medizin

Natürlich kann diese Therapie auch bei Frauen eingesetzt werden, die einfach erst später im Leben Kinder haben möchten. Medizinisch betrachtet sind wir offensichtlich noch nicht ganz soweit, dass die Retransplantation, das sogenannte «social freezing» laufend durchgeführt wird. Die Frage ist, ob wir da hin wollen. Ist unser Körper mit 50 Jahren noch fit genug, um ein Baby für seine ersten neun Monate ausreichend zu versorgen? Soll es uns wie Charlie Chaplin gehen, dass wir zu schwach sind um unser Baby im Arm zu halten? Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie uns.

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