Wenn die Sexting-Falle zuschnappt

Einer aktuellen Umfrage zufolge wissen acht von zehn Schweizerinnen und Schweizern nicht, was Sexting ist und welche Konsequenzen es nach sich ziehen kann. Aus diesem Grund startete Pro Juventute heute die erste nationale Aufklärungskampagne zum Thema Sexting.

Wenn die Sexting-Falle zuschnappt

Viele Jugendliche machen sich keine Gedanken darüber, welche Folgen ein intimes Foto im Internet für sie haben kann. Foto: iStock, Thinkstock

Viele Schweizer Jugendliche gehen sorglos mit Twitter, Whatsapp und Facebook um. Die meisten können sich die Folgen gar nicht ausmalen, wenn sie ein Nacktfoto oder ein erotisches Video via Facebook und Co. an die Freundin oder den Freund posten. Wenn das Foto oder Video dann plötzlich im Internet kursiert, ist der Schaden gross.

«Sexting kann dich berühmt machen. Auch wenn du es gar nicht willst.»

Mit diesem Slogan macht die Organisation Pro Juventute auf Sexting-Fallen und die daraus folgenden Konsequenzen aufmerksam. Aber was versteht man eigentlich unter Sexting? Bei Sexting handelt es sich um den Missbrauch von intimen Fotos oder Filmen von Jugendlichen, die ohne Erlaubnis der Betroffenen im Internet weiterverbreitet werden und daher eine der schwerwiegendsten Formen von Cyber-Mobbing sind. «Für die betroffenen Jugendlichen kann es äusserst belastend sein, wenn intime Fotos von ihnen im Netz kursieren. Solche Fotos entwickeln eine gefährliche Eigendynamik und die Betroffenen fühlen sich extrem hilflos und verzweifelt», erklärt Urs Kiener, Kinder- und Jugendpsychologe und Leiter Produkte bei Pro Juventute.

Sexting: Eine Aufklärung ist dringend erforderlich!

Einer repräsentativen Umfrage zufolge wissen 79 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer gar nicht, was Sexting ist. Nahezu die Hälfte der Befragten wisse auch nicht, wo Informationen zum Thema zu finden seien. Nach Ansicht der Organisation müsse das Thema Sexting enttabuisiert werden, das heisst das Thema sollte in der Familie besprochen werden, denn Jugendliche können das Ausmass der Folgen von Sexting nicht abschätzen. Zudem wüssten die meisten auch nicht, dass die Täter für die Verbreitung intimer Fotos und Videos bestraft werden können. Mit der Aufklärungsaktion sollen Eltern und Jugendliche für das Thema Sexting sensibilisiert werden und Teenager sollen vor Cyber-Mobbing geschützt werden.

Hilfe für Sexting-Opfer

Kinder und Jugendliche erhalten bei Pro Juventute eine umfassende Beratung zum Thema Sexting. Unter der Nummer 147 oder dem Chat www.147.ch können Sexting-Opfer rund um die Uhr Hilfe und Beratung finden. Unter www.projuventute.ch/sexting werden von der Stiftung zudem ausführliche Informationen zu Cyber-Risiken und Adressen von Fachstellen angeboten.

 

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