So geht es unseren Kindern

Eine Studie der OECD zeigt: Die Schweizer Jugendlichen sind schlapper als der Durchschnitt. Zumindest bewegen sie sich viel zu wenig. Suizid ist ein Thema. Und auch sonst glänzt die Schweiz nicht.

Kinder und Jugendliche haben in der Schweiz im OECD-Vergleich ganz gute Lebensbedingungen. Zumindest die materiellen Verhältnisse sind im Vergleich gut.

Doch wenn man genauer hinschaut, kann man durchaus optimieren. Im OECD-Vergleich wird beispielsweise deutlich, dass die Schweiz für jüngere Kinder ziemlich wenig Geld ausgibt. Schon besser sieht es bei den Ausgaben für Schulkinder und Jugendliche aus. Im Schnitt gibt die Schweiz dann auf Bundesebene sogar 10% mehr als der Durchschnitt der OECD-Länder aus (wenn man die Kantone dazunimmt, wird diese Zahl noch wesentlich höher zu liegen kommen). Aber eben: andere Länder bieten Familien mit kleineren Kindern bessere Unterstützung.

Die Familieneinkommen in der Schweiz sind die dritthöchsten in der OECD. Und doch leben in unserem Land 9,4 Prozent der Kinder in relativer Armut. Wenigsten liegen wir noch über dem OECD-Mittel von 12,4 Prozent. Doch der Unterschied ist erstaunlich klein.

Für fast alle anderen untersuchten Indikatoren zum Wohlbefinden von Kindern liegt die Schweiz im OECD-Vergleich im Mittelfeld. Da sind wir wohl ebenfalls kein glänzendes Vorbild für andere Länder.

Besonders auffällig verhalten sich aber unsere Jugendlichen. Hier ist etwas wirklich nicht in Ordnung. Im gesamten OECD-Vergleich ist bei uns der Anteil der 11 bis 15-Jährigen, die unter Bewegungsarmut leiden, am grössten! Besonders bei unseren Mädchen ist Bewegung gar nicht angesagt.

Wenigstens ist die Geburtenrate unter Teenager Mädchen ist nach Korea und Japan die drittniedrigste im OECD-Vergleich. Vielleicht, weil unsere Mädchen gar nicht rausgehen?

Sehr nachdenklich machen müsste uns aber die Sterblichkeit bei den 15 bis 19-jährigen Jungen. Sie liegt deutlich über dem OECD-Schnitt und fast 40 Prozent höher als in Deutschland und mehr als doppelt so hoch wie in Japan. Was bloss machen wir falsch, dass sich die Mädchen nicht bewegen und viele Jungen nicht leben wollen?

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