Stillen bringt viele Vorteile, so auch für die Lunge

Ist Stillen bei asthmakranken Müttern gefährlich? Daten aus den USA legten dies vor einigen Jahren nahe. Eine neue Studie unterstützt durch den Schweizerischen Nationalfonds widerlegt diese Annahme deutlich und beweist das Gegenteil: Stillen ist sogar gut für die Lunge!

Stillen bringt viele Vorteile mit sich.

Durch das Stillen erzielen Kinder von asthmakranken Müttern ein höheres Atemvolumen. Foto: © Khorzhevska - Fotolia.com

Stillen verbessert die Lungenfunktion bei Kindern. Dies beweist eine Forschungsgruppe um Claudia Kühni vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern gemäss einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds von voriger Woche. In ihrer Studie ermittelte Kühni anhand von 1458 Schulkindern aus Grossbritannien, dass Kinder, die vier Monate oder länger gestillt wurden, später bessere Lungenfunktionswerte haben als Altersgenossen, die nicht gestillt wurden. Das gilt besonders auch für Kinder von Müttern, die an Asthma leiden.

Stillen hat positive Effekte

Obwohl die gemessenen Lungenfunktionswerte oft nur klein und nicht immer klinisch relevant sind, hatte das Stillen in keinem Fall negative Effekte aufs Kind. Die Neugeborenen von asthmakranken Mütter hatten ein grösseres Atemzugvolumen. Somit widerlegt Kühnis Studie ganz klar Daten aus den USA, die beweisen sollen, dass asthmakranke Mütter die Lungenerkrankung mit erhöhtem Risiko auf ihre Neugeborenen übertragen.

Ursprung der Stillvorteile

Wie lässt sich dieser positive Effekt erklären? Einerseits reduzieren die in der Milch enthaltenen Abwehrstoffe die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen in den ersten Lebensjahren, andererseits wird ein direkter Effekt auf die Lunge vermutet. So könnte es sein, dass hormonelle Substanzen in der Muttermilch das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Lunge fördern.  Die Forscher vermuten, dass eventuell auch das anstrengende Saugen an der Brust die Lunge mechanisch stimuliert. Auch wenn es sich bei diesen Effekten bisher nur um Spekulationen handelt, sind negative Auswirkungen klar widerlegt. «Wir empfehlen also weiterhin allen Frauen das Stillen, insbesondere auch solchen, die an Asthma leiden», sagte Kühni.

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