Stressfrei mit Kleinkindern einkaufen dank «Familienkassen»

Einkaufen gehen kann für Familien mit Kleinkindern enorm stressig sein. Um die alltäglichen Härteproben im Supermarkt zu umgehen, führt Migros erfolgreich die «Familienkasse» ein. Das Motto: Süsswarenfrei heisst quengelfrei.

Keine Süssigkeiten, keine Quengeleien.

Gibt es keine Süssigkeiten an der Kasse, quengeln die Kinder nicht, sagt der Schweizerische Konsumentenschutz.  Foto: © Migros

Wer kennt sie nicht, die süssen Kleinigkeiten in unmittelbarer Kassennähe. Egal, ob man sich nur schnell einen Lunch im Supermarkt holt, oder nach Feierabend Grosseinkäufe tätigt – ein Schokoladenstengel oder eine Tüte Gummibärchen landet oft unverhofft auf dem Förderband. Wird diese kleine Belohnung den Kindern verboten, protestieren die Kleinen oft lautstark. Werden sie schon zum Einkaufen mitgeschleppt, wollen die Kleinen schliesslich auch eine Gegenleistung dafür – am liebsten eine süsse. Für Eltern bedeutet das häufig Stress und unnötige Diskussionen.

Die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz SKS thematisiert das Problem schon seit Jahren, seit wenigen Monaten findet sie damit bei der Migros Anklang. Die Migros-Genossenschaft Aare führte im Shoppyland Schönbühl versuchsweise zwei Familienkassen ein, die familienfreundlichen Kriterien entsprechen, wie Jeannette Kuster vom Mamablog vor wenigen Tagen mitteilte.

Der Mangel an Süsswaren an der Kasse ist nur eines der Merkmale, die Familienkassen ausmachen. Ein weiterer Wunsch der SKS, die im Vorfeld 200 Familien über ihre Bedürfnisse beim Einkaufen befragt hat, war, die Kassen etwas breiter anzulegen, damit Familien mit Kleinkindern, Einkaufs- und vielleicht auch Kinderwägen nicht in Platznot kämen. Zudem sollen die Kassen auch einen Unterhaltungswert für Kinder haben, damit sie vom Einkaufsverfahren abgelenkt sind. Die Migros setzte die Anliegen der Stiftung Konsumentenschutz um und schmückte die Kassen mit bunten Lillibiggs-Figuren, bei denen Kinder grosse Augen machen. Am Kassenende befindet sich ausserdem ein kleines Podest, damit die Kinder helfen können, das Eingekaufte in Tüten zu packen.

Die zwei Familienkassen kamen bei den Migros-Einkäufern in Schönbühl so gut an, dass bis Ende November elf weitere grosse Filialen im Mittelland mit den familienfreundlichen Kassen ausgestattet werden. Der grosse Opponent Coop zeigt sich derzeit von den Familienkassen nicht begeistert, berichtet Jeannette Kuster im Mamablog des Tages Anzeigers. Eltern wollen sich bei der Erziehung nicht bevormunden lassen, habe man in Umfragen herausgefunden. Falls sich aber das Konzept «Familienkasse» der Migros bewährt, wird dem Supermarkt-Riesen Coop nichts anderes übrigbleiben, als nachzuziehen, bemerkt Kuster.

Quelle: Migros, Mamablog

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