Mit Selbstdisziplin zum Glück: Kontrollierte sind zufriedener

Selbstdisziplin macht glücklich. Laut einer psychologischen Studie aus den USA sind nicht Geniesser und Hedonisten, die öfter mal über die Stränge schlagen, glücklicher, sondern Menschen, die sich besser im Verzicht üben können. Langfristig gesehen fühlen sie sich wohler und zufriedener.

Lob der Selbstdisziplin: Wer widerstehen kann ist auch im späteren Leben glücklicher

Selbstdisziplin im Test: Soll ich oder soll ich nicht? Wer als Kind sich selbst besser im Griff hat, ist auch als Erwachsener erfolgreicher und zufriedener. Bild: Digital Vision, Thinkstock.

Ein feines Dessert oder die Zigarette nach dem Essen - bei solchen Verlockungen fällt vielen Menschen die Selbstbeherrschung schwer und sie geben nach. Sonst macht das Leben ja auch keinen Spass, meinen sie. Denn Menschen mit einer hohen Selbstkontrolle gelten als eher spiessig und grimmig. Doch deutsche und US-amerikanische Psychologen um Wilhelm Hofmann von der University of Chicago beweisen mit ihrer Studie, dass Verzicht und Selbstdisziplin auf lange Sicht hin zufriedener machen. Wie Spiegel Online gestern berichtete, hilft die Selbstbeherrschung langfristige Ziele zu erreichen. Bereits vorhergehende Studien zeigten: Wer schon als Kind eher diszipliniert war, lebt als Erwachsener gesünder und hat weniger finanzielle und kriminelle Probleme.

Selbstkontrolle macht glücklich

Um den Effekt der Selbstbeherrschung zu testen, befragten die Forscher insgesamt 400 Männer und Frauen. Sie mussten jeweils eine Woche lang notieren, wie häufig sie Versuchungen wahrnehmen und wie oft sie versuchen, diesen zu widerstehen. Die Aufzeichnungen zeigten, dass die Teilnehmer, die öfter verzichten konnten, sich über die Woche hinweg wohler fühlten und zufriedener waren. Bei den Selbstdisziplinierten überwogen die positiven Gefühle gegenüber den negativen.

Selbstbeherrschung kann erlernt werden

Selbstdisziplin funktioniert im Alltagsleben der Menschen grösstenteils automatisch. Studien belegen, dass von fünf plötzlichen Gelüsten meistens nur zweien spontan nachgegeben wird. Selbstkontrollierte Menschen unterscheidet laut Wilhelm Hofmann und seinem Team aber von Zügellosen, dass sie Verlockungen intuitiver aus dem Weg gehen können. «Jemand mit guter Selbstkontrolle kann offenbar sein Leben so managen, dass die Konflikte relativ selten auftreten», schreiben die Forscher. Mit Selbstdisziplin umgehen oder minimieren sie Probleme und sind so glücklicher.

Selbstbeherrschung ist laut den Forschern auch erlernbar und kann gesteigert werden. Dazu müsse man laut Studienleiter Wilhelm Hofmann Aufgaben üben, die diese Eigenschaft erfordern. «Selbstkontrolle ähnelt einem Muskel», sagt Co-Autor Roy Baumeister: Sie werde durch Training stärker.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter