Übergewichtige Kinder kommen mehrheitlich aus dem Stadtzentrum

Bereits bei der Einschulung ist jeder sechste Zürcher Erstklässler zu dick. Übergewichtige Kinder wohnen dabei meist im Stadtzentrum, wie die sportmotorische Bestandesaufnahme aus dem Jahr 2011 zeigt.

Die Zahl der übergewichtigen Kinder in Zürich hat sich stabilisiert

Bewegung an Schulen ist wichtig um das Übergewicht zu bekämpfen. Foto: Pixland - Thinkstock



2700 Erstklässler der Stadt Zürich haben im vergangenen Jahr die sportmotorische Bestandesaufnahme des Instituts für Bewegungswissenschaften und Sport der ETH Zürich absolviert. Dazu gehören ein Sprint, ein Standweitsprung, eine koordinative Übung für Arme und Hände, seitliches Springen und ein Ausdauer-Pendellauf. Zusätzlich wurden das Gewicht und die Grösse der Kinder gemessen. Die gute Nachricht: Zürcher Kinder sind nicht dicker geworden. Die Schlechte: Sie sind auch nicht dünner geworden.

Mehr dicke Kinder im Stadtzentrum

In den Sportresultaten zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Schulkreisen, wie die NZZ heute berichtete. «Vereinfacht kann gesagt werden, je zentraler ein Schulhaus in der Stadt liegt, desto schwächer die Leistungen; je näher am Stadtrand, desto besser», erklärten die Verfasser der Analyse. In zentral gelegenen Schulkreisen wie Glattal, Limmattal, Letzi und Schwamedingen sind teilweise 30 Prozent der Schulkinder zu dick oder gar adipös. Am Zürichberg hingegen schnitten die Kinder deutlich besser ab. Dies kann laut Ralph König, Leiter Abteilung Schulsport am städtischen Sportamt, vor allem auf die Wohnsituation und das familiäre Umfeld zurückgeführt werden. Kinder, die im verkehrsüberladenen Stadtzentrum aufwachsen, haben von früh auf weniger Bewegungsfreiheit als Kinder, die in ruhiger gelegenen Gebieten leben.

Zahl der Übergewichtigen bleibt stabil

11.5 Prozent der getesteten Kinder haben einen zu hohen Body-Mass-Index (BMI), 4 Prozent sind gar adipös. Somit sind noch immer 400 der 2700 Eingeschulten zu dick. Da sich die Zahl der übergewichtigen Kinder aber erstmals nicht erhöht, sondern stabilisiert hat, sprechen die Verfasser der Analyse von einem Erfolg. Die Stabilisierung liege vor allem an der guten Gesundheitsförderung und an den Kampagnen gegen Übergewicht, aber auch an der starken Zuwanderung aus Deutschland und Österreich. Laut Untersuchungen schneiden Kinder in den deutschsprachigen Ländern besser im sportmotorischen Test ab als solche aus Serbien oder Montenegro. Dies hat mit der Bedeutung von Sport und Bewegung in den jeweiligen Kulturen zu tun.

Schulsport ist wichtig

Um die Werte des vergangenen Jahres beizubehalten oder sogar zu senken, ist ein breites Sportangebot an Schulen unerlässlich. Ralph König möchte deshalb zusätzliche Angebote in Quartieren schaffen, in denen es am nötigsten ist. So sollen auch Kinder Freude an der Bewegung finden, die sich noch kaum sportlich betätigen.

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