Familientisch fördert gesundes Essverhalten bei Kindern

Wie eine britische Studie Ende Februar zeigte, nehmen rund 20 Prozent der Familien ihr Essen vor dem Fernseher ein. Doch dieses unkommunikative Essverhalten fördert bei Kindern Übergewicht und senkt sogar die Schulleistungen.

Essverhalten verbessert sich am Familientisch

Das Zusammensitzen am Familientisch beeinflusst das Essverhalten von Kindern positiv. Foto: iStockphoto, Thinkstock.

Im Auftrag des Daily Telegraph wurden 1500 britische Eltern mit Kindern unter fünf Jahren zu ihrem Essverhalten befragt. Dabei fanden die Forscher heraus, dass eine von fünf Familien sich nicht an den Familientisch setzt, sondern zum Essen ins Wohnzimmer vor den Fernseher geht. Wenn sie überhaupt dazu kommen, denn ebenfalls 60 Prozent der Befragten assen mit ihrer Familie im Durchschnitt weniger als viermal pro Woche gemeinsam.

Da es schnell und einfach geht, greifen 60 Prozent der Eltern öfters zu Fertigessen, wenn sie ein Familienessen vorbereiten. 40 Prozent der britischen Eltern gaben zu, dass sie ihren Kindern zu wenig Abwechslung am Essenstisch bieten und ein Drittel der Befragten isst sogar die gleichen sieben Gerichte jede Woche.

Kath Dalmeny, die sich in Grossbritannien für bessere Ernährung in Schulen einsetzt,  bemängelt, dass im Gegensatz zum Sofa der Esstisch nicht mehr in jedem Haus zu finden ist: «Wir sehen Kinder, die in Haushalten ganz ohne Tisch aufwachsen», sagte sie dem Telegraph. Eltern sollten die gemeinsame Zeit am Familientisch angenehm gestalten, sodass die Kinder lernen können, wie gut gesundes Essen schmeckt. Soziales Miteinander und Spass sind hier am wichtigsten.

Dazu konnten Ernährungswissenschaftler der staatlichen Universität von New Jersey letztes Jahr durch einen Vergleich von 68 Studien aus den USA herausfinden, dass Kinder aus Familien, die regelmässig zusammen essen, gesünder leben: Sie essen mehr Früchte, Gemüse, Ballaststoffe, Vitamine und Kalzium als Kinder aus Familien, denen gemeinsame Mahlzeiten weniger wichtig sind. Die Kinder aus Familien mit gemeinsamen Esstisch tendieren damit auch weniger zu Fettleibigkeit und Übergewicht. Zudem essen die Familien auch insgesamt weniger Fast Food. Diese Kinder sind laut der Studie sogar besser in der Schule.

Schweizer Kinder essen mehr Obst

Eine Studie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) vom Herbst 2012 zeigt auch positive Trends beim Essverhalten: Seit 2002 hat Anteil derer, die mindestens einmal am Tag Gemüse oder Obst essen leicht zugenommen. Die Kinder trinken auch genug ungesüsste Getränke und essen Fast Food in Massen. Allerdings nimmt der Konsum von Energydrinks stetig zu und die empfohlene Dosis an Obst und Gemüse wird immer noch verfehlt.

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