Vier Wochen gesetzlicher Vaterschaftsurlaub gefordert

Nur in der Hälfte aller Kantone wird Männern, die in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, ein Vaterschaftsurlaub von fünf Tagen und mehr zugesprochen. Der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse will nun erreichen, dass ein Vaterschaftsurlaub von vier Wochen im Schweizer Gesetz verankert wird.

Travailsuisse fordert einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub

Travailsuisse fordert, dass zukünftig auch Männer einen gesetzlich festgelegten Vaterschaftsurlaub bekommen sollen. Foto: Photodisc - Thinkstock

In der Schweiz erhalten erwerbstätige Frauen während 14 Wochen eine Mutterschaftsentschädigung in der Höhe von 80 Prozent des Erwerbseinkommens. Ein gesetzlich verankerter Urlaub für Männer existiert hingegen noch nicht. Obwohl Väter in der öffentlichen Verwaltung bereits von einem zunehmend fortschrittlichen Urlaub profitieren, haben es Männer in der Privatwirtschaft noch immer schwer. Travailsuisse fordert deshalb einen gesetzlich festgelegten Vaterschaftsurlaub von vier Wochen, wie der Tages Anzeiger gestern berichtet.

Vaterschaftsurlaub steckt noch in den Kinderschuhen

In seiner jährlich durchgeführten Umfrage kommt der Gewerkschaftsdachverband zum Ergebnis, dass die Babypause für Väter noch immer in den Kinderschuhen steckt. Einen Urlaub, der «diesen Namen verdient» erhalten Väter, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sind, nur in 13 Kantonen. Diese sprechen Vätern mindestens fünf Tage zu und ermöglichen teilweise eine Übertragung von Urlaubstagen der Mutter auf den Vater. Besonders grosszügig sind die 25 bevölkerungsreichsten Schweizer Städte, die frischgebackenen Vätern einen Urlaub von bis zu drei Wochen zusprechen. Dies ist aber nicht die Regel: Die Neuenburger Stadtverwaltung liegt mit einem freiem Tag sogar unter dem vom Kaufmännischen Verband Schweiz empfohlenen Minimum.

Von einem gesetzlich geregelten Urlaub sollen nicht nur leibliche Väter profitieren, sondern auch Adoptiveltern. Während Kantone wie Genf, Neuenburg, Jura und Zürich Adoptiveltern bis zu vier Monaten Urlaub zusprechen, kennen die meisten Kantone noch gar keine Regelungen.

Kosten von 180 Millionen

Gesuche nach Vaterschaftsurlaub haben es in der Schweiz bisher nicht leicht gehabt. Mehrere Vorschläge von Parteien wurden bereits abgelehnt. Im vergangenen Herbst präsentierte die CVP beispielsweise die Idee, statt eines militärischen Wiederholungskurses (WK) einen Vaterschaftsurlaub machen zu dürfen. Auch Travailsuisse setzt sich bereits seit längerem für die vier Wochen Vaterschaftsurlaub ein. Die Kosten wurden bisher von den Arbeitgebern gedeckt, laut Travailsuisse ist es nun aber Zeit für eine nationale Lösung. Die Investitionskosten werden auf 180 Millionen Franken geschätzt.

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