Frühkindliche Bildung fördern: Verein Stimme Q lädt zum Dialog ein

Was wollen Kinder? Was brauchen sie, damit es ihnen gut geht? Der Verein Stimme Q, der sich gestern den Medien in Bern vorstellte, will diesen Fragen nachgehen und sich für die Förderung von Kleinkindern, frühkindliche Bildung und Qualität in Erziehung und Betreuung stark machen.

Kinder gezielt fördern durch frühkindliche Bildung

Schon im Kleinkindalter erwerben Kinder wichtige soziale Kompetenzen. Foto: iStockphoto, Thinkstock.

Der Verein, hinter dem namhafte Organisationen wie die Schweizerische UNESCO-Kommission und die Jacobs Foundation stehen, will die Bedürfnisse von Kleinkindern zwischen null und vier Jahren in den Fokus stellen. Das Ziel ist, gute Bedingungen zum Aufwachsen in- und ausserhalb von Familien zu schaffen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fachwelt und Gesellschaft miteinander ins Gespräch zu bringen und so auch auf politische Entscheidungen für Qualität in Kleinkind-Anliegen einzuwirken.

Damit Kinder gute Startchancen haben, muss nach Meinung des Vereins nämlich nicht nur die Anzahl der Kindertagesstätten erhöht, sondern auch primär deren Qualität gefördert werden. Denn die Förderung von Kleinkindern lohnt sich: Wer in Gemeinschaft lernt, gute Spielangebote hat und Sprachförderung erfährt, entwickelt sich zu einem sozial kompetenten und leistungsfähigen Erwachsenen. So stellt Dr. Margrit Stamm, ehemals Leiterin des Zentrums für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung an der Universität Fribourg, fest: «Jeder in der Schweiz investierte Franken in die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung erzielt eine Rendite von drei Franken.» Kontinuierliche Beziehungen sind für Kinder gerade in der familienergänzenden Betreuung das wichtigste. «Kinder brauchen nicht nur verlässliche Beziehungen zu Erwachsenen, sondern auch positive Beziehungen mit anderen Kindern. Gute Qualität berücksichtigt das ganze Beziehungsumfeld der Kinder», so Sonja Perren, Professorin für Bildung und Entwicklung in der frühen Kindheit an der Universität Konstanz.

Mehr Qualität durch Weiterbildung und Zusammenarbeit

Kindertagesstätten brauchen für mehr Qualität kleine Gruppengrössen, genügend geschultes Fachpersonal, eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und eine kindgerechte Umgebung. Deshalb fördert Stimme Q fachliche Weiterbildungen. Denn Forschungsergebnisse zeigen, dass Betreuungspersonen mit längerem Bildungsweg feinfühliger sind. Die passende Ergänzung ist hier auch eine Elternbildung. Eltern sollen ihren Erziehungsstil reflektieren und lernen sich bei Fragen und Problemen an die Institutionen zu wenden.

Stimme Q unterhält mehrere nationale Projekte, um die Qualität in der Erziehung von Kleinkindern zu fördern: Dazu gehören z.B. der Orientierungsrahmen für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz und eine Plattform für Betreuung. Ausserdem sollen Frühförderung und Integration verbunden werden. Im Moment wird auch ein Qualitätslabel für Kindertagesstätten erprobt. Als Sprachrohr nach aussen gibt der Verein ein Mini Magazin mit verschiedenen Themen zu Elternbildung und Kindererziehung heraus. Im Verein sind verschiedenste Organisationen Mitglied, wie z.B. die Jacobs Foundation, das Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz, Elternbildung CH, Migros Kulturprozent, Pro Juventute und die Schweizerische UNESCO-Kommission.

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