Verkaufsschlager Kinderlabel

Die Kinderproduktelinien der Grossverteiler machen nicht allen Eltern Freude. Seit April 2007 spricht Coop mit der Eigenmarke JaMaDu und dem Halbaffen Roter Vari Familien mit Kindern an. Ein Verkaufsrenner. 2008 erzielte Coop mit JaMaDu einen Umsatz von rund 22 Millionen Franken - eineVerdoppelung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr, berichtet die Basler Zeitung. Die Linie expandierte in der Folge von 40 auf 130 Produkte.

Bei der Migros heisst das Label Lilibiggs mit den Comicfiguren Hugo, Nina und Tobi. Das gibt es bereit seit 2003. Migros bietet hier gegenwärtig rund 30 Lebensmittel an. Die Palette reicht von Joghurt-Drinks, Teigwaren, Tomatensauce bis Muffins. Bis Anfang 2010 soll das Sortiment rund 50 Produkte enthalten, darunter auch frisches Obst und Gemüse. Bei den Zahlen gibt man sich aber bei der Migros bedeckt. Gesunde Ernährung ist allerdings nicht das eigentliche Ziel der Übung. Es geht um die Kundebindung der Kleinsten und man hofft, dass die Kinder dank Lilibiggs dereinst auch Migros-Kunden werden. Deshalb gibt es auch einen Club und ein Clubmagazin, Kinder können online spielen und dabei Prämien und Punkte sammeln wie die Grossen. Und wer glaubt, das komme bei den Kindern nicht an, irrt sich gewaltig: Gegenwärtig sind rund 33’000 Kinder angemeldet.

Nicht alle Eltern sind von den Kinderprodukten begeistert. Denn sie bedeuten mehr bezahlen für geringere Mengen – Kinderportionen eben. Zudem gibt es Kinder, die im Laden dank den Comicfiguren lautstark Dinge erquengeln, die sie dann garantiert nicht essen. Und drittens verbringen auch viele Kinder Zeit mit den Online-Angeboten von JaMaDu und Lilibiggs.

Eltern müssen sich heute wieder mehr auf ihre Vorbildfunktion besinnen. Ihr Konsumverhalten wird von ihrem Nachwuchs schonungslos kopiert. Keiner nämlich ist zu klein, ein Konsument zu sein.

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