Nach Grooming und Sexting sorgen Kinder-Singlebörsen für Aufsehen

Kinder und Jugendliche verbringen einen Grossteil ihrer Freizeit im Internet. Dass sie in Kinderchatrooms, bei Facebook und Co. Opfer von Grooming oder Sexting werden können, wurde in jüngster Zeit oft deklariert. Eine weitere Gefahr für Jugendliche und Kinder stellen nun sogenannte Singlebörsen für Teenager dar.

Nach Grooming und Sexting sorgen Kinder-Singlebörsen für Aufsehen

Auf Internetportalen für Kinder und Jugendliche lauern viele unsichtbare Gefahren, an die Teenies meist nicht denken. Foto: iStock, Adrian Brockwell, Thinkstock

Man kennt die typischen Singlebörsen für Erwachsene, aber seit neuestem gibt es in der Schweiz auch Partnerbörsen für Kinder und Jugendliche. Und diese haben einen regelrechten Boom entfacht, so der «Tribune de Genève». In der Westschweiz stehe die französische Singlebörse rencontre-ados.net bei Jugendlichen an der Spitze. Hier treten 11- bis 25-Jährige miteinander in Kontakt.

In der Deutschschweiz rühmt sich die von «Kidscat» - einem selbst ernannten Familienportal -  initiierte Seite ersteliebe.ch damit, die «erste Datingseite für Jugendliche aus der Schweiz» zu sein, wie 20min.ch heute berichtet. Auf dieser Singlebörse suchen Kinder und Jugendliche nach neuen Freundschaften, festen Beziehungen oder auch schnellem Sex. Die Altersgrenze liegt bei 24 Jahren, ein Mindestalter wird aber nicht vorgeschrieben.

Singlebörsen für Teenager: Der Unterschied zu gängigen Partnerbörsen

Anders als bei gängigen Singlebörsen bezahlen die Teenager, welche die Partnervermittlungsbörse für Jugendliche nutzen, keine Mitgliederbeiträge. Singlebörsen für Kinder und Jugendliche sind viel mehr an den Daten der Teenager interessiert. Durch diese liesse sich Internet-Reklame für das Zielpublikum noch effektiver machen. Dass das nicht ganz ungefährlich ist, zeigen die jüngst diskutierten Fälle von Sexting und Grooming.

Über Sexting und Grooming

Bei Sexting handelt es sich um den Missbrauch von intimen Fotos oder Filmen von Jugendlichen, die ohne Erlaubnis der Betroffenen im Internet weiterverbreitet werden und daher eine der schwerwiegendsten Formen von Cyber-Mobbing sind.
Bei Grooming machen sich Pädophile die Anonymität der Internet-Chatrooms zu Nutze und versuchen, das Vertrauen von jungen Mädchen und Knaben zu gewinnen, indem sie ihnen jemand Gleichaltrigen vorspielen.

 

Warum Teenager Singlebörsen nutzen

Weil Jugendliche in ihrer Freizeit stets auf Facebook und Co. unterwegs seien, sei es auch naheliegend, dass sie via Internet nach Freundschaften, Beziehungen oder sogar Sex suchen, erklärt der Sexualpädagoge Bruno Wermuth gegenüber 20min.ch.
Das Motto der Partnerbörsen für Teenager fasst Urs Kiener, Kinderpsychologe bei Pro Juventute, gegenüber mit folgenden Worten zusammen: «Andere sexuell reizen und sich reizen lassen.» Nach Kiener sei für Teenager durch das Aufkommen der sozialen Medien ein Druck entstanden, digital zu flirten. Wer nicht mitmacht, wird gemobbt.

In Singlebörsen für Teenager lauern unsichtbare Gefahren

Was viele Kinder und Jugendlich nicht bedenken, wenn sie sich in Kinderchatrooms oder Singlebörsen für Teenager anmelden, ist, dass solche Portale nicht ausschliesslich von Gleichaltrigen genutzt werden. Vor allem Pädophile haben hier leichtes Spiel, denn die Angaben werden nicht überprüft, so dass sie leicht unter einem falschen Profil Kontakt zu Kindern aufnehmen können.

Ein hundertprozentiger Schutz vor Pädophilen in Kinderchatrooms oder auf Singlebörsen für Teenager kann demnach nicht gewährleistet werden. Deswegen sollten Kinder und Jugendliche über die Gefahren, die auf solchen Seiten oder generell im Internet lauern, aufgeklärt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter