Weniger Französisch-Unterricht für schlechte Schüler

Schüler, die in Mathe oder Deutsch schlecht sind, sollen in Zürich von anderen Fächern freigestellt werden. Zum Beispiel vom Französischunterricht. Die hinzugewonnene Zeit sollen sie nutzen, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu üben.

Weniger Französischunterricht soll es in Zürich für schlechte Schüler geben.

Schüler, die in Mathe oder Deutsch schlecht sind, sollen vom Französischunterricht dispensiert werden, um mehr Zeit zum Lesen und Rechnen zu haben. Foto: © Getty Images, Jupiterimages

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtete, wollen der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband und die Kantonale Bildungsdirektion das Schulfranzösisch zurückstufen. Kinder, die grundlegende Anforderungen in den Basisfächern Deutsch und Mathematik nicht erfüllen, sollen von anderen Fächern freigestellt werden. Opfer dieser neuen Politik dürfte vor allem das bei vielen Kindern und Jugendlichen unbeliebte Schulfranzösisch werden, sagte Verbandspräsidentin Lilo Lätzsch der Zeitung.  «Wenn man Deutsch und Mathe nicht kann, hat man es schwer im Leben. Französischkenntnisse kann man auch später noch erwerben, wenn man es unbedingt will oder braucht», begründete die Verbandspräsidentin ihre Entscheidung gegenüber «Tagesanzeiger.ch»

«Was bisher als Sondermassnahme bloss in Einzelfällen gewährt wurde, soll neu vermehrt als Fördermassnahme eingesetzt werden», bestätigt der Zürcher Volksschulamt-Chef Martin Wendelspiess das Vorhaben. Schätzungen zufolge könnten zehn Prozent der Schüler von dieser Regelung betroffen sein.

Experten aus anderen Regionen äusserten gestern Kritik an den Plänen. Hans Georg Signer vom Basler Erziehungsdepartement empfindet die Befreiung der Schüler von Fächern als diskriminierend und unpädagogisch. Rolf Rimensberger, Leiter des St. Galler Volksschulamts, sieht den verfassungsmässigen Anspruch auf Bildung verletzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter