Wintersport: Neues Sportzentrum für die Schweizer Jugend

Lediglich eine von elf Schulen im Kanton Zürich organisierte in den vergangenen Wochen ein eigenes Schneesportlager für die Schülerschaft, wie die NZZ heute berichtete. Das Bundesamt für Sport will jetzt ein neues Zentrum errichten – und jungen Leuten das Ausüben von Wintersport erleichtern.

Das Bundesamt für Sport will ein Sportzentrum bauen.

Wintersport ist bei Kindern beliebt - deshalb will das Bundesamt für Sport ein Schneesportzentrum bauen. Foto: © philippe Devanne - Fotolia.com

Viele Gemeinden verkauften in den vergangenen Jahren ihre Skihäuser an Private. Lehrkräfte trauen sich immer seltener zu, die Verantwortung für ein Skilager zu übernehmen und für die Schuldirektionen spielt der steigende Kostenfaktor eine immer erheblichere Rolle. «Wintersport ist nicht billig, aber die Jugendlichen betreiben ihn gern», so Matthias Remund, Direktor des Bundesamtes für Sport gegenüber der NZZ. Deshalb wolle er die finanziellen Hürden für die Ausübung des Schneesports senken und ein Projekt für ein Schweizer Schneesportzentrum in die Wege leiten.

Mit diesem Zentrum sollte den Schulen eine Infrastruktur für die beliebten Skilager gegeben werden, genauso wie die Möglichkeit, günstig qualifiziertes Lagerleitungspersonal zu buchen. Zudem zieht das Bundesamt unter Leitung von Remund eine Erhöhung der Subventionen für das Programm «Jugend & Sport» (J&S) in Erwägung. Das Sportförderungswerk des Bundes erhält zurzeit pro Kind und pro Tag im Skilager eine Subvention von 6 Franken 66. Für viele ein zu geringer Beitrag in Anbetracht der zeitaufwändigen Fortbildung der Lehrer.

Das vorgesehene Schneesportzentrum, für das Andermatt als Standort derzeit geprüft wird, sei eine Investition in die Zukunft unseres Landes, erklärt Remund, seines Zeichens ehemaliger Spitzenlangläufer. «Schneesport gehört zur Identität der Schweiz.» Die Aufrechterhaltung der Tradition, genauso wie die Förderung junger Talente, sei dem Bundesamt ein Anliegen.

Die Lancierung der Idee erfolge nicht zufällig jetzt, so die NZZ. Die Wintersporthochburg St. Moritz bewirbt sich nämlich derzeit als Austragungsort der Ski-Weltmeisterschaften 2017. In wenigen Monaten wird zudem die Bündner Bevölkerung darüber abstimmen, ob sich Davos und St. Moritz um die Olympischen Winterspiele 2022 bemühen sollen. Matthias Remund räumt ein, einen Zusammenhang zwischen diesen Grossevents und dem angedachten Wintersportzentrum zu sehen: «Damit ein solcher internationaler Wettkampf zum Erfolg wird, müssen unsere Athleten gut abschneiden. Aber damit er im gesellschaftlichen Sinn nachhaltig wirkt, braucht es Projekte zur Förderung des Breitensports.»

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