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Amoklauf in der Schule

  1. Lieber Mütter und Väter


    Der Amoklauf an der amerikanischen Schule ging ja durch die ganzen Medien.... Ich habe mir dazu viele Gedanken gemacht. Ist das etwas wovor ihr Angst habt? Wenn ihr die kleinen am Morgen in der Schule abgebt, denkt ihr dann an sowas? Ich finde diese Schulmassaker so schlimm, aber irgendwie erscheinen sie mir auch so unreal. Wie ist das bei euch?

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  2. Lieber Daddycool


    Das ist jetzt wirklich lustig, mir geht es ganz ähnlich.... ich habe irgendwie im Kopf, dass das nur in Amerika passiert, d.h. so weit weg ist. Wenn ich bei uns im Dorf die Kleine am morgen in die Schule bringe, kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass hier auch so etwas passieren kann... Aber ich mache mir darüber schon auch Gedanken...

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  3. Mit dem angelernten Verstand lassen sich solche Probleme nicht bewältigen.

    Infolge totaler Verschulung der Gesellschaft gehen die allermeisten Fragen dahin, ob nicht irgendwo die Lösung vorgegeben werden könnte, sodass man sie nur einzuüben bräuchte wie ein lästiges Diktat in der 4.Klasse.

    Wir werden ja von klein auf Jahre und Jahre lang immer nur auf das getrimmt, was im Lehrplan steht.
    Da ist es doch eigentlich ganz normal, dass man sich dann wirklichen Problemen völlig hilflos gegenüber sieht.

    In der Ich-kann-Schule probiere ich auch andere Wege als die, die auf dem Papier stehen.
    Wir vergessen, dass vor nicht mal ein paar hundert Jahren die meisten Leute sehr oft im Leben solche Überlebenprobleme hatten: mit wilden Tieren, gefährlichen Wegen, Krieg u.ä.
    Läuft unsere heutige Schule auf Lebenstüchtigkeit hinaus?
    Wie groß sind die Überlebenschancen?

    Fangen wir mal mit einem kleinen Problem an:
    In Deutschland gibt es ca. 4 Millionen funktionelle Analphabeten.
    Das sind 5 % der Bevölkerung und damit jeder 20.te.
    Rein rechnerisch sitzt in jeder Klasse einer, der in puncto Lesen & Schreiben lebensuntüchtig zu sein einübt, mindestens 12 Jahre lang.
    Wenn in Deiner Klasse keiner ist, sind in einer anderen zwei.
    Wenn in der Nachbarklasse auch keiner ist, sind es in einer Klasse schon vier, die Tag für Tag Lebensuntüchtigkeit mit Schreiben einüben.
    Das ständige Problemwachstum in diesem Bereich nehme ich als Zeichen, dass eine echte Lösung weder bekannt noch gewollt ist.
    Wenn wir aber mit Lebenstüchtigkeit bei kleinen Problemen schon so umgehen, wie soll es da etwas mit der Lösung größerer Probleme werden?

    Zur praktischen Entwicklung von Lebenstüchtigkeit bei Amokläufen beabsichtige ich in der Woche nach Weihnachten eine Ich-kann-Schule-Presseerklärung mit einem konkreten praktischen Beispiel wirksamer Beeinflussung.

    Nach hochdramatischen Erfahrungen bei den Amokläufen der letzten Jahre ist der Umgang mit
    a) dem Amokläufer und
    b) sich selbst in dieser Situation von extremer Hilflosigkeit geprägt.
    Man sucht etwas gegen einen Feind zu unternehmen, wie man aus Filmen oder Zeitungsberichten ein Bild übernommen hat, aber mit dem konkreten Menschen kann man überhaupt nicht.

    Das fällige Ich-kann-Schule-Lern-Experiment wäre da doch zuerst einmal die konkrete praktische Prüfung:
    Wer kann in dieser Schule überhaupt noch mit wem?
    Ich habe Schulen erlebt,
    wo die Lehrer nicht mit der Schulleitung konnten - und umgekehrt,
    wo die Lehrer und die Schulleitung nicht mit den Eltern konnten - und umgekehrt,
    wo die Lehrer und die Schulleitung nicht mit den Kindern konnte - und umgekehrt, .............

    Wie will man mit einem Amokläufer können, wenn man mit sich selber nicht kann?

    Wer mit sich selber nicht kann, produziert Amokläufer.
    Wir alle produizieren viel mehr Amokläufer (mit) als zum Zuge kommen.

    Ich möchte die "kleinen Amokläufe" ins Bewusstsein rücklen, wo (noch) keine Lehrer und Schüler getötet werden.

    Als Ich-kann-Schule-Lehrer sehe ich seit langem zwei Probleme:
    1. die Amokläufe und
    2. dass die Amok-Probleme weiter wachsen.
    Das bedeutet ganz konkret
    a) dass die Pädagogik es immer noch verkehrt macht und
    b) dass wir die Fehler auch noch steigern.
    Das lasse ich mir nicht als Lösung verkaufen.

    Für eine konkrete, praktische Lösung solcher Probleme müssen wir
    a) uns den Kräften zuwenden, die der Mensch dafür hat, und
    b) mit ihnen angemessen umgehen.
    Das gerade Gegenteil ist immer noch der Fall.
    Wir treiben viel äußeren Aufwand und gehen grob oder gar nicht mit den entscheidenden Kräften des Lebens um.

    Soviel für heute.
    Ich grüße freundlich.

    Franz Josef Neffe

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  4. aber was kann man dagegen tun? ganz konkret? die schulen richten ja jetzt z.B. solche Schlösser ein, die man nur vom innern des Schulzimmers öffnen kann.... Sollte man da nicht vorher etwas tun? Irgendeine Art von Prävention....

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  5. Schon die üblichen Reaktionen und Fragestellungen zeigen, dass wir das tatsächliche Problem in keinster Weise verstanden haben.
    Der Amoklauf ist gar nicht das Problem.

    Ganz richtig fragst Du, ob man da nicht vorher etwas tun müsste.
    Aber NICHT DAGEGEN.
    Man kann nicht GEGEN etwas sein, was es noch gar nicht gibt.

    Unsere innere Einstellung für das DAGEGEN lässt uns die wirkliche und wirksame Lösung verfehlen.

    Wir machen diesen Fehler auch mitnichten bloß bei Amokläufen.
    Es ist der Kardinalfehler der Pädagogik.
    Sie ist eine Pädagogik des DAGEGEN.
    Sie ist eine Pädagogik des DRUCKs.
    Druck aber komprimiert.
    Druck komprimiert Mensch + Problem.
    Das ist das exakte Gegenteil von Lösung.

    Das ist Problemstau bis zur Entladung.
    Und die Entladung finden, wie wir sehen: todsicher, statt: actio = reactio.

    Naturgesetze lassen sich durch Fleißaufgaben nicht umgehen.
    Ich meine: unsere Misserfolge - und Amokläufe sind unsere Misserfolge - geschehen gesetzmäßig.
    Nicht pädagogik-papier-gesetzmäßig sondern lebens-gesetzmäßig.
    Die einzig wirksame Prävention - und Lösung - besteht im Beachten, Lernen, Verstehen und Befolgen der Lebensgesetze.
    Statt der Papiergesetze.

    Schlösser, die nur von innen zu öffnen sind, Verschärfung der Waffengesetze u.dgl.m. können für sich ganz nützliche Dinge sein, sie zeigen aber:
    1. Vom tatsächlichen Kernproblem ist überhaupt noch nichts verstanden.
    2. Man arbeitet fieberhaft, eine Scheinlösung zu konstruieren, mit der man den Wahn unserer das Leben ignorierenden Papierpädagogik aufrechtzuerhalten hofft.
    3. Wir haben offensichtlich Angst, uns selbst und das, was wir bisher (mit)gemacht haben, zu erkennen.
    4. Auf der geistigen Ebene weichen wir voll aus. Eine echte Lösung aber ist NUR MIT GEIST möglich.

    MIT GEIST haben wir Einfluss a) vor, b) während und c) nach Amokläufen und bei allen anderen Problemen.
    MIT GEIST umzugehen haben wir durch unsere geistlose Pädagogik völlig verlernt.
    GEIST wirkt überhaupt nicht so wie die Pädagogik es stets macht: mit Bemühungen, mit Anstrengung, mit Überwindung.
    GEIST wirkt vollkommen anders.

    Wir dürften doch gar nicht mehr übersehen, wie
    a) wie die Probleme bei Anwendung unserer üblichen Pädagogik ständig wachsen und
    b) dass Probleme wie Amokläufe nicht isoliert betrachtet werden dürfen, weil sie nur den Gipfel pädagogischer Verfehlungen darstellen.

    Damit sage ich nicht, dass etwa das Tun der Täter kein Fehler sei, aber sie kommen mit ihren Fehlern nur zum Zug, weil unsere Pädagogen a) stets die Realität ignorieren und b) statt eines realen Umgangs mit der Realität auftragsgemäß Lehrplanvollzug betreiben.

    Der wichtigste konkrete erste Schritt für eine echte Lösung ist das Innehalten, Aufhören, Überprüfen, Überdenken und Korrigieren der übernommenen Einstellung zum Leben: Immer wenn Probleme auftauchen und nicht kleiner sondern größer werden, ist diese Einstellung verkehrt.

    Ich werde in absehbarer Zeit in der Ich-kann-Schuile ein konkretes praktisches Beispiel für erfolgreiche geistige Einflussnahme berichten.

    Inzwischen wünsche ich uns allen gute Besinnung und grüße freundlich.

    Franz Josef Neffe

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