Hausaufgaben - Lust oder Frust?

  1. Liebe Mamis, Papis
    Was für Erfahrungen macht ihr mit den Hausaufgaben eurer Kinder? Und wie kommt ihr und eure Kinder damit zurecht? Habt ihr Regeln eingeführt, oder arbeitet das Kind selbständig? Ich schreibe für das Elternmgazin Fritz & Fränzi eine grössere Geschichte zum Thema, daS  im Sommer 2016 neue Aktualtiät erfuhr, als  vom Schulleiterverband selbst die Forderung kam, Hausaufgaben seien unnütz und gehörten abgeschafft. Dass dies in der Schweiz schon einmal tatsächlich der Fall war, ist kaum bekannt (die HA wurden übrigens auf Druck seitens der Eltern wieder eingeführt). Jedenfalls sind auch in meinem Familien- und Freundeskreis und bei mir zuhause die Ufzgi ein Dauerthema. Eure Meinung und wie es konkret bei euch zu Hause abläuft, was ihr euch wünscht und vor welche Probleme ihr gestellt seid, würde mich interessieren. Anonymität ist sebstverständlich gewährleistet! Ich freue mich auf einen Austausch, hier oder via Email c.landolt@fritz-und-fraenzi.ch. Liebe dnk schon jetzt.

    Zitieren

  2. Heut hat mich gerade wieder eine Mutter angerufen, deren Tochter in der 3.Klasse immer schwächer wird. Wovon wird man schwächer? Doch wohl davon, dass man geschwächt wird.
    Die Mutter und die Lehrerin können das Problem gut beschreiben - zu Lösung fällt ihnen aber offensichtlich nichts ein. Alle Maßnahmen, von der schulischen Förderung bis zur Nachhilfe zu Hause suggerieren dem Kind immer wieder noch einmal: "Du kannst es NICHT."
    Wenn wir die Augen aufmachten und genau hinschauten, wäre gut zu erkennen, dass das Mädchen zu Hause gar nicht Rechtschreiben übt. Es übt mit Hilfe von Rechtschreibtexten: Nicht können, Angst haben, sich selber immer weniger zutrauen, sich schlecht fühlen, sich für dumm halten, sich minderwertig fühlen, noch schüchterner werden, als Persönlichkeit schrumpfen, verzweifeln und noch mehr desgleichen.
    Das übersehen wir auf die "Förderung" des Kindes erpichten Erwachsenen gewöhnlich alles.
    Wir sehen auch nicht, dass das Gedächtnis des Kindes nicht auswählen kann und immer ALLES SPEICHERN muss, was geschieht. Wir schauen aber allenfalls, ob es sich die "Merkwörter" gemerkt hat. Wenn das Kind sich aber mit der Übung quält und Rechtschreiben zum Kotzen und Scheiße findet und am liebsten davonlaufen möchte usw., dann speichert das Gedächtnis die Qual und die Kotze und die Scheiße und das Am-liebsten-davonlaufen-wollen auch. Dann haben wir im Gedächtnisspeicher einen Riesenmisthaufen. Da suche dann einmal die gelernten Merkwörter darin!
    Ich habe das für die neue Ich-kann-Schule im Detail untersucht. Du musst einmal im Gesicht eines Kindes lesen, wie es verzweifelt in seinem Gedächtnis nach einem Wort sucht und schließlich die - nicht angstbesetzte - verkehrte Wortvariante aufschreibt!
    Für die Hausaufgabe gibt die Schule den Kindern eine SCHÄBIGE STATISTENROLLE und drängt den Eltern eine noch schäbigere Statistenrolle als verlängerter Arm einer nicht ausreichenden oder bereits gescheiterten Pädagogik auf. Die Laien Eltern sollen zu Hause die Kinder zu dem drängen, was die Profis in der Schule nicht geschafft haben.
    Dabei übernehmen die Eltern den KARDINALFEHLER DER PÄDAGOGIK: Sie machen DRUCK.
    Druck ist immer das deutlich Zeichen dafür, dass man absolut alles verkehrt macht.
    Erziehung gehört zur Wortfamilie "ziehen" und nicht zur Wortfamilie "drücken".
    Für Erziehung braucht man etwas, was ZIEHT: was SOG-Wirkung hat.
    Dafür muss man sich EINFÜHLEN und DENKEN.
    Beides kommt bei DRUCK-Pädagogik nicht vor; entsprechend wachsen die Misserfolge.

    Für die LÖSUNG des Problems möchte ich an die verstorbene Kollegin Hiltraud Prem erinnern.
    Bei der lernten regelmäßig ALLE Kinder in 1/3 der üblichen Zeit - also in 1/2 Jahr statt in 1 1/2 Jahren - RICHTIG = mit NULL Fehlern lesen und schreiben.
    Frau Prem brauchte KEINE HAUSAUFGABEN dafür.
    Die Kinder waren aber so begeistert, dass sie von sich aus etwas tun wollten.
    Zu diesem Zwecke legte sie Aufgaben bereit, die die Kinder SICH NEHMEN konnten.
    Die waren aber für NULL FEHLER nicht nötig.
    Ein wichtiger Helfer meiner Kollegin war der Kasperl.
    Wenn der Kasperl am Setzkasten einen völlig verkehrten Buchstaben nahm, schrieen alle Kinder laut: "NEIN!"
    Und eins sprang auf und lief hin und gab ihm den richtigen Buchstaben: "DEN musst du nehmen!"
    Und mit dieser riesigen Begeisterung und überschäumenden Lebensfreude wurden dann diese Worte im Gedächtnis gespeichert.
    Wenn man dann IN SICH geht und mit dem gesuchten Wort soviel Begeisterung und Lebensfreude jedesmal wieder trifft, dann möchte man doch nichts lieber als wieder und wieder SO LERNEN.
    Für meine Kolleginnen und Kollegen gilt auch in puncto Hausaufgaben:
    Wenn es schwer geht, wie ich es mache, mache ICH ALLES VERKEHRT.
    Dann sollte man sich nicht, wie leider üblich, noch mehr anstrengen und damit das Problem immer noch größer machen, sondern loslassen, umkehren und neu dazulernen.
    Praktische Erfolgsbeispiele sind nachzulesen in der >neuen Ich-kann-Schule< und in den >Ich-kann-Geschichten für Erwachsene ab 9 und Kinder bis 90

    Zitieren

  3. Würde meinen Kindern nicht zu viel Druck machen. Das fürth grundsätzlich dazu, dass sie gar keine Lust mehr haben.

    Zitieren

  4. Das Kasperli war sichher super Idee.... Vielleicht haben die Lehrpersonen heute Kaufman mehr Zeit das Wissen spielerisch zu übermitteln.
    Mein Sohn geht in die 3 Klasse und wir sind jetzt auch dran mit dem Rechtschreibung lehnen. Er hört die doppelten Buchstaben nicht und mich ist Deutsch Fremdsprache. Wir versuchen viel zu lesen, und wenn er keine Lust auf die viel Fehler hat beim Haus-Diktat, dann lasse ich ihn einfach ein von ihn gewähltes kurzes Text abzuschreiben.
    Aber ich möchte ihn nicht überfordern, lasse nachher immer spielen. 
    Für mich ist das schnelle Tempo in der Schule ein Problem. Kaum haben wir etwas eingeübt, müsste man schon der neue Thema Bescheid wissen.
    Die Wichtigste für mich, dass er die Freude nicht verliert.
    Höre von andere Mamis auch, dass andere Eltern auch fast jeden Tag zu Hause etwas üben. Wir Eltern bringen das andere 50 % der Wissen bei... 
    Manche Kinder brauchen mehr Unterstützung.
    Jedoch finde es anstrengend und hoffe, dass ear die Freude am Lernen nicht verliert 

    Zitieren

  5. Hallo ihr Lieben,

    da meinte Tochter erst 15 Monate alt ist, kann ich dazu nichts sagen. Aber eine Freundin von mir hat Schulkinder und einen Blog Names Bad Mom auf dem Sie immer berichtet.

    Zitieren

  6. Mein Kind ist auch nich zu jung, aber ich kenne zwei Mütter, die regelrechte Probleme bzgl. der Hausaufgaben haben, da sie kaum zu motivieren sind.

    Zitieren

    After the rain comes sun

  7. Die Kleine soll ihre Hausaufgaben nach Möglichkeit im Hort erledigen. Da gibt es extra eine Hausaufgabenstunde. Allerdings "vergisst" sie das im Eifer des Spieles oft und muss dann halt zu Hause ran bevor sie hier zum spielen kommt.

    Ich finde auch nicht, dass die HA abgeschafft gehören, weil sie mir auch ein gewisses Feedback geben, wie die Kleine in der Schule zurecht kommt und ich dann direkt sehe wo und wie ich sie unterstützen kann.

    editiert am 13.09.17 um 21:09
    Grund: Ergänzung


    Zitieren

  8. Immer dieser Stress mit den Hausaufgaben. Man muss einen Kompromiss finden. Wir binden die Hausaufgaben immer an Bedingungen. Es wird auch akzeptiert. Bei uns hat leider nur diese Methode etwas gebracht.

    Zitieren

    Lache nicht über jemanden, der einen Schritt zurück macht. Er könnte Anlauf nehmen.

  9. von Wookefut, 29.09.17 um 10:31Immer dieser Stress mit den Hausaufgaben. Man muss einen Kompromiss finden. Wir binden die Hausaufgaben immer an Bedingungen. Es wird auch akzeptiert. Bei uns hat leider nur diese Methode etwas gebracht.


    Bei mir leider auch nur damit, da unser Jüngster derzeit auch nur schwer fürs Hausaufgaben machen zu begeistern ist. :(

    Zitieren

    Der Mensch, welcher nur sich liebt, fuerchtet nichts so sehr, als mit sich allein zu sein.

  10. Ich bin in Italien zur Schule gegangen und da hat es oft so funktioniert, dass bei den Hausaufgaben, dass was die Lehrer nicht in der Klasse erklärt haben, dran gekommen ist.

    Also klar sollte man das Erlernte üben und kräftigen, aber man müsste hier wirklich eine Mittellösung findet, damit die Hausaufgaben kein Stress sind.

    Zitieren