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LM: brauche Tipps

  1. Guten Tag und hallo zusammen, 

    ich bin nicht allzu lange hier, mein Kinderwunsch dagegen besteht schon etwas länger. 
    Mit 16 Jahren wurde bei mir festgestellt, dass ich ohne Gebärmutter geboren wurde. Daher ist es mir nicht möglich, Kinder auszutragen; Eierstöcke mit meinem eigenen Erbgut sind allerdings vorhanden. Die einzige Möglichkeit für mich, eigene Kinder zu bekommen, ist daher eine Leihmutterschaft im Ausland. Ich recherche schon seit einiger Zeit im Internet und greife nach jedem Zeitungsartikel und Internetlink wie nach einem Strohhalm. Leider finde ich im Vergleich zu IVF und ICSI (die mir persönlich wenig weiterhelfen) nur relativ wenig, wohl auch aufgrund der deutschen Rechtslage. Auf vielen Seiten wird auch auf Indien oder die Ukraine verwiesen bzw. man wird auf entsprechende Seiten weitergeleitet. Derzeit favorisiere ich allerdings die USA, u.a. weil der (Hinter-)Grund, für andere Menschen Kinder auszutragen, ein anderer ist, als (nur) der finanzielle Aspekt. 
    Habt ihr vielleicht Tipps für mich? Ich bin für alles unglaublich dankbar: Kontakte, Erfahrungsberichte, Adressen, Links, Foren etc. 

    Vielen Dank schon mal an dieser Stelle. 

    Liebste Grüße, 
    Darkstone

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  2. Hallo Darkstone, 

    es wird SEHR schwierig sein, in deutschen Kliniken Infos zu diesem Thema zu bekommen. 

    In CZ ist nur die nichtkommerzielle Leihmutterschaft erlaubt. Also z.B., dass die Schwester oder die beste Freundin das Baby austrägt und es der Wunschmutter nach der Geburt überlässt. Es gibt dort Kliniken und Anwaltskanzleien, die sich auf diese Behandlung spezialisiert haben. Allerdings hilft das den Deutschen nicht weiter, weil ja die deutsche Behörde dem Kind dann deutsche Papiere ausstellen muss. Und wenn die deutschen „Gutmenschen“ da auch nur den Hauch von Lunte riechen, werden sie die Ausstellung der Papiere verweigern. Für CZ-Bürger ist es kein Problem, via Leihmutterschaft in CZ zu einem Kind zu kommen, vorausgesetzt, man hat jemanden im Bekannten- oder Verwandtenkreis, der bereit ist, das Kind auszutragen. 
    Ich habe Verwandtschaft in Tschechien und spreche die Sprache. Beim Lesen in den tschechischen KiWu-Foren habe ich erfahren, dass diejenigen Elternpaare, die niemanden in der Verwandtschaft bzw. im Freundeskreis haben, gerne nach Georgien gehen. Bei den Tschechen gab es da auch nie Probleme mit der Einreise des Kindes und die Paare, über die ich las, waren allesamt zufrieden dort. Allerdings wurde vor nicht allzu langer Zeit dem Kind eines deutschen Wunschelternpaares die Einreise verweigert, weil die Behörden den Hintergrund herausgefunden hatten… seitdem schien Georgien für Deutsche, die eine Leihmutterschaft benötigen, zu riskant zu sein. Kürzlich las ich dann aber doch wieder von einem Paar, welches in Georgien zum Erfolg kam und erfolgreich einreisen konnte. Die Ukraine schien mir als Deutsche dennoch sicherer zu sein. 

    USA ist halt ziemlich teuer. Wenn man es sich leisten kann, ist es aber bestimmt eine seriöse Anlaufstelle. 

    Indien schon fast au: nur für Inder, du bist keine Inderin. 

    All in all: Wäre ich an deiner Stelle, ich würde diesen Weg gehen. Denn in deiner Situation ist es der einzige Weg zum Wunschkind und nur weil du keine Gebärmutter hast, solltest du nicht auf ein Kind verzichten müssen!! 

    Einige nützliche Infos: http://de.newseurope.info/?p=56741 . Vielleicht helfen sie dir bei der Suche.

    Viele Grüße,
    Pandeamon
     

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  3. ich kann dir eine Empfehlung abgeben, wo du es NICHT machen solltest: Russland und zwar weil dort das Gesetz so ist, dass wenn die Mutter nach der Geburt das Kind behalten möchte, du kein Anrecht drauf hättest, auch wenn die EZ und Spermien von euch sind. Dasselbe gilt für Spanien (da könnte die Leihmutter sogar auch noch Unterhalt verlangen). 

    Was ich schon mal gehört hab, ist dass Georgien wohl da recht gut ist und sogar einige deutsche Ärzte hat. 

    Ansonsten würde ich mich von der naiven Vorstellung verabschieden, dass es irgendjemand nicht wegen des Geldes macht: http://de.newseurope.info/?p=41451
    In Deutschland ist nicht nur die Leihmutterschaft, sondern auch die Unterstützung einer solchen verboten. In deutschen Kliniken wird man wohl weniger Hilfe bekommen können. 

    Wir hatten und vor einem Jahr auch mit LM auseinander gesetzt und hatten damals wwww.biotex.com favorisiert. Wir haben Verwandtschaft in der Ukraine und der Aspekt "Warum macht eine Frau das?" ist dort auch nicht nur finanzieller Natur. 

    Bis zu 120.000 € für eine Leihmutterschaft in den USA wäre einfach nicht drin gewesen. 

    Wenn man ins nähere deutsche Umfeld schaut: auch in CZ ist Leihmutterschaft erlaubt. Hier enden dann allerdings schon meine Kenntnisse, die ich weiter geben kann. 
    LG,
    Bfayer
     

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  4. Hallo,
    mit dem Risiko , dass ich hier anecke werde ich trotzdem meine Meinung hier schreiben. Ich bin froh, dass die Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist. Keine Leihmutter wird eine Schwangerschaft austragen, ohne das das Geld für Sie und die Agentur wichtig ist. Meistens wird damit die Not der Frauen ausgenutzt . In Indien Gotseidank nicht mehr. In der Ukraine machen sich große Kiwu-Kliniken eine goldene Nase. Dieses wird man im Einzelfall nicht erfahren. Niemand weiß wie die Schwangerschaft verlaufen wird und ob das Kind gesund ist. Was wird geschehen wenn die Frau durch die Schwangerschaft Schäden davonträgt. Ich selbst hatte bei meiner ersten Schwangerschaft eine Gestose und habe nach der Geburt in Lebensgefahr geschwebt, weil meine Leberwerte immer schlechter wurden. Das kann man nicht voraussehen. Was ist, wenn das Kind nicht gesund ist oder eine Behinderung hat. Eine Behinderung zu akzeptieren ist schwer aber sie fällt leichter, wenn man während der Schwangerschaft eine Bindung aufgebaut hat. Außerdem bekommt das Kind im Bauch der Leihmutter mit, dass diese keine Bindung zu ihm aufbaut. Ich glaube, dass dies für das Kind nicht gut ist. Sehr oft baut die Leihmutter eine Bindung zu dem Kind auf und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie das Kind behält. Ich finde es dann unmenschlich, wenn ihr durch irgend ein Gesetz das Kind genommen wird. Ich wünsche jedem, der Kinder bekommen möchte, dass sich dieser Wunsch erfüllt. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer Adoption und wenn dies in Deutschland nicht möglich ist , so warten in vielen Ländern Kinder , die dringend ein liebevolles Zuhause brauchen. Dies war unser Plan B , wenn ich durch ICSI nicht schwanger geworden wäre. Sicher ist eine Auslandsadoption teuer aber eine Leihmutter auch.
    Liebe Grüße,
    MarieCh

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  5. Hallo MrieCh!
    „Keine Leihmutter wird eine Schwangerschaft austragen, ohne das das Geld für Sie und die Agentur wichtig ist.“
    Mit demselben Argument wird hier immer noch die EZ-Spende verboten.

    Vor ein paar Jahrzehnten gingen die Frauen auf die Straßen und skandierten: „Mein Bauch gehört mir!“ Bis heute tut er das nicht, denn bis heute werden uns – gerade was unseren „Bauch“, unsere Fruchtbarkeit, betrifft – Vorschriften und Verbote ohne Ende gemacht!

    Es gibt übrigens auch die sog. nichtkommerzielle Leihmutterschaft zwischen Freundinnen, Schwestern, Cousinen etc.
    „Was wird geschehen wenn die Frau durch die Schwangerschaft Schäden davonträgt.“
    Die seriösen Agenturen bestehen darauf, dass für die Leihmutter bzw. deren Familie im Falle einer dauerhaften gesundheitl. Schädigung oder gar im Todesfall Versicherungen abgeschlossen werden, die von den Wunscheltern zu zahlen sind.
    „Was ist, wenn das Kind nicht gesund ist oder eine Behinderung hat.“
    Normalerweise sehen die Verträge vor, dass die Wunscheltern das Kind auch annehmen müssen, wenn es behindert ist.

    Und: Es gibt Menschen, die wollen ihre eigenen Gene in die nächste Generation weitertragen.
    Und: Sie wollen während der Schwangerschaft schädliche Einflüsse auf´s Kind ausschließen (bei Adoption nicht möglich).
    „Ich bin froh, dass die Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist.“
    Ja, super! Alles überall verbieten: http://de.newseurope.info/?p=43158 Noch ein LM-Land weniger geworden.
    Aber weißt du, genau diese Einstellung - alles in Deutschland verbieten - öffnet der Ausbeutung im Ausland, die du anprangerst, Tür und Tor!
    Es gibt verzweifelte Kinderwünschler, die gehen diesen Weg. Ins Ausland, in die Illegalität.
    Wäre es nicht besser, zumindest die nichtkommerzielle Leihmutterschaft in besonderen Fällen (wie z.B. dem der TE) zuzulassen? Denn HIER wäre der Schutz der Leihmutter, die Wahrung ihrer Würde und ihrer Rechte eher gewährleistet als irgendwo im Drittweltland.


    Viele Grüße,
    Kefas

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  6. @ kefas,

    schade, dass du so schlechte erfahrungen mit einem! jugendamtsmitarbeiter gemacht hast. das gibt dir allerdings nicht das recht, solche pauschalurteile abzugeben. und noch eins zur information: der sozialbericht bei auslandsadoption kann auch von der staatlich anerkannten, vermittlenden agentur erstellt werden. in diesem fall ist das jugendamt nicht wirklich involviert.
    deswegen finde ich deinen bericht leider diffamierend.
    und noch ein aspekt zum thema adoption: adoptivkinder haben per se schon einen beziehungsabbruch in ihrem kleinen leben hinter sich. ist es da nicht legitim zu pruefen, ob die gesundheit der adoptierende eltern es rein theoretisch zulaesst, dass diese das kind gemeinsam bis zum erwachsenwerden aktiv begleiten koennen? und ja, natuerlich, autounfaelle, dramatische trennungen, dieses, jenes, kann alles passieren. aber, warum muss man sehenden auges in einen erneuten beziehungsabbruch fuer das kind starten? es werden naemlich nicht kinder fuer eltern, sondern eltern fuer kinder gesucht. natuerlich ist es ganz bitter, wenn man aus welchen gruenden auch immer als adoptiveltern abgelehnt wird und diese bitterkeit lese ich aus diesem posting deutlich heraus, aber mit etwas abstand und einer etwas nuechteren sicht der dinge moegen solche entscheidungen durchaus ihren sinn, im sinne des kindes, haben. hast du bessre erfahrungen mit leihmutterschaft gemacht? wäre interessant zu erfahren wo, denn in diesem zusammenhang ist mir nur der name biotexcom bekannt.
    ich wuensche naemlich keinem adoptivkind einen zweiten beziehungsabbruch, es habt mit dem ersten sein leben lang schon genug zu tragen.

    beste gruesse,
    jikia

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  7. Kefas, ich finde Dein Posting sehr gut, es klingt für mich deutlich durchdachter als der emotionale Rundumschlag (warum und gegen was?) von MarieCh.

    Adoptionen sind toll, allerdings nicht möglich, wenn ein Elternteil über 40 ist (also eine 27 jährige Frau und ein 41 jähriger Mann, beide gesund, Akademiker, gut verdienend, in stabiler Ehe können kein Kind adoptieren). Homosexuelle Paare haben Schwierigkeiten bei der Adoption, ebenso Unverheiratet, Menschen, die zu wenig verdienen, zu krank sind, zwei Schlafzimmer haben oder was auch immer. An einem Infoabend für Pflegekinder wurde mir gesagt, das hänge auch so ein bisschen vom "Bauchgefühl" der aufsuchenden Sozialarbeiter ab...

    Außerdem sind die meisten Kinder, die man (hierzulande) adoptieren kann, schwerkrank, schwer behindert oder ihre Mütter haben in der Schwangerschaft Drogen und/oder Antipsychotika und/oder Psychopharmaka konsumiert.
    Wenn die Kinder eine gewisse Zeit bei ihrer Herkunftsfamilie waren, werden sie davon entsprechende Schäden davon tragen.
    Natürlich haben diese Kinder auch das Recht, liebevolle Eltern zu finden, aber ich finde es legitim, wenn jemand einräumt, sich diese Belastung schlicht nicht zuzutrauen.

    Zur Leihmutter: Wenn man in den USA 120 000 Dollar (oder Euro) zahlen muss, scheint es nicht darum zu gehen, dass da jemand sich sein täglich Brot auf diese Weise verdienen muss. ich verdiene deutlich weniger in neun Monaten.

    Sicher wird die Leihmutter in manchen Fällen eine Bindung zu dem Kind aufgebaut haben und einen Trennungsschmerz empfinden. Aber was ist denn mit einem Kindermädchen, das deutlich mehr Zeit als die leiblichen Eltern bei dem Kind verbringt, was ist mit aupair Mädchen? Was ist mit Kindergärtnerinnen?

    Zu sagen: Das Kind trägt Schäden davon, weil die Leihmutter es nicht liebt halte ich für sehr weit hergeholt. Mütter sollten gesund und entspannt sein - das wird bei einer Leihmutter für 100 000 Dollar wohl der Fall sein. Was der gleiche LM-Service in anderen Ländern kostet, nur ein Beispiel: https://www.youtube.com/channel/UC3wkbg ... xTYJhtR0rA.
    LG,
    Faezezzy

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  8. Ich habe meine Informationen von einer Internet-Seite hier: http://www.pflegekinderimkiez.de/
    Demzufolge dürfen zwischen Eltern und Kind bei einer Adoption bloß 40 Jahre und bei einer Pflegschaft 45 Jahre Altersunterschied liegen.

    Die Gründe, sein Kind zur Adoption oder in Pflege zu geben sind laut der dortigen Mitarbeiter in erster Linie: Drogensucht, psychische/geistige Erkrankung oder längerer Haftaufenthalt der Mutter.

    Hinzu kommen Kinder von sehr jungen Frauen, deren Familien sie zur Kind-Abgabe zwingen, da außerehelich bekommen. Ein solches Kind könnte sicher keiner von uns adoptieren.

    Für mich klingt das sehr naheliegend. Zumindest in meinem Bekanntenkreis gibt es keine gesunden und zufriedenen Paare, die sich entschließen, ein Kind auszutragen und abzugeben. Die Frauen, die ich kenne, werden schwanger, wenn sie ein Kind wollen. Wenn sie keines wollen, verhüten sie. Schlimmstenfalls (und auch das kenne ich nur von ganz jungen Mädchen)wird die Pille danach genommen oder eine Abtreibung in den ersten drei Monaten eingeleitet.

    Aus welchen Gründen können manche gesunden Mütter erst eine Schwangerschaft zulassen und sich dann doch für eine Adoption entscheiden?
    LG,
    Dingus
    @Faezezzy Danke für den interessanten Link! Es ist tatsächlich sehr lehrreich zu erfahren, um wie viel weniger einer für „den gleichen LM-Service“ bezahlen muss, wenn man nicht in die USA sondern nach der Ukraine geht.

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  9. Junge Mütter, die eben NICHT die Pille danach nehmen. Frauen, die, aus welchen Gründen auch immer, ungewollt schwanger werden, nicht in einer stabilen Beziehung sind. Frauen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Finanzielle Nöte. Und ich könnte mehr erzählen, aber die Geschichte unseres Krümels z.B. ist zu komplex und intim um hier breitgetreten zu werden. Du wärst allerdings überrascht, glaub' mir. 
    Ich bin der Meinung: nicht alle Gründe die zu einer Adoption führen machen ein Kind krank oder behindert, da sollte man nicht pauschalisieren. Damit drückst Du Adoptivkindern, die Dir im Alltag begegnen, einfach einen gemeinen Stempel auf. 
    Auch ich habe das übrigens aus einem Seminar, dem unserer Adoptionsstelle nämlich. (Ich will damit ja nicht sagen dass es die von dir beschriebenen Fälle nicht gibt. Ich widerspreche nur deutlich der Ansicht dass es sich hierbei um die Regel handelt, dazu sind die einzelnen Fälle einfach viel zu individuell.) 
    Und ich muss auch meiner Vorrednerin zustimmen was die Altersgrenzen angeht. Die von dir genannten Zahlen sind theoretische Vorgaben, in der Praxis sieht es meiner Erfahrung nach durchaus auch mal anders aus.
    Aber woher wisst Ihr denn, dass die Leihmutter in einem fremden Land, dessen Sprache ihr nicht sprecht nicht psychisch krank ist, Drogen nimmt, Alkohol trinkt, mal in Haft war oder während der SSW in Haft kommt ? 

    Denn auch in der Ukraine sind es nicht die gesunden, jungen, intelligenten, studierten und vermögenden Frauen, die ihren Bauch (der ihnen dann ja auch nicht mehr gehört) für Geld verkaufen..... Was da nicht in diesem Video http://www.leihmutter-schaft.de/elterngluck-durch-leihmutterschaft/erzählt wird…

    Die Zahlen 40 Jahre und 45 Jahre sind Richtwerte, die nicht von jedem Jugendamt mehr so streng gesehen werden. 
    Viele Jugendämter gehen inzwischen auch von einem Mittelwert des Alters beider Elternteile aus. 

    Was allerdings richtig ist, ist, dass lebensbedrohliche oder lebensverkürzende Krankheiten ein NO Go sind. Und so hart und bitter das für den Einzelnen ist, den es trifft (in diesem Fall, für Dich und Deinen Mann, Josepha), so richtig ist es dennoch. Die Jugendämter haben keine Verantwortung für Kinderwunschpaare sondern eine Verantwortung für Kinder. 

    Ach so, nach der Geburt durch die Leihmutter bricht natürlich nicht nur die Bindung der Leihmutter zum Kind ab sondern auch die Bindung des Kindes zu seiner Mutter. Die erste Bindung eines Menschen entsteht schon in der Schwangerschaft. Das ist natürlich ein Schicksal, dass Leihmütterkinder dann mit Pflege- und Adoptivkindern teilen. 

    Viele Grüße,
    Bonnie
     

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  10. Hallo Kefas,
    ich habe gerade deine Meinung zu meinem Beitrag gelesen und habe mich entschieden einiges nicht unkommentiert zu lassen. Zu dem Kommentar "Mein Bauch gehört mir ". Niemand streitet das ab . Nur wenn arme Frauen (meistens ist es so )sich entscheiden Leihmutter zu werden tun sie das nicht um einem reichen Paar zur Erfüllung ihres Kinderwunsches zu verhelfen sondern um ihre Familie zu ernähren oder den eigenen Kindern eine gute Ausbildung zukommen zu lassen . Einige Infos zu diesem Markt: http://de.newseurope.info/?p=41422 . Und auch mein eigenes Beispiel: Ich selbst habe ein Patenkind in Brasilien und unterstütze eine Organisation die es mir ermöglicht mich selbst von der Seriosität zu überzeugen . Ich war schon in Brasilien und habe dort Familien in Favelas (Elendsviertel) besucht. Diese Menschen sprühten soviel Wärme aus und ich weiß gerade die Frauen würden sehr viel dafür tun, dass es ihrer Familie gut geht. Sie finanziell ohne Gegenleistungen zu unterstützen wäre sinnvoller. Sehr viele Leihmütter werden aus der Ukraine in Anspruch genommen und dort ist die Armut auch sehr groß. Ich glaube diese Tatsachen stehen im Wiederspruch zu diesem Satz.
    Die meisten Agenturen legen einen Paketpreis für die Leihmutterschaft fest in dem alle Leistungen ( inkl. mehrerer künstlicher Befruchtungen ) enthalten sind und die zukünftigen Eltern sind dann meistens abgesichert, das sie nicht mehr zahlen müssen. Das Leid hinter den Kulissen interessiert diese dann nicht mehr. Das Geschäft muss laufen und die Konkurrenz ist groß. Die Leidtragenden sind auch die Frauen. Laut Vertrag werden sie gezwungen das Kind abzutreiben ( auch noch bei fortgeschrittener Schwangerschaft) wenn bei dem Kind eine Behinderung festgestellt wird. Entscheiden sie sich dagegen sind sie für dieses Kind ( was nicht einmal ihr eigenes ist ) verantwortlich. Für die biologischen Eltern ist das meistens kein Problem, denn für sie ist das Kind erst real wenn es auf der Welt ist . Erst dann bauen sie einen Kontakt zu dem Kind auf und wissen es ist alles perfekt . Mein großer Sohn ist wegen meiner Schwangerschaftsvergiftung fast neun Wochen zu früh geholt worden und musste auch mehrere Tage beatmet werden. Er hat wie ich auch in Lebensgefahr geschwebt. Als ich ihn das erste Mal nach 4 Tagen sehen durfte war ich geschockt und ich habe nur gebetet , dass er überlebt und ihm gesagt dass wir ihn so lieben wie er ist egal ob durch die Frühgeburt Schäden zurückbleiben. Durch die Frühgeburt hat er keine Schäden davongetragen aber er hat eine Stoffwechselerkrankung (keine geistige Behinderung). Wir haben gelernt damit zu leben und sind dankbar , dass es ihn gibt. Er ist jetzt 8 Jahre alt und seine Medikamente nimmt er selbstständig ein. Ich bin so froh , dass wir eine Fruchtwasseruntersuchung abgelehnt haben , denn das Wissen (ich hätte nicht abgetrieben) dieser Erkrankung hätte meine schon komplizierte Schwangerschaft noch schwerer gemacht.
    Die Agenturen (auch seriöse) wollen Geld verdienen und sie werden nicht sagen, dass es nicht selten ist , das Leihmütter ihr Kind behalten wollen. Ich habe dazu eine Reportage gesehen. In der Ukraine werden die Frauen nach Geburt gezwungen ihr Kind abzugeben wenn es nicht ihr leibliches ist.
    So, ich merke das ich sehr viel geschrieben habe, aber es war mir ein Anliegen dieses zu Schreiben. Es ist meine ehrliche Meinung und ich hoffe, dass dies hier nicht negativ ankommt.
    Ich wünsche Dir alles Gute und sende liebe Grüße,
    Comptone

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