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LM: brauche Tipps

  1. Hallo zusammen, 


    Comptone, du findest meinen Beitrag – bzw. einen Teil davon – diffamierend. Siehst du, mir geht es bei deinem – bzw. ebenfalls einem Teil davon – ebenso. 
    „und noch ein aspekt zum thema adoption: adoptivkinder haben per se schon einen beziehungsabbruch in ihrem kleinen leben hinter sich. ist es da nicht legitim zu pruefen, ob die gesundheit der adoptierende eltern es rein theoretisch zulaesst, dass diese das kind gemeinsam bis zum erwachsenwerden aktiv begleiten koennen? und ja, natuerlich, autounfaelle, dramatische trennungen, dieses, jenes, kann alles passieren. aber, warum muss man sehenden auges in einen erneuten beziehungsabbruch fuer das kind starten?“
    Ohne uns näher zu kennen, werden wir als „ungeeignete Adoptiveltern“ in eine Schublade gesteckt. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn du – oder ein Mitarbeiter vom JA – sich anmaßt zu beurteilen oder auch nur in Frage zu stellen, ob mein Mann unser gemeinsames Kind bis zum Erwachsenenalter begleiten können wird. Woher nehmt ihr euch das Recht, hier Wahrscheinlichkeiten abzuleiten??? DAS trauen sich noch nicht einmal die Fachärzte meines Mannes zu: Eine Prognose über seine Gesundheit und Lebensdauer für die nächsten 18 Jahre aufzustellen! Und das nicht, weil er gerade akut schwer krank ist, sondern weil einfach niemand in die Zukunft schauen kann. Er ist gesund, gilt nach 5-jähriger Krebsfreiheit als geheilt. Ob er es bleiben wird... who knows? Weiß aber bei dir und mir auch niemand. Glückwunsch, auf den JÄ´s scheinen lauter Hellseher zu sitzen! *Ironie off* 

    Ich nenne eine solche Vor-Verurteilung seitens der JA-Mitarbeiter Diskriminierung! Und – pardon – das kommt meiner Meinung nach bei den JA´s gar nicht soooo selten vor. Gerade in Bezug auf Leihmutterschaft in der Ukraine habe ich einige Menschen kennen gelernt, die auf Jugendämtern ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie wir. Zu alt, zu krank, homosexuell (ist ja erst seit Kurzem geändert und man darf gespannt sein, wie viele dieser Paare dann auch tatsächlich ein Kind bekommen…), alleinstehend, zu hoch verschuldet etc. Wenn sich diese Paare dann selbst nicht zu ihrem Wunschkind verhelfen können, greifen sie – wenn der Wunsch eben sehr drängend ist – auf eine Leihmutter zurück. Eines solltest du noch wissen: I.d.R. ist der Gang zur Leihmutter nicht die erste Wahl. Für Menschen, die diesen m.M.n. schwierigsten aller Kinderwunschwege auf sich nehmen, ist dieser Schritt die aller-allerletzte Hoffnung auf ein Kind. Oft nach einer ebenso schlechten JA-Erfahrung wie der unseren (und zahllosen Jahren erfolglosen KiWu-Behandlungen davor). 

    Kefas

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  2. @ Faezezzy und Jikia: Ich danke euch. Es tut wirklich gut, verstanden zu werden und nicht gleich verurteilt, weil wir eine Leihmutterschaft aus der Ukraine in Erwägung zogen.

    Nochmal zur Leihmutter: Es werden nur Frauen für dieses Programm zugelassen, die mindestens ein Kind nach gesunder, unauffälliger Schwangerschaft geboren haben. Am liebsten ist es den Agenturen, wenn die Leihmütter angeben, dass sie sich ihren eigenen Kinderwunsch erfüllt und ihre Familienplanung beendet haben. Die Leihmütter müssen sich psychologisch begutachten lassen, das ist eine Voraussetzung, um ins Programm genommen zu werden. Es wird in den meisten Fällen vermieden, die Eizellen der Leihmutter zu verwenden. Ich persönlich muss sagen, ich kann mir nicht vorstellen, eine Leihmutter zu sein. Ich merke jetzt in der Schwangerschaft selbst, wie stark die Bindung zum Baby jetzt bereits ist (und kann nur erahnen, wie stark sie noch werden wird). Ich könnte dieses Kind, das ich unterm Herzen trage, einfach nicht nach der Geburt weggeben.

    Die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ liegt auf der Hand: Es ist der Kinderwunsch, der uns treibt. Und der ist nur teilweise rational erfass- und begründbar. Und wenn man auf dem „Kinderwunschweg“ an der letzten Weggabelung ankommt, die da lautet: Leihmutterschaft oder Abschied vom Wunschkind, dann gibt es Menschen, die gehen den Weg der Leihmutterschaft. Warum? Weil der Kinderwunsch groß und die medizinischen Möglichkeiten vorhanden sind.

    Scheint es durchaus zu geben bzw. gegeben zu haben, wenn man in dem einen oder anderen Adoptiv-Forum mitliest, in dem auch Mütter schreiben, die ihre Kinder zur Adoption freigaben. Ich hab mal – als das Thema bei uns aktuell war – in einem solchen Forum mitgelesen:

    http://www.adoption-forum.de/f13t2790-e ... statt.html

    Mal so als Beispiel, in diesem Forum finden sich solche Anklagen der Herkunftsmütter aber öfter…

    Von Auslandsadoptionen mal gar nicht zu reden, wo immer wieder Fälle publik werden, dass Kinder ihren Eltern gestohlen und dann zur Adoption ins Ausland vermittelt wurden oder dass Eltern sie ganz bewusst verkauften (Kinderhandel):

    http://www.adoption-forum.de/f70-kinder ... 3ff4894d48

    Ich will hier nicht die Adoption per se schlecht reden. Aber es ist auf diesem Sektor auch nicht alles Gold, was glänzt… Das sollte man vielleicht bei der Diskussion um die ethisch-moralische Dimension der Leihmutterschaft und der scheinbar „sauberen“ Alternative der (Auslands-)Adoption auch nicht ganz aus den Augen verlieren…


    Um übrigens nochmal auf unser Alter zurückzukommen: Mein Mann war zum Zeitpunkt des JA-Gesprächs 46 Jahre alt, ich 33.


    Viele Grüße,
    Kefas

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  3. hallo du,
    ich wollte dir sagen, dass es schade ist, dass du dich so angegriffen fuehlst, dann ist das eben so. ich habe versucht, ganz sachlich zu erklaeren, wie es beim thema adoption normalerweise aussieht. du willst das so nicht nachvollziehen und akzeptieren, sei es drum. ich bin hier raus aus der diskussion, wuensche euch alles gute.
    allerdings ist es mein gutes recht bei leihmutterschaft eine sowas von verminte grenze zu ziehen, denn nichts anderes ist mit meinem persoenlichen werteempfinden vereinbar. und was die biotexer angeht, tja die haben bald überhaupt keine altersgrenzen mehr: http://de.newseurope.info/?p=41741
    und nur noch ein punkt: es gibt kein verbrieftes recht auf ein gesundes kind, nicht fuer elibliche eltern, nicht fuer adoptiveltern und auch nicht fuer eltern, deren kinder bei einer leihmutter herangewachsen sind. alles andere waere gruselig in meinen augen. praenatale diagnostik ist das eine. aber was ist, wenn waehrend der geburt etwas passiert?
    nein, schluss jetzt fuer mich hier, die meinungen sind zu vorgefasst und vor allem einfach nicht fundiert genug begruendet.
    vg,
    dingus

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  4. Hi Comptone! 

    Vielen Dank dir für deine sehr ausführliche Antwort!

    Du beziehst dich in deinem Beitrag ausschließlich auf die kommerzielle Leihmutterschaft. Überhaupt geht dieser Thread jetzt nur in diese Richtung, aber gut. Nur nochmal vollständigkeitshalber: Es gibt auch nichtkommerzielle Leihmutterschaft, bei der sich Frauen, die sich emotional sehr nahestehen, ohne Einbeziehung irgendwelcher Agenturen helfen. Oder eben so etwas: http://de.newseurope.info/?p=51455  

    „Mein Bauch gehört mir“: 

    Ist das wirklich so? Wenn eine Schwester einer anderen ihre Eizellen spenden will, müssen beide dafür ins Ausland gehen. Bei Embryonenspende ist das natürlich genauso. Abtreibungen sind ohne „Grund“ bis zur 12. Woche erlaubt. Danach nicht mehr. Für Spätabtreibungen (sofern keine Behinderung des Kindes bzw. gesundheitl. Gefährdung der Mutter vorliegt) geht´s dann auch wieder ins Ausland. Das Geschlecht des Kindes darf erst nach Ablauf der 12 Wochen vom FA preisgegeben werden, selbst wenn der Gyn es vorher bereits identifiziert hat usw. 

    Zu den Agenturen, den Paketpreisen und dem „Leid hinter den Kulissen“: 

    Es ist – so wurde mir gesagt – auch den Agenturen und Kliniken daran gelegen, möglichst schnell zum Erfolg zu kommen. Keiner hat etwas davon, wenn Transfer um Transfer durchgeführt wird, bei den „Paketpreisen“ schon mal gar nicht. Wenn die Ärzte zig mal punktieren, befruchten, transferieren müssen, entstehen ihnen dadurch natürlich auch jedes mal Kosten. 
    Dass eine Kinderwunschbehandlung kein Spaziergang ist, ist, denke ich, uns allen hier klar. Nur kann ich es auch keiner Frau verdenken, die AUCH ihr eigenes Leid sieht: oft zig Jahre erfolglose Behandlungen, viele Stimulationen, Punktionen, Transfers ohne Erfolg usw. Da setzen dann die Wunscheltern irgendwann ihr eigenes, jahrelanges Leid in Relation zu dem Leid der Leihmutter. Und kommen vielleicht zu dem Entschluss, dass eine junge, gesunde Frau, der ggf. auch noch junge, gesunde Eizellen transferiert werden, erwartungsgemäß einen kürzeren Leidensweg haben wird als man selbst, wenn man weiterhin regelkonform nach dt. Gesetzeslage ICSI nach ICSI durchführen lässt. 
    Aus diesen Missständen muss man lernen und sie zukünftig abstellen. Durch Gesetze, okay. Aber deshalb ist die Sache an sich nicht gleich pauschal schlecht. Und deshalb leiden auch nicht pauschal alle Involvierten. Und Bevormundungen seitens des Staates z.B. dahingehend, dass einer Frau verboten wird, ihre Eizellen zu spenden oder einer anderen Frau – sei sie nun eine Verwandte oder die beste Freundin oder keins von beidem – ein Kind auszutragen, werden zu recht von Betroffenen umgangen. 
    Viele Grüße & einen schönen Tag dir,
    Kefas

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  5. Hallo Kefas,
    ne Frage: wart ihr nur einmal bei einem einzigen JA-Mitarbeiter? Bei unserem Erstgespräch dachte ich auch, oh Gott, mit dieser Person kommen wir nie und nimmer klar. Aber mit unserer letztendlichen SB war es ganz anders. Gab es bei diesem JA keinen anderen Mitarbeiter? Normaler Weise werden Entscheidungen nie von einem Mitarbeiter allein getroffen, es werden immer all hinzu gezogen! 
    Außerdem gibt es einen Rechtsanspruch auf Eignungsprüfung. Du hast das Recht, dass ein SB zu dir nach Hause kommt, deinen Antrag liest, dich auf Herz und Nieren prüft und ausfragt und einen Sozialbericht schreibt. Wenn dieser vorliegt und das JA ist immer noch nicht überzeugt, dass das Alter bei euch keine Rolle spielt, kannst du dich bei anderen JA bewerben. Und wie schon oft hier gesagt wurde, es gibt viele JA, bei denen gerade das Alter nicht mehr so kritisch gesehen wird. Was die Krankheiten angeht, gilt dasselbe: Auch in unserem Kurs war ein Paar mit Krebs beim Mann und sie wurden ganz selbstverständlich anerkannt, weil er als geheilt gilt. Das hängt übrigens davon ab, was auf dem Gesundheitsgutachten steht, das man vorlegen muss, nicht vom Gefühl eines Sachbearbeiters! Mein Mann hat auch Diabetes, das war nie ein Thema, weil er eben sehr gut eingestellt ist und die Ärztin das bestätigt hat. Im Gegenteil, für ein chronisch krankes Kind wären wir wahrscheinlich besonders geeignet, da wir uns da besser auskennen als gesunde Paare. 
    Aus dem, was du schreibst, kommt es einem einfach so vor, als hättet ihr euch mal oberflächlich mit Adoption beschäftigt und dann aufgegeben. Habt ihr eine Anfrage an die ukrainische Kiwu-Klinik bezüglich Leihmutterschaft vor oder nach euren JA-Erfahrungen gemacht? Wo seid ihr letztendlich gelandet? Was ich sagen wollte: Man muss da aber auch kämpfen und sich durchsetzen! 
    Ich verstehe absolut, dass ihr total frustriert wart von der Aussage dieses SB. Aber ich verstehe nicht, warum die Adoption als Solches und alle Sachbearbeiter deswegen schlecht machst und über einen Kamm scherst. Mir drängt sich ehrlich gesagt der Eindruck auf, dass ihr nicht wirklich adoptieren wolltet, siehe meine Beschreibung der Möglichkeiten oben. Das ist nicht schlimm, nicht für jeden ist Adoption etwas, aber deswegen muss man ja nicht gleich alles schlecht reden. Heutzutage wird mit Adoption in Deutschland sehr verantwortungsvoll umgegangen.
    LG,
    MarieCh

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  6. Hallo zusammen! Wieder ich.
    „Die Frauen müssen ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen und werden sämtlichen medizinischen Tests unterzogen, denen auch hierzulande ein KiWu-Paar unterzogen wird (u.a. auch Tests auf Infektionskrankheiten, Blutbild -> wo man Veränderungen durch Alkohol- oder Drogenkonsum sehen könnte etc.).“
    Und darauf willst Du Dich verlassen, in einem Land, in dem Menschenrecht und Pressefreiheit verletzt werden und Korruption an der Tagesordnung ist ? Wo im Moment Krieg herrscht und das Land nicht nur von Wirtschaftskrisen sondern auch von Aids geplagt wird? Kefas, wach auf.
    „Während der Schwangerschaft bestehen manche Zentren sogar darauf, dass die Leihmutter diese – oder zumindest einen Teil dieser Zeit – in der Klinik verbringt, um für das Kind beste Bedingungen zu schaffen. Auf gesunde Ernährung und moderate Bewegung wird geachtet und das Wunschelternpaar kann die Leihmutter besuchen (bei ihr zu Hause, wie auch in der Klinik, je nachdem, wo sie ihre Schwangerschaft verbringt).“
    Die Leimutter als Laborratte......ich könnte gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

    Mit einem hast Du allerdings recht. der JA-Mitarbeiter kann nicht hellsehen. Er weiß nicht, wie sich der Gesundheitszustand Deines Mannes in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird. Wüsste er, dass alles wunderbar wird, könnte er Euch ein Kind vermitteln. Er weiß es aber nicht. Deshalb kann er Euch kein Kind vermitteln. Und er hat nun mal eine andere Perspektive als die Ärzte in der Kinderwunschklinik oder die Onkologen oder Diabetologen oder andere Fachärzte. Die sehen Euch. Er sieht das Kind.

    Viele Grüße,
    Bfayer

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  7. Hallo ihr!
    Nachdem ich meine Meinung geäußert habe, wollte ich mich hier eigentlich raushalten, aber

    Kefas, dieses Forum, auf das du dich beziehst - hast du das gelesen?
    Grad diese gezwungen Fälle, die du so verallgemeinerst - das sind Fälle, die idR 20 , 30, 40 Jahre und mehr zurückliegen.
    Heute ist das in Deutschland nicht mehr so, dass die Eltern ihre minderjährige Tochter zur Freigabe zwingen können, heut gibt's MuKi-Heime, Amtsvormünder etc.


    Jeder hat seine Meinung, ein absoluter Adoptionsgegner wird niemals Befürworter werden, gleiches gilt aber für alle Wege des Kinderwunsches
    Man sollte sich nur informieren, und das nicht nur aus Skandalblättern wie der Zeitung mit den großen Buchstaben oder den bunten Privatsendern, in denen nur Horrorstories stehen. Was die Video von deiner ukrainischen Kiwu-Klinik angeht… ja, es ist schließlich nur Werbung. Man muss natürlich selber nach der Ukraine fahren, um dort alles zu erkunden. Spekulieren oder schimpfen hilft ja nicht.

    Ich schätze in solchen Diskussionen Kefas sachliche Beiträge, manch einer muss über diese vielleicht einmal schlafen, aber als "Ironie an" selbst total verkorkstes, schwerkrankes, aus dem alkoholisierten Drogensumpf kommendes "Ironie aus" Lebewesen kann ich sagen, dass mir diese Verallgemeinerungen, egal welcher Art so dermaßen auf den Senkel gehen.
    Alle, die so denken, würden sich wundern, wie viele total normale Adoptierte jeder Altersklasse sie kennen, von denen sie es nur nicht wissen.
    LG,
    Faezezzy

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  8. Hallo Dingus,
    „ich wollte dir sagen, dass es schade ist, dass du dich so angegriffen fuehlst, dann ist das eben so. ich habe versucht, ganz sachlich zu erklaeren, wie es beim thema adoption normalerweise aussieht. du willst das so nicht nachvollziehen und akzeptieren, sei es drum. ich bin hier raus aus der diskussion, wuensche euch alles gute.“
    Danke, das wünsche ich dir auch.
    Und nein, weder kann ich die Sicht des JA-Mitarbeiters nachvollziehen, noch akzeptieren. Denn dann müsste ich für mich, für uns, zu dem Schluss kommen, dass wir uns nicht zur Elternschaft eignen, mein Mann mit einem Fuß im Grab steht und unser Kind „sehenden Auges“ – wie du so schön sagtest – zu einem Halbwaisen werden wird. Das sehe ich einfach anders und schätze unsere Situation anders ein, deshalb habe ich mich entschieden, mit diesem meinem Mann eine Familie zu gründen. Und wenn es nötig wird, werden wir den LeihmutterscaftsWeg dafür gehen. Und ja, wir waren in der Ukraine, daher weiß ich, wovon ich spreche.
    Ich habe meine persönliche Meinung zur Pränatalen Diagnostik doch gar nicht geäußert!?!?
    Wenn dich dieses Thema so sehr beschäftigt, kann ich dir nur raten, das in einem dafür geeigneten Forum zu diskutieren. Denn dort diskutieren die Frauen recht intensiv bzgl. Pränataler Diagnostik und den evtl. Konsequenzen aus verdächtigen Befunden. Dort wirst du ganz sicher mehrere Menschen mit deinem Anliegen erreichen als hier in einer Leihmutterschaftsdiskussion (die irgendwie zur Diskussion rund um Adoption mutiert ist, oder ist das jetzt Zufall, dass sich lauter Ado-Eltern und –Bewerber hier tummeln?
    Viele Grüße,
    Kefas

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  9. Hallo MarieCh,

    ja, wir waren nur ein einziges Mal bei diesem einen Sachbearbeiter.

    Es lief folgendermaßen:
    Wir riefen beim JA an, das für unseren Kreis zuständig ist, weil wir einen Informationstermin vereinbaren wollten. Die Sachbearbeiter haben sich die Gemeinden des Kreises unter sich aufgeteilt, wir kamen also zu diesem einen, der für unsere Gemeinde zuständig ist. Wir kannten ihn nicht, wir kannten überhaupt niemanden vom JA, da dies unser Erstkontakt war. Das Gespräch führten wir auch nur mit diesem einen Sachbearbeiter, ein anderer war nicht dabei. Zunächst redete nur er, erzählte uns sehr viel über Adoption bzw. über den Prozess, der der Adoption vorangeht. Fragen – so sagte er – könnten wir dann später stellen.
    Also recherchierten wir nun in Richtung Leihmutterschaft, mailten mit Agenturen, skypten, fuhren und flogen ins osteuropäische Ausland, nämlich nach Kiew. Weihten meine Familie ein, die bestürzt über unsere Probleme war und uns dann sofort ihre Unterstützung zusagte. Auch meine Familienmitglieder (v.a. die etwa gleichaltrigen) begannen in Tschechien zu recherchieren, wo KiWu-Ärzte offen über dieses Thema reden und Empfehlungen für Kliniken und Agenturen aussprechen dürfen. Immer wieder stießen wir auf Aussagen von KiWu-Ärzten, die da lauteten, dass eine Leihmutter in unserem Fall nicht von Nöten sei, denn ich wäre gesund und in der Lage, selbst schwanger zu werden und ein Kind auszutragen. Das konnte ich mittlerweile nicht mehr glauben, trotzdem fuhren wir mit unseren Heterologen Inseminationen fort, während wir parallel dazu schon den anderen Weg vorbereiteten. Naja, und dann, als wir bereits die Dateien erhalten und uns eine Leihmutter ausgesucht hatten, wurde ich doch schwanger! Die 14. Insemination brachte uns schließlich ans Ziel.
    Ich bin trotz unserer enttäuschenden Erfahrung keine Adoptionsgegnerin und möchte die Adoption auch nicht schlecht machen. Aber Missstände gibt es auch im Bereich der Adoption, seien es nun Missstände im Umgang mit Bewerbern oder Missstände beim Adoptionsprozess an sich. Das müssen sich Adoptionsbefürworter nun mal auch gefallen lassen. Missstände – egal auf welchem Sektor – müssen abgestellt werden. Die Sache an sich muss deswegen aber nicht schlecht oder falsch sein. Sie muss nur besser reglementiert und kontrolliert werden.
    Viele Grüße,
    Kefas

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  10. Hallo zusammen!
    Ich wollte nur sagen, wie erschreckend ich es zu lesen finde, wie hier der angeblich richtige Weg aufgezeigt wird. Gehts noch? Mal ganz ehrlich, fast jeder hat hier einen langen Kinderwunschweg hinter sich. Auch bei uns war es nicht so toll, aber ich habe jetzt meinen kleinen Sonnenschein.
    Wir waren auch beim Jugendamt und haben uns informiert. Das haben wir dann nach reiflichen Überlegungen nicht für unseren Weg gesehen.
    Ich hatte das Glück, dass ich dann doch noch ein Krümelchen austragen konnte.

    Jetzt aber mal ganz ehrlich, viele Paare entscheiden sich doch nicht aus Jux und Dollerei für eine Leihmutterschaft. Es sind erhebliche Kosten, die damit verbunden sind und ich würde nie im Leben auf die Idee kommen, das als falschen Weg zu sehen. Nur für jede von euch zur Info: http://de.newseurope.info/?p=41451.
    Sie haben sich als Paar dafür entschieden und damit ist es ihre Entscheidung und ihr Weg. Es wäre ja das gleiche, wenn man sagt, Gott hat entschieden, dass ihr keine Kinder bekommt und damit dürft ihr keine künstliche Befruchtung usw. machen. Für uns wäre der Weg der Leihmutterschaft nicht infrage gekommen, aber diejenigen, die diesen Weg gehen, sollte man unter keinen Umständen verurteilen. Es hat alles sein für und wider. Manchmal muss ich echt sagen, ein wenig mehr Toleranz für andere Wege, würde allen sehr gut tun.

    LG,
    Bonnie

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