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Mitochondrien-Spende

  1. Liebe Mega_Simone,

    Mir bzw. meinem Mann und mir ging es ähnlich wie Euch, wir hätten uns ein Leben mit oder ohne Kind gleichermaßen gut vorstellen können. Bei mir hat es klick gemacht, als ich erfahren habe, dass mein Mann unfruchtbar ist. Wenn ICH mich gegen ein Kind entschieden hätte, wäre das für mich ok gewesen, aber eine Tatsache hinzunehmen, ohne wenigstens versuchen, sie zu ändern? NIE! Wir haben dann die ganze diagnostische Schiene gefahren und sind förmlich überrollt worden. Als alles geklärt war, Spermien für eine ICSI auf Eis lagen, die Krankenkasse ihre Zusage geschickt hatte, da habe ich plötzlich nicht mehr sicher gewusst, ob ich das alles wirklich will. Und dann haben wir bewusst eine Auszeit genommen, haben Urlaub gemacht und das Thema ruhen lassen. Während der folgenden Monate wurde mir klar, dass ich es zumindest probieren wollte, wenigstens einmal, und sei es nur, um später nicht zu bereuen, dass ich nicht aktiv geworden bin.
    Im Prinzip seid Ihr mit dem Thema nicht durch, denn Ihr habt es die vergangenen 5 Jahre zumindest drauf ankommen lassen. Ob Ihr nun den Weg der KB geht oder nicht - Ihr habt gute Grundvoraussetzungen. Ihr habt ein Leben jenseits des KiWus, habt Euch und denkt ähnlich. Ihr könnt es also riskieren. Oder Ihr könnt es lassen. Aber ich weiß, wie es ist, auch wenn eine Behandlung nicht immer einfach ist und ein evtl. Misserfolg wehtut: Wenn man sich sagen kann "ich habe alles versucht und der Rest lag nicht in meiner Hand", schläft es sich u.U. ruhiger.
    Ich wünsche Euch - so oder so- alles Gute und denke, Ihr werdet Euren individuellen Weg finden. Ohne Druck!
    LG,
    Bfayer

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  2. Ich kann dich auch sehr gut verstehen!
    Mein Mann und ich versuchen auch schon seit 4 Jahre schwanger zu werden...in den letzten 2 Jahren aber eher nicht mehr versucht, vielmehr haben wir es nicht mehr beachtet frei nach dem Motto „wenn es passiert ist, gut und wenn nicht, dann nicht!“
    In den letzten Monaten habe ich dann gemerkt, dass ich das klären muss, ob ich will oder nicht!
    Denn auch ich verspüre keinerlei Gefühle, wenn ich ein Baby sehe...es lässt mich irgendwie kalt…wobei ich Kinder schon mag, aber keine Muttergefühle habe! Ich bin 36 und werde demnächst 37 und auch ich habe das Gefühl, ich sollte vielleicht… Aber durch viele Gespräche auch mit Müttern und Frauen, die sich dagegen entschieden haben, bin ich meiner Antwort näher. Nämlich der, dass ich keine Kinder möchte!
    Mir hat geholfen, dass ich mir Fragen gestellt habe, warum ich Kinder möchte!
    Aus der Angst im Alter einsam zu sein? Davor schützen auch Kinder nicht, davor schützt nur das Interesse an der Umwelt, Aktivität und Offenheit fremden Menschen gegenüber und einen intakten Freundeskreis.
    Man möchte das Gefühl haben seine Lebensweisheiten weiterzugeben...Gene weiterzugeben....ja o.k......ABER das reicht für einen Kinderwunsch nicht aus- zumindest nicht bei mir!
    Man möchte eine Aufgabe im Leben! Hm....die habe ich in vielen anderen Bereichen auch und muss nichts mit Kindern zu tun haben. Schließlich kann man nicht erwarten dass Kinder immer für einen da sind! Dafür bekommt man keine Kinder und wer weiß vielleicht ziehen sie später nach Australien...und weg sind sie...was ja auch in Ordnung ist..ist ja ihr Leben. .
    Hast du dich schon entschieden?
    Auf jeden Fall viel Glück dir!
    Vielen Dank für die Infos über die Mitochondrien-Spende: das alles klingt sehr ineteressant.
    LG,
    Jikia

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  3. Hallo Mega_Simone,

    ich weiß, dass es ein schwacher Trost, aber meine Lage ist viel schwerer als deine, denn mein Mann hat heute für uns beschlossen, dass wir den Geschwisterwunsch aufgeben. Einfach so.
    Vorangegangen sind 5 ICSIS sowie 4 Kryos, jetzt aktuell noch 4 Versuche GVNP. Die Krankenkasse würde nur noch eine ICSI bezuschussen, wozu mein Mann nun sagte, das käme "überhaupt nicht in Frage".

    Seit der vorletzten negativen ICSI vor ca. einem Jahr, wo er auch schon einmal sagte, jetzt sei Schluss, habe ich alleine geweint. Bin früher von der Arbeit gefahren und hab mir Zeit genommen, um traurig zu sein. Wollte ihn nicht belasten und hatte auch keine Lust darauf, dass er, statt mich einfach nur inden Arm zu nehmen und vielleicht zu sagen, dass wir ja auch mit unserem Sohn zusammen glücklich werden können, einfach nur seinerseits rumbockt und sauer wird. Lapidar wieder sagt: ist ja alles nicht so schlimm. Hör auf zu heulen. Thema abgehakt.

    Natürlich weiß ich, dass man nicht ewig versuchen kann. Probieren jetzt schon gute drei Jahre. Aber aufgrund dieses etwas abrupten Endes komme ich gerade überhaupt nicht klar. Versuche ich, ihm zu sagen, wie wichtig mir der KiWu ist, erzählt er mir 10 Sachen, die mir wichtiger zu sein haben. Sage ich, für mich sei das momentan halt momentan sehr wichtig, blockt er ab. Selbst traurig war er glaube ich nur beim allerersten Versuch, danach war jedes Negativ nur noch Routine und "ja nicht so schlimm".

    Wie kann ich es schaffen, mein Herz vom Abschied zu überzeugen? Was habt ihr gemacht, oder macht ihr? Einfach warten, dass es vorbei geht? Dass dieser Schmerz aufhört? Einfach so versuchen ist leider keine Option, da ich ohne Medikamente keinen eigenen Zyklus habe und eben jene nun nicht mehr von der KK gezahlt werden.

    Danke fürs Zuhören und vielen Dank für die Infos über die Mitochondrien-Spende auch von mir: das kann etwas für sein.
    LG,
    Bonnie
     

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  4. Hallo liebe Mega_Simone,

    Es tut mir leid, dass du so traurig bist. Aber verstehen kann ich dich sehr gut. Es ist verdammt schmerzlich...

    Ich schreibe mal meine Gedanken zu deinem Anliegen auf. Vorher hole ich etwas aus und erzähle, wie es bei uns ist/war.
    Wir befinden uns aktuell auch im Abschiedsprozess. Nur bin ich diejenige, die eher diesen Prozess eingeleitet hat.
    Bei unserem Sohn hat es damals recht schnell geklappt. Für das zweite Kind wurde es für uns zu einer großen Tragödie. 4 Schwangerschaft und keine davon hielt. Mit jedem fehlgeschlagenen Versuch ließ meine Kraft und Hoffnung nach und ich nahm immer etwas mehr Abschied.
    Mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich ganz klar sehe und weiß, dass wir zu dritt leben werden.
    Mein Mann muss sich dem fügen, so leid es mir tut.
    Aber wir haben eines GEMEINSAM vorher beschlossen, und zwar wie weit wir gehen werden. Wann für uns Schluss ist. Und auch wenn er noch weitergemacht hätte, war klar, wann wir (in etwa) aufhören. Diese Vereinbarung war für den Abschied sehr wichtig.
    Habt ihr nie darüber gesprochen, wann ihr aufhört? Es ist immer schwierig, wenn man da nicht an einem Strang zieht.

    LG,
    Faezezzy

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  5. Hallo Mega_Simone,
    Wir haben zwar keine KiWu-Behandlung hinter uns, aber auch wir leiden unter der Tatsache, kein zweites Kind bekommen zu können. Ich bin auf der Suche nach "Gleichgesinnten", um mich mit ihnen darüber auszutauschen, wie man es als Paar schafft, sich zu dritt vollständig zu fühlen und das Leben mit einem Wunschkind voll zu genießen. Ich habe Sorge zu viel von der Entwicklung unserer wunderbaren Tochter zu verpassen, weil die Gedanken immer wieder um den unerfüllten Wunsch nach dem zweiten Kind kreisen. Darf ich fragen welche Art von Hilfe du in Anspruch nimmst?
    Ich habe auch ein wahnsinnig schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber, weil ich viel zu oft traurig bin. Obwohl ich ihn unglaublich liebe.

    Wenn jemand also ein "Rezept" hat....?

    LG,
    Dingus

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  6. "Rezept" ganz bestimmt nicht, aber die die Mitochondrien-Spende kann ganz bestimmt eine Lösung für viele ungewollt kinderlose Paare sein. Meine Situation ist auch ein bisschen anders (zweimal problemlos spontan schwanger geworden, einmal FG, einmal ein wunderbarer, gesunder Sohn), und ich weiß, dass ich aus medizinischen Gründen allerhöchstwahrscheinlich nicht mehr schwanger werden kann. Habe also seit der Geburt meines Sohnes nicht mehr verhütet, aber auch nie irgendwelche "Maßnahmen" zum Schwangerwerden unternommen.

    Naja, jetzt, wo gerade viele meiner Freundinnen "in die zweite Runde gehen", denke ich mir schon auch oft, "Ohhhh, ich will auch noch mal". Zumal ich mir auch immer eine größere Familie gewünscht habe, z.B., um später mal meine Chance auf viele Enkel in meiner Nähe zu erhöhen. Und natürlich würde ich auch gern nochmal so ein kleines Neugeborenes in meinem Leben willkommen heißen.

    Andererseits halte ich mir dann aber auch immer ganz rational die Vorteile eines Einzelkinds vor Augen:
    Trotz der großartigen Erfahrung der Mutterschaft dennoch mehr Freiraum für mich selbst als unabhängige Person, EIN Kind ab und zu fürs Wochenende bei den Großeltern abzugeben (es gibt leider nur noch ein Oma-Opa-Paar), ist kein Problem, aber wer weiß, wie sie mit zwei oder gar drei kleinen Teufelchen klarkämen, wenn sie selbst älter werden, dann natürlich die finanzielle Seite, usw usw.

    Und ich denke ganz bewusst an Menschen, die nicht das Glück haben, ein gesundes Kind zu haben, sondern deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt, die ein schwerbehindertes Kind haben (nicht, dass sie das nicht auch lieben würden, aber es verändert das Leben ja schon krass, und das, solange man lebt), usw., und ich denke an das Märchen vom Fischer und seiner Frau (die nie zufrieden war mit dem, was sie hatte), und dann höre ich eigentlich auch schon wieder auf, mit meinem "Einzelmama-Status" zu hadern.

    Ach ja, ich bin übrigens selbst als glückliches Einzelkind aufgewachsen, ich hab mir zwar schon manchmal ein Geschwister gewünscht, aber es war nie etwas, unter dem ich gelitten hätte oder so.

    Liebe Grüße und alles Gute euch!
    MarieCh

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  7. Hallo Mädchen!
    Ich habe eure Geschichten gelesen und bin sehr beeindruckt. Leider kann viel schlimmes im Leben passieren, aber man muss immer stark bleiben, das weiß ich schon!
    Manche von euch haben berichtet, dass ihre Männer die Idee, ein zweites Kind zu haben, ablehnen. Das ist sehr traurig, meine ich. Mein Mann hat mich immer unterstützt und ist bereit alles mögliche zu tun, damit ich endlich schwanger werde. Aber es liegt auch daran ob es erstes oder zweites Kind ist. Auf jeden Fall muss man zunächst mit seinem Mann reden und erzählen was man fühlt. Andere Option gibt es nicht. 
    Ich kann mir aber nicht vorstellen, wie ich mich fühlen würde, wenn ich jetzt alle Versuche aufgeben würde. Wenn man weiß, dass es Hoffnung und Chancen gibt, aber muss trotzdem über seinen Kinderwunsch vergessen...:( Ich wollte schon auch mehrmals aufgeben, aber das ist nicht die richtige Lösung. Wenn ihr den Kinderwunsch noch habt, sollt ihr stark bleiben und um euer Glück kämpfen. 
    Das freut mich, dass ihr meine Berichte lest und hoffe, dass sie für euch nützlich sind
    MfG Simone

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  8. Hallo!
    Ich lese eure Geschichte und habe bemerkt, dass fast jede von euch ähnliche Probleme hat. Wenn man schon jahrelang mühevoll seinen Traum erfüllt, kommt irgendwann die Ruhephase, wenn man denkt „Will ich das überhaupt?“ Ich glaube, in solcher Lage ist besser sich bisschen Zeit lassen und sich gut überlegen ob es sich wirklich lohnt. Nach den zahlreichen IVF-Versuchen und jahrelanger Behandlung wird man erschöpft und kommen viele Frauen irgendwann mit dem Gedanken klar, dass sie unfruchtbar sind. Aufgeben ist die Wahl von den meisten.
    Ich kann sagen, dass es einfacher ist über den Kinderwunsch zu vergessen, als weiter zu versuchen. Aber denkt an die Zukunft und stellt ihr vor, wie glücklich ihr mit ihrem Baby wäret!
    LG
    Eure Tina

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