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ü40: loslassen oder nochmal versuchen?

  1. So, ich möchte ich mir meinen Kummer von der Seele schreiben.

    2015 kam nach 4 Jahren Kiwu unser Sohn zur Welt. Wir waren und sind überglücklich, ihn zu haben, haben zu dürfen. Denn er bedeutet, dass wir nicht kinderlos leben müssen. Es war eigentlich immer klar, dass es eine Nummer 2 geben soll. Leider war er ein extrem anstrengendes Kind und so schoben wir die Nummer 2 eben ein bisschen hinaus. Dann kam das Haus und ich habe die Kernsanierung alleine gemanaged, am Anfang war der Kleine gerade einmal 2. Und als das Haus fertig war, war ich schwupps schon 41 (GG schon 45) und wir haben es dann probiert. Hat nicht geklappt. Im Mai haben wir dann gemeinsam beschlossen, es nicht mehr zu probieren.

    Nun muss man dazu sagen, dass die letzten Jahre echt eine enorme Belastung mit sich brachten. Mein Mann arbeitet SEHR viel, so dass ich unter der Woche quasi alleinerziehend bin. Fazit ist, wir fühlen uns oft alt und der Belastung eines Säuglings nicht mehr so gewachsen, weil wir auch in der jetzigen Situation stark am Limit der Kräfte leben. Hinzu kommt, dass ich seit 4 Monaten eine Umschulung Ich habe das Gefühl, im Kreis zu laufen, mal bin ich auf der Einkindseite, mal auf der Zweikindseite und irgendwie kann ich nirgends stehen bleiben. Weil NOCH wäre es ja möglich. Mal überwiegt das eine, mal das andere. Ich brauche aber einen Weg mit Ziel und nicht dieses Hin und Her. ich mag aber auch nicht mehr diese Trauer spüren. Würde gerne arbeiten gehen, sogar sehr gerne wieder, aber aber aber aber aber..... .

    Bin mittlerweile schon ganz angenervt von mir, weil dieses Thema alles überdeckt und mir auch den Blick in andere Richtungen versperrt.

    Warum kann ich nicht loslassen?

    Oder sollen wir es einfach noch einmal versuchen?

    Danke im Voraus, schon allein für´s Lesen dieses nicht gerade kurzen Postings.
    MikiTiki

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  2. Ach MikiTiki,

    eigentlich bin ich die Falsche, die Dir jetzt antwortet, denn:

    Wir hatten keinen "starken Geschwister-Kinderwunsch".

    Ich bin dermaßen dankbar, dass wir überhaupt eine Tochter geschenkt bekommen haben, dass der Wunsch nach Nr. 2 nur unter dem Motto "Wir verhüten nicht. Mal sehen, ob es schnaggelt" lief.

    Und es hat in 8 Jahren nicht geschnaggelt ...

    Ich bin noch nicht so alt, wie Du ...

    Und doch merke ich, dass ich "Baby-Geschrei" nicht mehr so gut ab kann.

    Ich selbst bin im Drei-Mädel-Haus aufgewachsen und finde, dass es gut tut, Schwestern zu haben.

    Nun, wie findest Du heraus, was für Euch der richtige Weg ist?

    Ich weiß es leider auch nicht.

    Wenn ich unverhofft ss werden würde, sag ich mir immer:

    Man wächst mit seinen Aufgaben ...

    Das ginge schon. Im Grunde müsstet Ihr Euch eine Positiv / Negativ - Liste schreiben, um einen Weg einzuschlagen.

    Aber kann man so was beim Thema Kinderwunsch?

    Eigentlich entscheidet da doch eher das Herz, oder?

    Ich wünsche euch die richtige Entscheidung zu treffen!
    LG,
    Comptone

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  3. Tja, das kommt mir sehr bekannt vor, allerdings bin ich noch 2 Jahre älter als du.

    Du weißt ja nicht, ob ein zweites Kind genauso anstrengend ist, du weißt aber auch nicht, ob euer Sohn sich mit Kind Nummer 2 (immerhin dann viel jünger) wirklich so toll verstehen würde. Vieles ist der Phantasie überlassen.

    Wenn du gerne wieder arbeiten gehen würdest, dann mach das doch.
    Entweder tritt der KiWu dann in den Hintergrund, weil's eben noch was anderes gibt als Kinder-Küche-Kirche oder er bleibt, aber dann kann man einen Versuch ja trotzdem nochmal probieren (das eine schließt das andere ja nicht aus?).

    Ansonsten glaube ich auch, eine positiv-negativ-Liste hilft hier gar nicht.

    Bin selber als Einzelkind aufgewachsen und sicher gab es Phasen, wo ich gerne Geschwister gehabt hätte. Aber ich glaube auch, Kinder arrangieren sich leichter mit den Gegebenheiten, einfach weil sie es nicht anders kennen (Freunde haben auch Vorteile, die kann man sich aussuchen).
    Man muss doch nicht alles entscheiden, planen. Finde ich.
    Grade Kinderwunsch ist ja so eine Sache, die man eh nur bedingt beeinflussen kann, nämlich dahingehend, dass man nicht verhütet.
    Soll und will ein Kindlein zu euch kommen, wird es das tun. Und dann wird es auch für Euch richtig sein.

    Kommt keins, ist es eben so richtig.

    Ich finde ganz pragmatisch gedacht, kann man mit dieser Einstellung prima den Druck der Entscheidung rausnehmen.
    LG,
    Darkstone

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  4. Hallo Du Liebe!

    Sonst gibst Du doch die guten Tipps und Denkanstöße!


    Wir sind auch noch ein kleines Stückchen jünger als Ihr und hätten - nach einer ELSS mit anschließender Durchtrennung/Entfernung der EL - auch nur noch durch EZS Chancen auf ein 2. Kind.

    In den letzten Jahren war das auch immer mal wieder Thema- trotz, dass ich keine schönen Erinnerungen an die ersten Lebensjahre habe (Wochenbettdepressionen, Schlafmangel, oft krankes Kind usw.).
    Letztendlich abgeschlossen habe ich persönlich für mich, weil ich nicht wieder diese Hormonbehandlung (unsere Tochter entstand dank unseren ukrainischen Kiwu-Ärzten) mitmachen möchte. Die Spätfolgen der ersten Behandlung kennt schließlich niemand so ganz genau...

    Die anderen Überlegungen, wie sie Dir gerade durch den Kopf gehen, waren stets nur Hilfsargumente. Rein statistisch gesehen dürfte es mehr als unwahrscheinlich sein, dass Ihr noch ein Schreikind haben werdet. Und selbst wenn- so hast Du die erwiesene Sicherheit, dass auch das besser wird!

    Eben gerade deshalb, weil sie das alles eben schon einmal erlebt und "ÜBERLEBT" haben! Das gibt auch eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem 2. Kind- weil man eben weiß, dass sie sich entwickeln und die Nächte z.B. auch wieder besser werden!
    Und wer sagt denn, dass das 2. Kind nicht "pflegeleichter" als das erste wird?!
    Die Chance steht 50:50 und wenn Euer Herz eher für das nächste Kind ist (bzw. erstmal den Versuch dafür), dann würde ich den Verstand ausschalten!
    Kinder kriegt man mit dem Herzen groß- nicht mit dem Verstand (meistens jedenfalls).

    Alles Liebe für Euch!
    Jikia

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  5. Hallo meine Liebe,
    mir geht es etwas ähnlich, allerdings mit der Frage, ob wir noch eine Nr.3 bekommen sollen oder nicht. Bei uns ist aber halt so, dass ich bisher 2x problemlos schwanger geworden bin und wir eigentlich ziemlich sicher sagen können, dass es mit Nr.3 leider nur mit künstlicher Befruchtung klappen würde. Ich habe einen sehr schönen (unbefristeten!) Halbtagsjob, der mich sehr ausfüllt. Mein Mann ist seit einem 3/4 Jahr aus beruflichen Gründen unter der Woche weg und ich bin quasi auch alleinerziehend. Anfangs hat mir das alles abverlangt, dann war ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch, psychisch völligst fertig und ich hatte schon Angst, dass ich eine Depression habe.
    Allerdings sage ich mir auch, wenn ich später mal zurückblicken werde, was ist da wichtiger: 1 Jahr länger gearbeitet haben oder eben die Freude an einem weiteren Kind erlebt zu haben. Naja das Ergebnis ist ja irgendwie klar, oder?!
    Ich glaube, solange man nicht eindeutig und immer wieder sagen kann, "ich will def. kein Kind mehr", bleibt dieser Wunsch in einem drin. Mein Mann ist sowieso dafür...
    Und man wächst wirklich mit seinen Aufgaben und die Gefahr, dass ihr noch einmal ein Schreikind bekommt, ist ja wirklich sehr gering.
    Euer Floh ist ja dann auch wirklich schon größer, das macht auch echt viel aus. Er kann sich allein anziehen, kann dir schon mal was im Haushalt z.B. helfen, Dir Sachen bringen usw. Das hilft ungemein!!!
    Wenn Dein Herz damit noch nicht durch ist, kannst du dagegen nichts machen. Zum Notfall könnst ihr sogar sowas riskieren.
    Ich wünsche Euch alles, alles Gute!!!
    LG,
    Dingus

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  6. „Soll und will ein Kindlein zu euch kommen, wird es das tun. Und dann wird es auch für Euch richtig sein.

    Kommt keins, ist es eben so richtig.“
    Ganz ehrlich ?
    so kann auch nur jemand schreiben und denken, der "einfach" so schwanger wird.
    Für Leute hier im Forum, die auf EZS/Leihmutterschaft angewiesen sind, wäre das ja dann eine Entscheidung gegen ein Kind.
    Was mich persönlich angeht, da habe ich immer gesagt, ich will mehr als ein Kind.
    Nachdem mein Mann endlich eingesehen hat, das was im Argen liegen muss und es ohne medizinische Hilfe nicht klappen wird, hatten wir ja das Glück das gleich die erste EVF geklappt hat und wir keine Leihmutter in der Ukraine beauftragen mussten.

    Wir hätten gerne noch ein Kind, aber wenn es nur bei Zweien bleiben würde, wäre es auch ok.
    Was mir aber auch immer wichtig war, dass unser Großer kein Einzelkind bleiben soll. Mein Mann ist ein Einzelkind, hat auch sonst keine große Familie. Würde uns etwas passieren, wäre da z.B. keiner mehr für die Kinder da.
    Aber da ich ja eine große Familie habe, mehrere Brüder ist einfach immer jemand da.
    Mein Großer findet das jetzt auch schön, sind wir Eltern mal nicht mehr da, ist er nicht mehr alleine, jetzt hat er ja seinen Bruder.
    Für ihn war es sehr wichtig noch ein Geschwisterchen zu bekommen.

    Mein Mann ist selbstständig, ich bin auch viel alleine mit den Kindern, wir haben ein Haus gekauft, wo immer wieder etwas gemacht werden muss. Aber wir waren uns immer einig, dass wir mehr als ein Kind wollen.
    Viele Grüße,
    bfayer

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  7. Achje, MikiTiki,
    ich fühle mich eigentlich in einer ähnlichen Lage wie Du. Bin daher sicher nicht der beste Ratgeber. Der Weg zu einem 2. Kind wäre bei uns -vermutlich- nicht einfacher als bei Euch (an sowas wie Leihmutterschaft haben wir noch nicht gedacht). Und unser Zwerg war auch eher pflegeleicht, und trotzdem tu ich mich schwer. Einerseits hätte ich wahnsinnig gerne ein Geschwisterchen für meinen Sohn, finde es sogar egoistisch ihn alleine zu lassen. Andererseits habe ich ganz viel Angst. Angst vor Problemen in der Schwangerschaft vor allem. Der Gedanke nicht für meinen Süßen da sein zu können wird für mich manchmal zu einer echten Belastung. Liegt sicher daran, dass ich meine Eltern früh verloren habe. Das alles hat uns zu dem Entschluss gebracht: dieses Jahres kein weiteres Kind. Soweit mein Kopf. Mein Herz hinkt da noch kräftig hinterher. Aber wie man da eine endgültige Entscheidung für sich treffen soll und kann? Ich weiß es nicht…
    Gruß,
    Faezezzy

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  8. Ach MikiTiki,

    bei uns war es jahrelang auch so. Kind Nr. 1 kam nach etlichen Versuchen spontan. Danach war ich sicher, dass es jetzt problemlos klappt. War aber nicht so. Kind Nr.2 wollte nicht.

    Also wieder ins Kiwu- Mühlenlaufrad, ohne Erfolg. Und nach 4 Jahren haben wir beide gesagt, Ende aus. Wir haben ein Kind, das ist mehr als wir zu hoffen gewagt haben.

    Wobei mein Mann es überzeugter gesagt hat als ich. Ich hatte immer diesen Pieks im Herzen wenn jemand seine ss verkündet hat, immer dieses Nagen, den leisen Wunsch nach einem Zweiten.

    Und dann plötzlich und absolut unerwartet haben wir doch entschieden zu riskieren: durch eine Mitochondrien-Spende kam der Knödel.

    Und der ist soooooo anders als der Große.

    Von daher musst dir wegen Schreikind wohl keine Sorgen machen, da würdest du die Statistik sprengen.

    Es ist eine Entscheidung, die ihr treffen müsst. Es ist wieder ein "ganz von vorn anfangen". Das ganze Leben wird nochmal komplett von vorn umgekrempelt.

    Aber wenn du es willst schaffst du das. Und wenn ihr es versucht und es klappt nicht hast du es wenigstens versucht. Und musst dir nicht ewig sagen: hätte ich doch.

    Bei uns war es ja so, dass der Erste absolut das Anfängerbaby war und der Knödel eher anstrengend. Und trotzdem, die Zeit geht vorbei und irgendwann ist es meist schön. Und weißt du was, ich würde auch noch ein 3. nehmen.

    Wenn Du das Gefühl hast, du grübelst ewig hinterher und ärgerst dich irgendwann, dann versuchs. Wenn du klar sagen kannst, dass es gut ist, wie es ist, dann lass es.


    LG,
    Bonnie

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  9. Hi MikiTiki,

    Ist dein Wunsch so hartnäckig, lässt sich durch den Kopf so gar nicht besänftigen. Würde ich an deiner Stelle doch noch mal in die Mühle einsteigen (mit der Idee der Leihmutterschaft wäre ich erstmal vorsichtiger). Die Sehnsucht nach einem zweiten Kind kann ich so sehr gut nachvollziehen, es ging mit genauso… (meine Tochter war auch extrem anstrengend als Baby, mein Mann wollte lange kein zweites… ich bin vor Kummer fast eingegangen, der Kummer war größer als vor der Kleinen…). Es IST ein fetter, riesengroßer Kummer, bei aller Dankbarkeit fürs große Kind…

    Auch wenn es nicht klappen sollte, hättest du noch mal alles gegeben und kannst dann vielleicht besser abschließen. Und wenn es noch mal klappt, wirst du es schaffen, ganz sicher! Unser Zweiter war viel pflegeleichter, wir waren immer erstaunt, dass es auch so einfach geht. Damit hatten wir nicht gerechnet.

    Wie steht dein Mann dazu? Will er eine Nr. 2?? Wenn ja, probier es…

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass deine Sehnsucht erfüllt wird.

    Kefas

    PS: Am liebsten würde ich dich feste drücken, es ist so eine Zwickmühle…

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  10. Ich danke Euch sehr für die vielen sehr lieben Worte, Tipps und Lektüre, ob nun bekannt oder unbekannt. Auch wenn es erstaunlich ist, dass man seinen Kummer so gefühlt gut geteilt bekommt über das Internet: ich fühle mich wenigstens verstanden und genieße Euer Mitgefühl. Meine Umgebung mag ich nicht mehr mit dem Thema nerven, wie gesagt, es nervt mich selbst schon.

    Und heute Morgen war ich wieder so müde, dass ich mir ein weiteres Kind gar nicht vorstellen konnte. Nach Euren Zeilen doch schon wieder.
    Habe Männe am Woen vorgeschlagen, jetzt mal 3 Monate ernsthaft an unseren körperlichen und arbeitstechnischen Voraussetzungen zu arbeiten, um dann zu entscheiden, ob wir es noch einmal wagen (ich müsste dringendst abnehmen, Sport treiben und insgesamt wieder fitter werden, in diesem Ausgangszustand kann ich mir nämlich eine ss höchstens bis zum 4. Monat vorstellen).

    Also, noch einmal herzlichen Dank, mal sehen, wie es weitergeht. Ich werde berichten.
    LG,
    MikiTiki

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