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Hass und Verzweiflung durch Sex

  1. Ich bin so verzweifelt, ich weiß nicht mehr wo ich mich hinwenden kann. Mir schnürt es die Kehle zu wenn ich an Sex denke, ich Hasse die Männer dafür dass sie scheinbar nur an sich denken und ich hasse mich dafür dass ich mich nicht für mich einsetze und wie eine Dienerin versuche dem Mann im Bett die Wünsche von den Augen abzulesen und dabei noch so zu tun als fänd ichs geil obwohl ich nur schreien möchte, ich hasse dich, ich hasse dich dafür, ich hasse es ich will nicht mehr, nie mehr so!!! Sex ist Männersache. Die Frau ist nur Mittel zum Zweck. Sie kann froh sein wenn sie dabei ein paar Krümel vom Kuchen abkriegt aber wenn Mann kommt - und das ist immer ubd alleiniges Ziel von Sex, dann hat die Frau ruhig und entspannt dazuliegen und nichts weiter zu wollen. Die Erregung der Frau ist nur wichtig damit es untenrum feucht genug ist. Das ist meine kranke Einstellung und sie macht mich und fast jede Beziehung kaputt, ich bin so am Ende, ich weiß nicht mehr was ich tun kann. Die Erfahrung dass da ein Mann ist der mich und meine Bedürfnisse beim Sex auf eine Ebene mit seinen stellt habe ich nur sehr selten erlebt und es war wie Urlaub von all dem Drama. Wow, so kann es auch sein, was für eine Offenbarung in meinem Leben. Endlich nicht mehr stumm in den Schlaf heulen, endlich nicht mehr wie ein dreckiges Stück Müll fühlen. Und dann jetzt doch wieder der ganze Mist, die Scham vor den eigenen Bedürfnissen, die alles verzehrende Wut auf den der mir doch so wichtig ist. Ich will nicht wieder fliehen, ich will mich nicht verstecken aber mir fehlt die Kraft, der Mut es abzusprechen. Ich weiß nicht wo ich mit Hilfe holen kann. Wohin kann ich mich mit meinem Problem wenden? Ich fühle mich in einer normalen Therapie so fehl am Platz, ich fühl mich so allein damit...

    editiert am 03.11.19 um 22:10

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  2. von Lilli, 03.11.19 um 22:51...ich Hasse die Männer dafür dass sie scheinbar nur an sich denken und ich hasse mich dafür dass ich mich nicht für mich einsetze und wie eine Dienerin versuche dem Mann im Bett die Wünsche von den Augen abzulesen...

    ...Das ist meine kranke Einstellung...

    ...Die Erfahrung dass da ein Mann ist der mich und meine Bedürfnisse beim Sex auf eine Ebene mit seinen stellt...

    ...endlich nicht mehr wie ein dreckiges Stück Müll fühlen. Und dann jetzt doch wieder der ganze Mist, die Scham vor den eigenen Bedürfnissen, die alles verzehrende Wut auf den der mir doch so wichtig ist. Ich will nicht wieder fliehen, ich will mich nicht verstecken aber mir fehlt die Kraft, der Mut es abzusprechen.

    Du sprichst so viel mehr Dinge an als ledglich ein sexuelles Bedürfnis, das sich nicht erfüllt.

    Ich höre, dass du dich gegen Unterdrückung wehren willst, dagegen, nicht gesehen oder wahrgenommen zu werden, vielleicht gegen emotionale Gleichgültigkeit, gegen Ungleichbehandlung... jedenfalls lese ich das so.

    Das ist nicht krank. Das ist gesund, weil lebensdienlich. 
    Meintest du, dass es eine kranke Wahrnehmung dessen ist, was zwischen dir und deinem Parter wirklich ist?

    - Erstens glaub ich, dass du deinem Gefühl trauen solltest und ansprechen solltest, dass etwas zwischen euch nicht stimmt. Könnte sein, dass sich ein (Nicht-)Gespräch ergibt, das dich in deiner Wahrnehmung bestätigt.
    Könnte aber auch sein, dass dein Partner daran interessiert ist, mit dir ins Gespräch zu kommen. Wie willst du gesehen werden, wenn du dich mit deinen wahren Gefühlen versteckst. Es kann keine Begegnung stattfinden, nach der du dich sehnst. Das bedeutet für dich, ein Risiko einzugehen, dich verletzlich, angreifbar zu machen. Aber es ist der einzige Weg in Beziehung. So wie du schreibst, glaub ich aber, dass du es weißt. Vielleicht hilft es dir, dich erst in anderen Bereichen ehrlich zu zeigen - über dein Frau-Sein, wie du dich und wie du dich in deiner Beziehung erlebst und über deine Bedürfnisse zu sprechen, bevor du dich in deinen sexuellen Bedürfnissen zeigst. 


    - Zweitens: ja, frühere Verletzungen können einen auch so fühlen lassen. Heutige Situationen können uns an frühere Situationen erinnern und schwups sind wir in den früheren Gefühlen, die in die frühere Situation gehören, die sich aber so gegenwärtig anfühlen, als gehörten sie in die heutige Situation.

    - Drittens: Ich persönlich finde es nicht krank, sich so als Frau in einer Gesellschaft zu fühlen, in der die ständige sexuelle Verfügbarkeit der Frau so eine große Rolle eingenommen hat - überall werden (vor allem) Frauenkörper zur (vorwiegend männlichen) Lustbefriedigung angepriesen und (vorwiegend für Männer hergestellte) Pornografie ist zur nebensächlichen Hauptsache geworden... Das kann wirkliche Begegnung in Beziehung ganz schön blockieren. Es ist wichtig, das in einer Beziehung zu thematisieren.

    Warum gehört das nicht in eine Therapie. Natürlich gehört es dahin. Es kann sein, dass die Therapeutin/Therapeut nicht kompetent genug ist, dir weiter zu helfen. Aber das liegt doch nicht daran, dass das Thema zu speziell wäre.

    Trifft das etwas von dem, was dich bewegt?

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