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Ich will Kinder mein Freund aber nicht

  1. Hallo zusammen

    Ich bin 33 Jahre alt und wünsche mir sehnlichst ein Kind. Mit meinem Freund bin ich seit 5 Jahren zusammen und wir verstehen uns gut. Nur in Sache Kinder ist er ganz anderer Meinung und er möchte keine. Wir haben schon viel darüber gesprochen, doch keiner von uns will von seinen Wünschen abweichen. Hatte jemand ein ähnliches Problem und wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr jetzt Kinder oder nicht?

    Gruss
    Eisblume

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  2. Hey, das ist natürlich schwierig. Wenn ihr schon so lang zusammen seid, müsstet ihr ja bereits darüber gesprochen haben ?
    Sowas zeigt sich doch relativ früh, ob man die gleichen Zukunftsvorstellungen hat usw.
    Vielleicht hast du ja auch gehofft, dass sich seine Meinung noch ändert?

    Ist schwierig zu sagen, was du tun sollst aber grundsätzlich würde ich nicht mit jemandem mein Leben verbringen der andere Pläne hat als ich.

    LG :-/

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    Denn zu Zeiten der Not bedarf man seiner Verwandten.

  3. Das ist natürlich eine schwierige Situation. Aber Kompromisse gibt es da keine, die man schliessen könnte und jemanden gegen seinen Willen zu Kindern zu überreden macht keinen Sinn. Meine erste Tochter hatte ich mit einem Mann, der damals eigentlich noch gar nicht bereit war, sein lockeres Leben mit Ausgang und Party aufzugeben, was schlussendlich zum Scheitern der Beziehung geführt und mich zur alleinerziehenden Mutter gemacht hat. Leider wurde ihm das erst bewusst, nachdem das Kind schon da war. Bevor ich meinen jetzigen Partner getroffen habe hatte ich auch Bekanntschaften, die wegen dem fehlenden Kinderwunsch des Mannes von meiner Seite her nicht vertieft wurden. Ich war mir sicher, dass ich irgendwann den richtigen Partner treffe, mit dem ich noch ein Kind haben werde. Ich vor einem Jahr nochmal Mama geworden mit einem Partner, der mich unterstützt und ein ganz toller Papa ist für unsere Tochter.
    An deiner Stelle würde ich mir darüber klar werden, wie intensiv der Kinderwunsch wirklich ist. Wenn er sehr gross ist, hast du anscheinend nicht den richtigen Partner dafür und wirst früher oder später eine Entscheidung treffen müssen.

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  4. Hi, stimme zu sehr schwierige Situation. Da müsst ihr natürlich vollkommen einer Meinung sein.
    Du musst mit ihm verstärkt das Gespräch suchen und ihm alle Gründe nochmals sorgfältig erklären.
    Wenn du natürlich merkst, dass er absolut nie in seinem Leben Kinder haben will, du aber doch, musst du dir danach schon Gedanken machen, wie es mit der Beziehung weitergeht.

    Viel Glück, Grüße

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  5. Sowas hört man ja öfter.
    Ich verstehe nicht, wie man dann zusammen sein kann? Ihr scheint unterschiedliche Vorstellungen und Pläne zu haben.
    Vielleicht hast du ja gehofft er ändert seine Meinung?
    Ich würde da jedenfalls ernsthaft drüber nachdenken, wo die Reise hingehen soll für euch beide.

    LG

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  6. Das ist wirklich ein sehr schwieriges Thema und die Entscheidung könnt nur ihr fällen. Wenn ihr beide wirklich weiterhin bei eurer Meinung bleibt, dann werdet ihr auf Dauer nicht glücklich denke ich. Müsst euch also wirklich mal zusammen setzen und überlegen wie es weitergehen soll, weil ansonsten dieses Thema früher oder später für euch sehr bedrückend wird.

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  7. In meinen Augen eine der wenigen Differenzen, die eine Beziehung eigenständig in die Knie zwingen kann. Immerhin ist die Familiengründung (oder der Verzicht) eine der wichtigsten Entscheidungen im ganzen Leben. Wenn da zwei gegensätzliche Meinungen aufeinanderprallen, kann das eigentlich nur schlecht ändern.

    Dazu kommt, dass es bei vielen Konflikten einen Kompromiss gibt. Oder man etwas für eine Weile ausprobieren kann. Bei einem Kind ist man bis ans Lebensende für eine andere Person verantwortlich. Das kann etwas Wundervolles sein, allerdings nur, wenn man mit Herz und Seele dabei ist. Wenn man dazu gedrängt oder gezwungen wird, kann es genau andersrum sein, fürchte ich :(

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  8. Ich kann gut verstehen, dass das für dich ein schwieriges Thema ist. Ich glaube es ist vermutlich sogar eins der schwierigsten, weil man durchaus mit jemanden zusammen sein will, auch wenn derjenige keine Kinder will. Man verliebt sich ja in die Person und nicht in ihre Pläne. Daher verstehe ich nicht, wie einige nicht verstehen können, dass ihr noch zusammen seid. Natürlich hofft man da, dass der andere irgendwann seine Meinung ändert. Irgendwie geht man ja auch davon aus, dass jeder irgendwo im Innern den Wunsch hegt mal Kinder zu haben, früher oder eben später. Da ist man dann geneigt zu warten.

    Manchmal wartet man dann aber vergebens... ich kenne deinen Freund nicht, aber wenn ihr schon mehrfach darüber gesprochen habt, dann scheint er doch ziemlich fest zu seiner Meinung zu stehen. Es kann natürlich immer sein, dass er sie ändert, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es dann eben zu spät ist.

    So hart es ist, wenn du merkst, dass ihr an dem Punkt seid, dass keiner von euch beiden seine Position überdenkt, ist eine Trennung vermutlich das einzig richtige. Wenn er partout keine Kinder will und du deine innere Uhr ticken hörst, dann tut ihr euch in diesem Punkt einfach nicht gut. Die Frage ist also, ob er es dir wert ist, die nächsten Jahre unglücklich zu sein oder vergebens auf eine Änderung seiner Meinung zu warten. Es ist eine wirklich schwere Entscheidung, und die kann dir keiner abnehmen. Am Ende musst du wissen, womit du besser leben kannst: ohne Kinder und mit ihm, ohne ihn, oder noch länger mit ihm und der Unsicherheit in der Frage ob er seine Meinung noch ändert.

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    Von deinen Kindern lernst du mehr, als sie von dir...

  9. Genau Liesel, so meine ich das nämlich auch. Das ist einfach eine grundlegende Frage, für die es kaum Diskussionsspielraum gibt...

    editiert am 22.06.16 um 13:01

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  10. Hallo Eisblume,


    es hat mich berührt, was Du schreibst, denn sehr ähnlich ist es mir ergangen. Mein Liebster hat anfangs ganz gelassen darüber gesprochen, dass er ja wohl eines Tages der Vater meiner Kinder sein werde?. und als ich dann soweit war, und mir welche wünschte, war er dagegen; manchmal entspannt, manchmal nicht so klar, manchmal sagte er, es sei ja wohl klar, dass wir dann doch irgendwann welche hätten - kurz: er hielt mich hin.
    Nach drei Jahren Hin-und-her (4 J Beziehung) habe ich mich getrennt, obwohl ich ihn über alles liebte. Mir war bewusst geworden, dass ich ihn eines Tages hassen würde, wenn ich (ihm zuliebe) auf Kinder verzichten würde. Sicher, dass ich mit einem anderen Mann Kinder würde haben wollen, war ich mir keineswegs.
    Einen Monat später hat er mich zurück erobert. Er hätte Blut geschwitzt vor Angst, ich könnte jetzt nein sagen.


    Es ging dann doch ein halbes Jahr, bis auch ich sicher war, dass er zu-einem-Kind-ja-sagte, und nicht bloss um mich nicht zu verlieren. Etwas blieb aber zurück bei mir; weshalb hatte er es bis zu einer Trennung kommen lassen? 


    Ganz wider Erwarten wurde ich auf Anhieb schwanger. Ich war glücklich, und unsere Tochter ist ein reizendes Mädchen geworden! Aber als ich mir ein zweites Kind wünschte (und unsere Tochter ein Geschwister für sich) ging die Krise erneut los. Nochmals trennen konnte ich mich nicht - unsere Tochter brauchte ihren Vater, ich meinen Mann, den ich doch liebte; aber wieder fühlte ich mich übergangen mit seiner absoluten Verweigerung. Mir fehlte vor allem auch eine gesunde Auseinandersetzung.


    Es hat mich überrascht, als ich eines Tages begriff, dass es bei seiner Verweigerung um mehr ging, als um kontroverse Pläne für unser gemeinsames Leben. Mein Mann hat mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Asperger-Syndrom. Unsere Tochter hat es als erste erkannt (mit ca. 6 J.) und sich beschwert bei ihm: Du schaust uns ja nur beim Leben zu, du lebst gar nicht mit uns!


    Heute lebt er (auch physisch) nicht mehr mit uns. Eines Tages lief er weg - ohne Begründung. Mehrere Todesfälle in kurzer Folge, meine Trauer darüber. Zu seiner Mutter sagte er nur: "sie ist jetzt nur noch traurig, das Leben lang".


    Wäre da nicht unsere liebreizende Tochter, und ich könnte das Rad der Zeit zurück drehen, würde ich mich heute auf das Wagnis einlassen, es darauf ankommen zu lassen, ob ich einen Mann finden würde, der mit Lust, Zuversicht und Empathie (insbesondere dies ist es, was einem Asperger-Autisten fehlt) ein Leben mit mir führen will, und sich auf das wilde Abenteuer 'mit-Kindern-leben' einlässt.


    Jede Beziehung ist anders, was zwischen zwei Menschen lebt und sie verbindet ist immer einzigartig. Und so kann ich Dir auf Deine Frage (so wie Du es Dir gewünscht hast) nur mit meiner Geschichte antworten, ohne mir im Geringsten eine Vermutung darüber anzumassen, ob meine damaligen Entscheide oder meine jetzigen Überlegungen für Dich auch Gültigkeit haben könnten.


    Ich bin heute eine glückliche, beinah fünfzigjährige Frau, und ich denke, meine Geschichte hat mich dahin geführt, wo ich heute stehe. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich auch ohne diese 18 Jahre des teilweise grossen Leidens dahin gekommen wäre.


    Ich denke an Dich und wünsche Dir von Herzen, dass Deine Wünsche als Realität am Horizont auftauchen mögen und wohlbehalten in Deinem Hier-und-Jetzt ankommen mögen.


    Viel Kraft, Lebenslust, Übermut und Besonnenheit für Dich!


    Purpur


    p.s. ach ja, und irgendwann habe ich verstanden, dass es in unserer Situation durchaus ok. gewesen wäre, wenn ich halt einfach schwanger geworden wäre, ohne viele Worte.

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