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Alimente zu tief?

  1. Guten Tag, ich habe eine Frage zu der Höhe der Alimenten und was sie alles beinhaltet. Mit meiner Ex-Freundin (wir waren nicht verheiratet) habe ich eine heute 15jährige Tochter. Wir sind getrennt seit sie ca. 2 Jahre alt war. Ihre Mutter und ich verstehen uns grundsätzlich sehr gut, jedoch kommt das Thema Geld immer wieder zum Vorschein. 

    Ein kurzer Überblick:
    - Ich bezahle ihr CHF 1190.00 Alimente für meine Tochter
    - Ich bezahle seit wir getrennt sind den gleichen Betrag
    - Meine Tochter ist sicher jedes 2 Wochenende bei mir. Als sie noch kleiner war ab Donnerstagabend bis Sonntagabend. Seit der Schulzeit Freitagnachmittag bis Sonntagabend.
    - Sie verbringt sicher 6 Wochen ihrer Ferien bei mir. Manchmal mehr.
    - 4-8x im Monat ist sie auch unter der Woche bei mir, da ihre Mutter über die Nacht (Spitaljob) arbeitet. Sie kommt dann ca. um 18h zu mir und geht am Morgen direkt in die Schule. Als sie klein war, musste ihre Mutter somit nie einen Babysitter haben, da ich sie bei mir hatte.
    - Holen und bringen mache ich zu 99%.
    - Als sie umgezogen sind (in einen anderen Kanton) bin ich nachgezogen, damit ich immer in der Nähe meiner Tochter bin

    Seit längerem macht ihre Mutter aber Termine für meine Tochter ab, wenn sie bei mir ist. Bsp: Coiffeur. Dann heisst es: «Mama hat gesagt  Papa muss bezahlen» etc. Mich stört vor allem die Art und Weise. Klar bezahle ich viele Sachen meiner Tochter (spez. Shampoo, Kleider, etc.). Sie lebt ja auch einen Teil bei mir. Wenn wir dann darüber sprechen, ist es für ihre Mutter normal, dass ich solche Sachen auch übernehme, da ich seit Jahren den gleichen Betrag bezahle. 
    Ich wiederum finde, dass ich viel bezahle. Auch hätte ich früher die Alimente anpassen können, wenn meine Tochter mehr als 2 Weekends bei mir ist. Gerade als sie kleiner war und ich das «Babysitting» übernommen habe, wenn sie in der Nacht arbeiten musste. Diese konnte sie auch nur machen, da ich eben in der Nähe wohnte. Ansonsten hätte ihr das viel Geld gekostet etc. Oder wenn sie im Sommer 4 Wochen bei mir ist, passe ich auch nichts an.

    Es geht mir auch nicht um das Geld, es ist ja meine Tochter und sie bedeutet mir alles. Bitte nicht falsch verstehen. Es geht mir um das Prinzip und das ich mich absichern kann, was sie mit der Alimente alles bezahlen muss und ob die Alimente zu viel oder zu wenig ist. Sonst hat sie immer ein Druckmittel.

    Gibt es da Tipps oder wer berechnet die Alimente neu? Wo kann ich mich da melden?


    PS: Die damals entstandenen CHF 1190 war im Kanton Bern. Heute wohnen wir beide im Kanton Fribourg. Macht das einen Unterschied?

    Gruess
    Philippe

    editiert am 19.08.20 um 18:06

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  2. Im Kanton Bern haben Sie seinerzeit einen Vertrag abgeschlossen, welcher die Höhe der Alimente bestimmte. Eventuell sind in diesem Vertrag auch die Ferien, das Besuchsrecht  und andere für das Kindsrecht relevante Angelegenheiten beschrieben (z.B. auch mögliche durch die Alimente nicht abgedeckte Kosten).
    Aufgrund dieses seinerzeitigen Vertrages müssen Sie an die seinerzeitige Behörde Antrag auf Abänderung stellen und diesen begründen. Möglicherweise ist die Berner-Behörde jedoch nicht mehr zuständig. Ob neu Fribourg zuständig ist, können Sie bei der Berner-Behörde, welche den Vertrag ausgestellt hat, telefonisch oder auch schriftlich erfahren. Ob Sie allerdings rückwirkende Forderungen noch geltend machen können ist fraglich.
    Wichtig scheint mir, dass Sie eine gute Beziehung zu Ihrer Tochter haben und die finanziellen Angelegenheiten mit der Mutter und nicht über die Tochter klären. Eventuell können Sie an Ihrem Wohnort auch Hilfestellung durch eine Beratungsstelle (s. Internet) in Anspruch nehmen.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter alles Gute!
    Boé Nagel

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