Alimentenurteil anfechten

  1. Hallo zusammen

    Ich lebe seit 2004 in der Schweiz. Unser Vater hat uns im Jahr 2008 verlassen. Meine Mutter hat für uns (3 Kinder) alleine gesorgt und hatte aufgrund dessen nicht die Möglichkeit arbeiten zu gehen. Für die Scheidung erhielt sie keine gute Anwältin. Sie forderte meine Mutter auf ein Vertrag zu unterschreiben, welches besagte, dass meine Mutter auf ihren Alimentenanteil verzichte. Da meine Mutter zu diesem Zeitpunkt kaum Deutsch sprechen konnte und sie ganz allein in einem (damals) "fremden" Land lebte, unterschrieb sie nichts ahnend. 

    Kurz darauf heiratete mein Vater wieder. Er und seine Frau gönnten sich alles während meine Schwestern und ich im Elend lebten. Mein Vater bezahlte für uns 3 immer nur das Minimum an Alimenten und gab sein Geld lieber für seine neue Frau aus. Nur um den Richter zu beweisen, wie wichtig wir ihm doch sind, zahlte er uns einmal auf unsere Bankkonten je 100.- und das wars. Hauptsache er konnte beweisen, dass er uns regelmässig Taschengeld gibt, was nur eine einmalige Sache war. Sobald wir ihn, um Geld baten kam nur die Antwort er hätte kein Geld oder weigerte sich. Wie kann man so etwas behaupten, obwohl man die ganze Zeit das nötige Geld hat ,um ständig zu reisen, bzw. eine teure Wohnung und einen Hund besitzt? Beide arbeiten und haben nicht Mal Kinder?!

    Als ich letztes Jahr meine Ausbildung abgeschlossen habe, hörte er sofort auf, meiner Mutter Alimenten für mich zu überweisen. Er weigert sich immer noch was zu zahlen, obwohl ich gerade noch die Berufsmatura mache, welche noch als Erstausbildung zählt.

    Meine Mutter lebt unter dem Existenzminimum. Ich bin von zu Hause ausgezogen, um sie finanziell zu entlasten und lebe von meinem Teilzeitjob.

    Nun wollte ich fragen, ob es möglich ist diesen Urteil anzufechten z.B. aufgrund von Übervorteilung gemäss Art. 21 OR?

    Vielen Dank für die Antworten.

    Beste Grüsse

    M.K.

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  2. Es ist sehr schwierig, rückwirkend etwas zu erreichen. Gehen Sie an eine Ihrem Wohnort nahe gelegene kostenlose juristische Beratungsstelle (Adressen im Internet) und lassen Sie sich beraten, da Ihre Berufsmatura ja noch zu Ihrer Erstausbildung zählt. Nehmen Sie die Unterlagen Ihrer Mutter mit. Möglicherweise ist Ihre Familie von der Sozialhilfe abhängig gewesen und es wäre auch die Aufgabe dieser Stelle gewesen ein Alimenteninkasso gegenüber Ihrem Vater einzurichten. Ich bewundere Sie für Ihre Energie, die Sie trotz der widrigen Umstände entwickelt haben. Ich wünsche Ihnen von Herzen weiterhin viel Kraft und alles Gute!
    Boé Nagel

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