Anrechnung IV-Taggeld und Lehrlingslohn an Unthaltszahlung

  1. Guten Tag Frau Nagel
    Seit nunmehr über 13 Jahren bin ich geschieden und zahle seither Unterhalt für meine zwei Kinder (Sohn 16  /  Tochter 19) in einem grosszügigen Rahmen von indexangepasst CHF 1'300.00 pro Kind.

    Bedingt durch eine Behinderung ist unsere Tochter extern in einer Stiftung untergebracht und wohnt in einer WG dieser Stiftung.
    Die Finanzierung ist über die Schulpflege + IV-Taggeld geregelt (wird ab 1.8. in eine IV-Rente gewandelt). An zwei Wochenenden im Monat ist unsere Tochter abwechselnd 1 x bei ihrer Mutter und 1 x bei mir (die anderen 2 Wochenenden verbleibt sie in der Stiftung).
    Müssten die CHF 1'000.00 / Mt. IV-Taggeld, welches seit Mai 2016 der Mutter ausbezahlt wird, nicht anteilmässig dem Unterhalt angerechnet werden?  Wäre es nicht angebracht auch den Unterhalt anzupassen, erledigt meine Tochter doch ihre Haushaltsaufgaben wie auch Wäsche unter Beaufsichtigung der Stiftung in der WG selbst?  Da meine Tochter ihre Anlehre mit Attest zur Gärtnerin in der Stiftung abschliesst und künftig eine IV-Rente bezahlt wird, stelle ich meine Unterhaltszahlung für sie ein.  Ich hoffe, das entspricht dem Wortlaut "Unterhalt.... bis zum ord. Abschluss einer angemessenen Ausbildung".

    Im August beginnt auch mein Sohn seine Ausbildung. Wie er mir sagt, muss er von seinem Lehrlingslohn (CHF 800.00) ab dann CHF 300.00 / Mt. zuhause abgeben.  Auch hier stellt sich mir die Frage, ob dies gerechtfertigt ist und ob dies nicht auch dem Unterhalt angerechnet werden müsste.

    Mir erscheinen die CHF 2'600.00 / Mt. für beide Kinder in Anbetracht der Situation enorm hoch.

    Danke für Ihre Antwort.

    LG  clooney66

    Zitieren

  2. Nach meinen Kenntnissen sind die Kosten bei Invalidität in der Institution in der Ihre Tochter verbleiben wird, sehr hoch und ich habe keine Musterbeispiele. Pro Infirmis hat einen Sozialdienst, der Ihnen Informationen über die Handhabung geben kann. Bei Fremdplatzierung ist es oft so, dass Rente/Taggeld, möglicher Verdienst und ab 18. Lebensjahr, Zusatzleistungen die Finanzierung regeln.
    Für die Abänderung der Unterhaltszahlung für den nicht behinderten Sohn müssten Sie Antrag an das Bezirksgericht stellen (dort wo der Vertrag beschlossen wurde) und eine Neuberechnung beantragen.
    Wie es scheint, konnte auch Ihre behinderte Tochter etwas Selbständigkeit erhalten und eine Anlehre machen. Dies bedingte viel Arbeit Ihrer Tochter und der Institution und sicher auch die mentale Unterstützung der Eltern, die das möglichste für sie getan haben. Ich gratuliere Ihnen als Elternteil, dass Sie damit umgehen können/konnten. Ich wünsche, dass Ihre Tochter weiterhin eine lebensbejahende Grundlage für Ihr Leben hat, und Ihrem Sohn eine sorgenfreie Ausbildung.
    Boé Nagel

    Zitieren