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  1. Liebe Frau Nagel
    Vor kurzem habe ich meinen Ex-Mann auf die Alimente angesprochen, ob es ihm nicht möglich sei etwas mehr zu bezahlen (unsere Tochter wird 12, wird nicht billiger. Die Alimente betragen seit der Scheidung 2004 15% seines Nettolohns (= CHF 450.00). Seine Antwort war, nein, er verdiene jetzt sogar eher weniger als damals, da er nur noch 50% arbeitet. Ich finde es die Höhe, dass ich vollumfänglich für unsere Tochter sorge, daneben 80% arbeite um über die Runden zu kommen und er macht sich ein gemütliches Leben und arbeitet nur 50% und übernimmt auch gar keine Betreuungsarbeit. Ist es gesetzlich legitim, dass er nur 50% arbeitet und deshalb nur wenig Alimente bezahlen kann?

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  2. Liebe Frau Nagel
    Auch ich habe Fragen betreffend Alimentenzahlungen: Situation: Mein Mann wurde im 2008 geschieden und hat einen Sohn aus dieser Beziehung für welchen er Alimente zahlt.
    Wir sind seit dem 2006 Eltern von Zwillingen. Zum Zeitpunkt der Scheidung konnte ich noch 100 % arbeiten und somit wurden die Alimentenzahlungen für den Sohn aus erster Ehe aus zwei 100 % Pensen berechnet. Nun, wegen einer chronischen Erkrankung ist mir dies nicht mehr möglich und ich erhalte rückwirkend seit 2008 eine halbe Rente der IV und kann nur noch 40% arbeiten. Des weiteren sind wir im 2010 erneut Eltern geworden. Wir haben uns nun gefragt ob allenfalls die Kinderalimente nach unten angepasst werden könnte. Die Umstände sind sehr schwierig mit der Expartnerin so dass sicher keine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. Danke

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  3. Erhöhung der Kinderalimente?

    Wie Sie Ihre aktuelle Situation schildern, scheint eine Anpassung der Alimente für Ihre Tochter notwendig. Die Alimente wurden bei der Scheidung aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse im Scheidungsurteil vereinbart. Im Urteil steht auch, ob diese indexiert und ob höhere Alimente mit dem zunehmenden Kindesalter geschuldet sind, da der Betrag von Fr. 450.- wirklich tief ist.

    Bevor Sie eine gerichtliche Anpassung verlangen, suchen Sie zur Beratung Ihre örtliche Alimenteninkassostelle auf (zur Beratung unbedingt das Scheidungsurteil und Ihr belegtes Budget (Formulare auf www.budgetberatung.ch mitnehmen). Dort können Sie Ihre Problematik schildern und die professionelle Beratungsstelle wird Ihnen zu weiteren Schritten raten oder Ihnen behilflich sein, diese einzuleiten.

    Alles Gute für Sie und Ihre Tochter!


    Boé Nagel

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  4. Aufgrund Ihrer Schilderung haben sich Ihre wirtschaftlichen, familiären und gesundheitlichen Verhältnisse seit der Scheidung Ihres Mannes im Jahr 2008 wesentlich verändert. Die halbe IV-Rente erhalten Sie und nicht ihr Ehemann, so dass der Sohn aus erster Ehe, keine Bezugsberechtigung zu einer halben Kinderrente hat, was bei Ihren eigenen Kinder eventuell der Fall sein dürfte? Leider kann bei Alimenten von Kindern keine einvernehmliche Lösung stattfinden, da es um das „Kindesrecht“ geht. Möglicherweise erreichen Sie mit einer Klage um Anpassung (beim zuständigen Bezirksgericht) die gewünschte Reduzierung, was ich aber aufgrund, der mir bekannten Fakten nicht beurteilen kann. Ich nehme an, dass im Jahr 2006, bei der Geburt Ihrer Zwillinge ebenfalls ein Vertrag anlässlich der Vaterschaftsanerkennung zustande kam?

    Möglicherweise, können Sie sich, bevor sie weitere Schritte planen, aufgrund Ihrer belegten Fakten beraten lassen. Zur Vorbereitung und Kostenersparnis: die schriftliche Schilderung der aktuellen wirtschaftlichen und familiären Situation. Dazu gehört die Budgeterstellung (Formulare auf www.budgetberatung.ch).

    Für Sie und Ihre Familie wünsche ich alles Gute!


    Boé Nagel

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  5. Frau Nagel, herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    Das ist korrekt, ich erhalte für meine Kinder je eine halbe Kinderrente.
    Ja, im 2006 haben wir eine Vaterschaftsanerkennung und auch einen Unterhaltsvertrag gemacht. Aufgrund dessen, wurde damals die laufende Alimente für den Sohn aus erster Ehe nach unten angepasst, damit alle Kinder den gleichen Betrag zugute hatten. Bei der Scheidung jedoch wurde eben dieser Betrag wieder massiv nach oben korrigiert. Weshalb wissen wir bis heute nicht.
    Nun, ein Budget haben wir seit Jahren und somit bin ich vorbereitet. Wo kann ich mich beraten lassen...auf der Vormundschaftsbehörde?
    Freundliche Grüsse

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  6. Guten Tag Frau Nagel

    Ich habe eine dringende Frage. Es geht darum, Alimente zu bezahlen. Der Fall ist wie folgt: Meine Lebenspartnerin hat bereits ein Kind aus erster Partnerschaft. Dieses Kind lebt in einer Pflegefamilie und hat das Sozialamt als Beistand. Das Sorgerecht hat sie nach wie vor. Der Vater dieses Kindes ist arbeitslos, wird vom Sozialamt unterstützt und zahlt keine Alimente. Da die Mutter (meine Lebenspartnerin) auch nicht Erwerbstätig ist, zahlt auch sie keine Alimente. Meine Lebenspartnerin und ich haben nun unser erstes Kind das bald den ersten Geburtstag feiert (und haben bis heute noch keine Kinderzulagen erhalten). Ende Jahr erwarten wir noch unser zweites Kind. Nun wollen wir endlich den Schritt wagen und heiraten.

    Nun habe ich gehört, dass wenn wir heiraten, ich Alimente für ihr erstes Kind auch noch bezahlen muss, die sie eigentlich bezahlen müsste, da ihr erstes Kind ja in einer Pflegefamilie lebt. Ist das wirklich so? Würde Gütertrennung diesbezüglich etwas ändern? Oder komme ich da nicht drum herum, für dieses Kind auch noch Alimente zu bezahlen, wenn wir heiraten?

    Ich wäre sehr froh wenn Sie mir in diesem komplizierten Fall weiterhelfen könnten.

    Vielen herzlichen Dank!

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  7. Lieber Kohli 83

    Meiner Meinung nach, sind Sie nach der Heirat nicht verpflichtet für das nicht eheliche Kind Ihrer Lebenspartnerin die Alimente zu übernehmen. Jedoch denke ich, dass die Beistandsperson des Kindes Ihnen darüber ausführliche Antwort geben kann, da bei ihr alle Fakten liegen. Erklären Sie der Beistandsperson Ihre Heiratsabsichten. Weil ja der Kindesvater Sozialhilfebezüger ist, gelten für ihn die sogenannten SKOS-Richtlinien und ich kenne diese nicht im Detail und kenne auch die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse Ihrer Lebenspartnerin zu wenig. So kann ich Ihnen keine gültige Antwort geben. Falls die wirtschaftlichen Verhältnisse Ihrer Lebenspartnerin vor der vorgesehenen Heirat desolat sind, würde ich Ihnen jedoch eine Gütertrennung empfehlen.
    Kinderzulagen: Diese werden Ihnen auch rückwirkend ausbezahlt. Sie müssen bei Ihrem Arbeitgeber ein Antragsformular für Kinderzulagen verlangen und dieses dann mit einer Kopie Ihrer Vaterschaftsanerkennung einreichen. Ebenfalls nach der Geburt Ihres 2. Kindes müssen Sie die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers sofort informieren.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.

    Boé Nagel

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  8. Unsere Userin Gesemane hat sich mit folgender Frage an Boé Nagel gewendet:

    Guten Tag Frau Nagel

    für meine Tochter, 10, habe ich bis anhin keine Unterhaltszahlungen des Vaters erhalten. Zuerst wollte ich ihm nicht die Möglichkeit, aus dem Ausland (wo er lebt) einzureisen, verbauen, damit er sein Kind sehen könnte. Da er davon aber nie Gebrauch gemacht hat, möchte ich nun die Unterhaltszahlungen für mein Kind erhalten. Wie muss ich vorgehen? Leider habe ich nur noch die Vaterschaftsanerkennung, nicht aber den Unterhaltsvertrag.

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  9. Liebe Gesemane

    Besuchsrecht und Unterhaltszahlungen sind zwei verschiedene Faktoren und müssen unabhängig voneinander betrachtet werden. Beim Besuchsrecht geht es um das Kindsrecht: das Kind hat das Recht seinen Vater kennen zu lernen (so ist die Sicht der Behörde KESB), ob dies früher oder später der Fall ist, ist unabhängig von den Leistungen des Unterhaltes. Ein anderer Faktor des Kindesrechts ist auch die Erbberechtigung des Kindes gegenüber dem Kindsvater.
    Wenn ein Unterhaltsvertrag in der Schweiz gefertigt wurde, befindet sich eine Kopie davon in den Akten der ausstellenden Behörde. Für Sie wäre es am einfachsten, wenn Sie mit Ihrer Vaterschaftsanerkennung und den Daten persönlich zur ausstellenden Behörde gehen und sich eine Kopie ausstellen lassen. Eventuell würden Sie von dort direkt zur Alimenteninkassostelle verwiesen. Bei dieser Stelle werden sie Auskunft erhalten, ob eine Unterhaltsregelung durch die Inkassostelle möglich ist, oder ob Sie persönlich einen Antrag für die Unterhaltszahlungen an den Kindesvater stellen müssen. Eine Konsultation bei einer Rechtsauskunftsstelle (es gibt auch unentgeltliche) wäre dann für Sie die richtige Auskunftsstelle. Ob sie aber rückwirkend für 10 Jahre Rechnung für Unterhaltszahlungen an den Kindsvater stellen können, ist fraglich. Wichtig ist, dass Sie alle vorhandenen Unterlagen für die Beratungen beibringen können.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter alles Gute!

    Boé Nagel

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  10. Liebe Karin70
    Ihre Beratung könnte beim Gericht, das bei der Scheidung die Alimente für den Sohn aus erster Ehe und Ihre gemeinsamen Kinder festlegte, stattfinden. Versuchen Sie einen vorgängigen Termin bei einem Juristen zu erhalten, der Ihnen aufgrund Ihrer neuen veränderten wirtschaftlichen Situation, Beratung geben kann, ob ein Antrag bei Gericht auf Senkung der Alimente des Sohnes erfolgreich sein könnte. Wie bereits erwähnt, ist Ihr belegtes Budget die Grundlage für den Antrag, aber auch, die Präsenz Ihres Ehemannes wird notwendig sein.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

    Boé Nagel

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