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Teenager und Mami verzweifelt

  1. Wer hat einen Rat: Mein Ex-Partner und ich sind uns leider überhaupt nicht einig, was die Erziehung unseres Kindes (m, 13J.) anbelangt. Das Sorgerecht liegt alleine bei mir und das ist auch gut so. Kontakt zum Vater besteht "nur" an jeweils 2 Wochenenden pro Monat (Bedürfnis des Vaters). Diese Wochenende werden dazu genutzt, Gamespiele (ab 18J.) ohne Zeiteinschränkung zu spielen und vor allem ohne Kontrolle eines Erwachsenen. Mein Sohn kann sich kaum noch auf die Schule konzentrieren da sich seine Gedanken unter der Woche rund um die Spiele drehen und die Anschaffung neuer Games. Meine mit dem Kind vereinbarte MEDIENZEIT von 1 1/2h pro Tag werden seit daher immer wieder in Frage gestellt und mir wird unterstellt, ich sei viel zu streng.
    Gemeinsame Reglungen der Gamezeit oder ähnlichem mit dem Ex-Partner enden meist im Streit und mit gegenseitigen Vorwürfen.Ich sei zu streng und soll mein Kind das tun lassen worauf es Lust habe.....das Kind soll "driighei" dann würde es schon merken,dass es so nicht funktioniert.
    Ist das wirklich die Lösung? Mein Kind ist hin und hergerissen und steckt in einer grossen Krise. Wie kann ich diese Situation meistern? Hat jemand einen Tipp aus Erfahrung?

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  2. Guten Morgen

    Wir haben Ihre Frage an unser Expertin Boé Nagel weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:

    Ihr Ex-Partner will sich über den 13-jährigen Sohn Ihnen gegenüber aufspielen und Macht ausüben. Erklären Sie ihrem Sohn, dass Sie sich weiterhin standhaft zu seinem Wohl diskussionslos an die vereinbarte Medienzeit halten und auch an einer Kontrolle festhalten würden. Ein 13-Jähriger kann verstehen, dass es verschiedene Meinungen gibt und dass dies seinerzeit auch zur Trennung der Eltern führte. Ich kann jedoch nachvollziehen, wie Ihnen zu Mute ist: einerseits benötigt Ihr Sohn gerade in der Pubertätszeit eine männliche Bezugsperson. Wenn aber der Kindesvater seine Position gerade so vertritt, dass es zu diesen Machtspielen kommt und dem 13-Jährigen zumutet, dass er gerade in Bezug aufs "gamen" schon durch eigene Erfahrung einsichtig würde, irrt er. Keine Mutter und kein Vater würde an einer stark befahrenen Strasse die Hand des bewegungsintensiven Kindes loslassen um seine Selbständigkeit zu testen......
    Vielleicht wäre es sinnvoll, mit dem Ex-Partner das Gespräch zu suchen, jedoch mit einer Drittperson (Psychologe oder Mediator) um gerade in dieser Frage auf einen Nenner zu kommen. Beide Elternteile würden dann zum Wohle des gemeinsamen Sohnes an einem Strick ziehen: Sie könnten zum Beispiel überprüfen, ob Sie die Sache zu stark gewichten und Ihr Ex-Partner könnte seine Verantwortlichkeit gegenüber seinem Sohn überprüfen (möglicherweise hat er Defizite aus der Situation heraus). Dem pubertierenden Sohn einfach die Problematik zuschieben ist keine Lösung und unverantwortlich. Ich hoffe, dass Sie für alle Beteiligten eine einverständliche Lösung suchen und finden können. Für den 13-Jährigen wäre es gut, wenn er erfahren könnte, dass seine Eltern sich in Bezug auf wichtige Fragestellungen, die ihn betreffen, einig sind.
    Alles Gute!
    Boé Nagel

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