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Tochter vorübergehend bei Vater - Kinderunterhaltsfrage

  1. Meine Tochter (15) ist seit diesem Wochenende zu Ihrem Vater gezogen, auf Ihren eigenen Wunsch hin. Mein Sohn (12) bleibt bei mir wohnhaft.
    Seit der Trennung / Scheidung vor 11 Jahren habe ich stets einen kleinen Beitrag Kinderunterhalt erhalten und ganz auf Unterhalts-Alimente (als Ehefrau) verzichtet, da der Kindsvater selbst damals arbeitslos war. Ich selbst arbeite seit Jahren zu 100 Prozent und versuche uns über Wasser zu halten. Seit 9 Monaten wohnen wir nun in einer grösseren Wohnung, damit auch der Platzbedarf der Jugendlichen abgedeckt werden kann. hab dazu einen Zweitjob aufgenommen, um den Mehrbedarf decken zu können (arbeite nun somit zu 115%).
    Nun, da meine Tochter entschieden hat vorübergehend bei Papa zu wohnen, will er auch die Zahlungen ganz einstellen. Er habe ein Kind, ich das andere, womit für Ihn kein Bedarf mehr besteht Kinderunterhaltszahlungen zu leisten.
    Mit dem höheren Mietzins bin ich aber auf den Unterhaltsbeitrag für den Sohn angewiesen. Noch mehr arbeiten kann ich nicht.. und schon jetzt eine kleinere Wohnung suchen, wenn noch nicht sicher ist, ob die Tochter wieder zurück kommen wird.. macht auch keinen Sinn.
    Darf der Kindsvater die Zahlungen vollends einstellen? der Kindsvater ist selbstständig, sein "Lohn" ist somit nur fiktiv (neues Auto, etc. auf Firmenkosten).. welche Rechte habe ich? oder muss ich einfach in den sauren Apfel beissen?
    Neben den ganzen emotionalen Problemen (Auszug Tochter) würde ich wenigstens gerne die Finanzen geklärt haben.

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  2. Guten Tag Maya

    Wir haben Ihre Frage an unsere Expertin Boé Nagel weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:

    Es ist schwierig, Ihnen von ausserhalb eine verbindliche Antwort zu geben. Wenn das wohnen Ihrer Tochter beim Vater nur vorübergehend ist, ist die Sachlage klar: Ihr Ex-Mann schuldet Ihnen weiterhin Alimente. Er schuldet Ihnen aber auch weiterhin Alimente für Ihren Sohn. Nehmen Sie Ihre Unterlagen (Scheidungsurteil und Budget) und lassen Sie sich von einer unentgeltlichen Rechtsberatungsstelle beraten (google, Wohnort). Für die Budgeterstellung: www.budgetberatung.ch. Es kann ja nicht sein, dass Sie in dieser unsicheren Situation wiederum in eine günstigere Wohnung umziehen. Die Verantwortlichkeit Ihres Exmannes muss erneut geklärt werden, weil er nicht einfach von sich aus, die Alimente kürzen oder einstellen darf. Aus meiner Sicht müsste er Klage betreffend Alimentenkürzung beim zuständigen Bezirksgericht einreichen. Bitte tragen Sie diese Schwierigkeiten nicht über Ihre Kinder aus! Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Boé Nagel

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