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Unterhalt Trennung/Scheidung Willkür?

  1. Hallo miteinander
    mein Mann und ich leben getrennt. Wir haben die Gemeinsame Scheidung beantragt und eine gleichlautende Trennungsvereinbarung liegt ebenfalls vor. 
    In all diesen Unterlagen ist eine Unterhaltszahlung vereinbart, in welcher die Rückzahlung seiner Schulden an mich inbegriffen ist. Da er sich beruflich verändert, wurde für den Zeitraum von einem Jahr ein etwas geringerer Unterhalt vereinbart. Die Unterhaltszeit wurde bis ins Jahr 26 festgelegt - Unterhaltszeit und -höhe sind nicht abänderbar und auch nicht indexiert. 
    Mein Mann hat die Höhe der Unterhaltszahlung selbst gewünscht, alles unterschrieben (Trennungsvereinbarung, Scheidungsantrag und Scheidungsvereinbarung), dem zuständigen Richter versichert, dass alles seinen Wünschen entspricht und bei Behörden mehrfach betont, wie wichtig es ihm sei, dass dies alles so erledigt werden könne. 
    Mit Ach und Krach bezahlte er für den Mai nicht ganz einen Drittel der Unterhaltszahlung - schrieb mir aber, dass er den Rest baldmöglichst nachzahle. Kürzlich erwähnte er am Telefon, als ich ihn aufforderte, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen, dass dies alles vor Gericht keinen Bestand haben würde. Kein Richter würde mir Recht geben, er würde einfach darlegen, ich hätte ihn ausnehmen wollen. 

    Ist es wirklich so einfach? Bekommt ein Mann so einfach Recht? Gibt es irgend einen Gesetzesartikel, der hier gültig wäre? 

    editiert am 10.06.17 um 15:03

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  2. Ich finde, dass Sie die Einvernehmlichkeit anstrebeten und dass Ihr Mann nun per Drohung an Sie, seine wirtschaftlichen Ideen durchsetzen will. So einfach geht das nicht! Ich kann Ihnen deshalb nur eine anwaltschaftliche Vertretung betreffend der Scheidung empfehlen. Diese Vertretung kann auch den erwähnten Unterhaltsvertrag überprüfen und später Ihren Rechtstitel (Scheidungsurteil) durchsetzen. Vor dem Scheidungsrichter werden nicht einfach nur die Bedürfnisse des einen Partners berücksichtigt. Auch wird Ihre anwaltschaftliche Vertretung das Pensionskassensplitting, falls dies nicht bereits Gegenstand der Trennungsvereinbarung ist, überprüfen. Sie schreiben nicht, ob aus Ihrer Ehe ein Kind hervorging, jedoch würde auch hier der Scheidungsrichter/richterin zum Wohl des oder der Kinder entscheiden. Alles Gute!
    Boé Nagel

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  3. von Lucia, 10.06.17 um 15:27Hallo miteinander
    mein Mann und ich leben getrennt. Wir haben die Gemeinsame Scheidung beantragt und eine gleichlautende Trennungsvereinbarung liegt ebenfalls vor. 
    In all diesen Unterlagen ist eine Unterhaltszahlung vereinbart, in welcher die Rückzahlung seiner Schulden an mich inbegriffen ist. Da er sich beruflich verändert, wurde für den Zeitraum von einem Jahr ein etwas geringerer Unterhalt vereinbart. Die Unterhaltszeit wurde bis ins Jahr 26 festgelegt - Unterhaltszeit und -höhe sind nicht abänderbar und auch nicht indexiert. 
    Mein Mann hat die Höhe der Unterhaltszahlung selbst gewünscht, alles unterschrieben (Trennungsvereinbarung, Scheidungsantrag und Scheidungsvereinbarung), dem zuständigen Richter versichert, dass alles seinen Wünschen entspricht und bei Behörden mehrfach betont, wie wichtig es ihm sei, dass dies alles so erledigt werden könne. 
    Mit Ach und Krach bezahlte er für den Mai nicht ganz einen Drittel der Unterhaltszahlung - schrieb mir aber, dass er den Rest baldmöglichst nachzahle. Kürzlich erwähnte er am Telefon, als ich ihn aufforderte, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen, dass dies alles vor Gericht keinen Bestand haben würde. Kein Richter würde mir Recht geben, er würde einfach darlegen, ich hätte ihn ausnehmen wollen. 

    Ist es wirklich so einfach? Bekommt ein Mann so einfach Recht? Gibt es irgend einen Gesetzesartikel, der hier gültig wäre? 

    Nein, dem ist vermutlich nicht so. Im Gegenteil, in den allermeisten Fällen kriegt m.E. nach die Frau Recht und es wird eher der Mann ausgenommen als umgekehrt. 

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  4. Nein, dem ist vermutlich nicht so. Im Gegenteil, in den allermeisten Fällen kriegt m.E. nach die Frau Recht und es wird eher der Mann ausgenommen als umgekehrt. 


    Hallo Ixios
    Bitte lies meinen Beitrag nochmals. Ich bin sicher, dass du dann deine Antwort überdenken wirst. 

    Aber ich danke für die Antwort; sie hat mir eigentlich das Denkmuster bestätigt, aufgrund welchem mein Mann dass Gefühl hat, er könne - nachdem er mir eine Menge Geld schuldet, dies anerkannt hat und mehrfach unterschrieben hat - einfach Recht bekommen. 
    Ich werde mich an die erste Antwort halten und mit einem Anwalt reden. Zumal es bis jetzt nur eine Drohung war und er erst gestern wieder beteuerte, er werde den Unterhalt (und damit auch die Schuldenrückzahlung) schnellstmöglich bezahlen. Ich wollte einfach wissen, ob es wirklich so leicht ist, "Verträge" oder "Vereinbarungen" zu unterzeichnen und sich anschliessend raus zu reden. Mein Rechtsempfinden sagt mir, dass dem nicht so ist. Schliesslich muss ich mich auch an das halten, was vereinbart ist und kann nicht einfach, je nach Laune, alles wieder als nichtig erklären. 

    Danke für die Antworten. 

    editiert am 17.06.17 um 00:12

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  5. @Boé

    In der Trennungsvereinbarung, Gemeinsamen Scheidungsbegehren und der Scheidungsvereinbarung ist alles berücksichtigt. Auch das Pensionskassenguthaben und die Bedarfsrechnung. Aber auch berücksichtigt und aufgeführt ist, dass mein Mann mir eine relativ hohe Summe schuldet und dies (gemäss den gesetzlich vorgeschriebenen Artikeln) im Unterhalt einbezogen ist. 
    Die Höhe der Unterhaltszahlung hat er selbst vorgeschlagen - und ich habe dann gesagt, dass ich bereit wäre, ein Jahr und damit bis zum Ende seiner beruflichen Umschulung eine geringere Unterhaltszahlung zu akzeptieren.

    Ich werde mit einem Anwalt über diese Dinge reden, möchte aber am liebsten, dass es friedlich und ohne Anwalt erledigt werden kann. Wie vorgängig erwähnt, so hat er erst gestern wieder beteuert, er werde den ausstehenden Unterhalt schnellstmöglich begleichen. Meine Frage war eigentlich nur, ob jemand so einfach Vereinbarungen unterschreiben, auch wenn es um Unterhalt oder Scheidung geht, und sich danach aus der Verantwortung ziehen kann.  

    Ich danke für die Antwort. 

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  6. Als Rechtstitel gilt nur das Scheidungsurteil! Nur wenn Sie den Rechtstitel haben, können Sie Ihren Ex-Mann bei Zahlungsverzögerungen betreiben. Ich finde es gut, dass Sie alles einvernehmlich erledigen wollen, aber wie Sie schreiben, klappt diese Einvernehmlichkeit nur von Ihrer Seite her! Daher habe ich Ihnen eine anwaltschaftliche Vertretung empfohlen. Alles Gute!
    Boé Nagel

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