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welche Rechte hätte ich als Ausländerin bei Scheidung

  1. Sehr geehrte Frau Nagel,

    ich bin in einer verzwickten Lage...ich bin Mutter (in Deutschland geboren-ausländischer Abstammung) , bin Vollzeitmama, mein Sohn 3 Jahre alt und jetzt im Oktober werden es 5 Jahre, dass ich in der Schweiz lebe...bin seit 2008 unglücklich verheiratet mit einem Schweizer (ausländischer Abstammung)...ich leider sehr unter meiner Ehe, sowohl unter Psychoterror als auch unter Handgreiflichkeiten, die vor einem Jahr besonders oft waren. Nachdem ich meinem Mann mit Auszug ins Frauenhaus drohte, stoppten die Handgreiflichkeiten und nun sind es zwar Schikanen und Erniedrigungen, die ich leider Gottes auch im Beisein meines Sohnes ertragen muss...mittlerweile war ich auch in Therapie, weil dann Neurosen durch den Druck entstanden...nun will ich nur noch eins, was mir mein Arzt auch zu Herzen legte- die Scheidung. Allerdings reagiert er sehr gereizt auf dieses Thema und droht mir, mich leiden zu lassen (u.a. auch psychisch), wie z.B. von ihm keinen einizigen Rappen zu erhalten. Auch meine Schwiegereltern drohen mir, das Kind nicht wegnehmen zu können...eine Therapie lehnt er ab, weil ich in seinen Augen die Kranke bin...und meine Schwiegereltern unterstützen mich auch nicht, sind auf seiner Seite, obwohl sie wissen, wie aggressiv er ist. Ich habe hier in der Romandie, auch aus sprachlichen Barrieren, keinen der mir helfen könnte. Meine Familie lebt in Deutschland und wären zwar zur Stelle da, aber die Distanz ist zu groß. Meine Frage ist jetzt: wenn ich mich scheiden lasse, welche Rechte hätte ich, was auch u.a. die Alimente angeht? Hätte ich hier in der Schweiz denn überhaupt eine Chance wieder neu anfangen zu können, da ich nur den PermisB habe? Ich habe noch nicht die Möglichkeit gehabt, hier beruflich Fuss zu fassen (wollte er auch nie)...somit hätte ich noch nicht mal die Chance, allein meinen Sohn finanziell großzuziehen...nach Deutschland zurück wäre auch nicht mehr möglich, weil meine Aufenthaltsgemehmigung von unbefristet auf befristet damals gestellt wurde, nach meinem Auswandern und mein Sohn ist schweizer Staatsbürger. Wie würde es mit dem Besuchsrecht aussehen, obwohl er ein aggresiver Mensch ist? Und das Besuchsrecht, wenn ich doch wieder zurück nach Deutschland könnte? Wie wird das Mobiliar und Haushalt aufgeteilt? Auto? etc...
    Er hat sich noch nie um das Kind großartig gekümmert, vor allem als er noch ein Säugling war...nur gespielt...alles andere kann er auch nicht. Jetzt hat er auch angefangen, meinen Sohn zu beschimpfen. Ich wollte nie eine alleinerziehende Mutter sein, weil ich es furchtbar finde, dass Kinder ohne Elterneil aufwachsen, aber unter diesen Umständen bin ich quasi gezwungen diesen Weg zu gehen, meinem Kind zuliebe und aus meinen gesundheitlichen Gründen. Ich weiß nicht mehr weiter..ich muss aber aus dieser Situation endlich raus.

    Mit freundlichen Grüßen blue77

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  2. Hallo Blue77

    Wie Sie schreiben, befinden Sie sich in einer sehr angespannten, oft bedrohlichen Situation, in Ihrer Ehe. Leider weiss ich nicht, ob sie in Zürich wohnhaft sind. Jedenfalls schätze ich, dass Sie für Ihren nächsten Schritt Hilfestellung durch das Eheschutzrichteramt (Ihres Wohnortes) benötigen. Merkblätter gibt es unter www.gerichte-zh.ch, dann link zu Familie/Ehe. Falls Sie in Zürich wohnhaft sind, können Sie sich auch Hilfestellung bei infodona, Langstrasse 21, 8004 Zürich holen. Eine mögliche Hilfestellung erhalten Sie auch durch die Sozialbehörde Ihres Wohnortes. Falls Ihr Mann zu Handgreiflichkeiten neigt, müssen Sie dringend zu Ihrem und zum Schutz Ihres 3-jährigen Sohnes die Polizei benachrichtigen. Lassen Sie sich nicht vor Drohungen der Familie Ihres Mannes davon abbringen, zum Wohl von Ihnen und Ihrem kleinen Sohn zu handeln. Ich wünsche Ihnen für Ihre zukünftigen Schritte viel Mut und alles Gute. Boé Nagel

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