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Reisen mit Baby: So geniesst die ganze Familie die Reise

Viele frischgebackene Eltern bekommen nach der ersten Zeit Lust auf einen Tapetenwechsel. Für Babys kann eine ungewohnte Umgebung hingegen anstrengend sein. Mit guter Planung wird eure erste Reise mit Baby machbar, sicher und oft sogar überraschend erholsam.

Reisen mit Baby: So geniesst die ganze Familie die Reise
Auf Reisen mit Baby sollten die Eltern auf viele Überraschungen gefasst sein. © E+ / Getty Images Plus

Wenn du dir Ferien wünschst, ist das kein Luxus, sondern oft eine echte Kraftquelle. Gleichzeitig ist es normal, wenn du Respekt hast: Schlaf, Stillen/Fläschchen, Windeln, Temperatur, Lärm, Zeitdruck. Der wichtigste Hebel ist nicht «perfekte Planung», sondern realistische Erwartungen plus ein paar solide Basics. Dann können entspannte Ferien mit Baby gut gelingen – für die ganze Familie.

Viel Freude auf eurer ersten Reise mit eurem kleinen Schatz!

Packen will geübt sein

Packen, ohne etwas zu vergessen – das ist schon ohne Kind eine Kunst. Mit Baby hilft ein simples Prinzip: Alles, was du unterwegs nicht kurzfristig ersetzen kannst, kommt zuerst (Reisedokumente, Medikamente, Still- oder Fläschchen-Setup, 1–2 Lieblingssachen fürs Einschlafen). Alles andere ist «nice to have».

Praktisch ist, wenn du drei kleine «Zonen» packst: 1) Unterwegs-Tasche (für 2–3 Stunden), 2) Tages-Set (für einen ganzen Tag), 3) Reserve im Koffer. So musst du nicht ständig alles ausräumen.

Mit unserer interaktiven Checkliste denkst du an alles, was du in den Ferien brauchst.

Wenn es ins Ausland geht: Baby-Reisedokumente & Einreise

Pass oder ID? Was Babys brauchen in der Schweiz

Auch Babys brauchen ein eigenes Reisedokument. Welche Variante passt, hängt von eurem Reiseziel ab: Innerhalb vieler europäischer Länder reicht je nach Destination eine Identitätskarte, für weitere Ziele brauchst du in der Regel einen Pass. Plane dafür genug Zeit ein – gerade vor Ferienzeiten können Termine knapp werden. Wichtig: Das Dokument muss für dein Kind gültig sein (und das Foto muss akzeptiert werden), sonst kann es schon beim Check-in oder an der Grenze Probleme geben.

Einverständniserklärung bei Alleinreise/anderem Nachnamen

Wenn du alleine mit dem Baby reist (oder wenn du und dein Kind unterschiedliche Nachnamen habt), kann es je nach Land oder Airline passieren, dass du nach einer Einverständniserklärung der anderen sorgeberechtigten Person gefragt wirst. Das ist kein Misstrauen gegen dich, sondern dient dem Kindesschutz. Nimm zusätzlich eine Kopie eines Ausweises der anderen sorgeberechtigten Person und – wenn vorhanden – Dokumente mit, die die Beziehung belegen (z. B. Familienausweis/Bestätigung). Kläre im Zweifel vorab bei Airline und Zielland, welche Form (Sprache, Beglaubigung) akzeptiert wird.

Für Europa: EES/ETIAS kurz erklärt (2025/2026)

Für Reisen in den Schengen-Raum sind neue Systeme geplant: Das Entry/Exit System (EES) soll Ein- und Ausreisen digital erfassen, und ETIAS ist als elektronische Reisegenehmigung für visumfreie Einreisen in bestimmte europäische Länder vorgesehen. Das kann auch Familien mit Kindern betreffen (je nach Nationalität). Da Zeitpläne und Details politisch und technisch angepasst werden können, lohnt sich kurz vor der Reise ein Check der offiziellen Informationen.

Mini-Checkliste: «Reisen ins Ausland mit Baby»

Wenn du wenig Zeit hast, hilft diese Kurz-Checkliste vor Abreise:

  • Reisedokumente Baby (gültig) + Kopien (Foto/Scan separat gespeichert)
  • Krankenversicherung/Versicherungskarte, Notfallnummern, wichtige Diagnosen/Medikamente notiert
  • Einverständniserklärung + Ausweiskopie der anderen sorgeberechtigten Person (falls sinnvoll)
  • Stillen/Fläschchen: genug für 24 Stunden (auch bei Verspätung), sauberes Wasser-Setup je nach Alter
  • Fieberthermometer + fiebersenkendes Mittel gemäss ärztlicher Empfehlung
  • 2 komplette Wechselsets Kleidung + Windeln/Feuchttücher für Reiseweg
  • Schlaf-Helfer: Nuschi/Lieblingsstofftier, Nachtlicht, ggf. White-Noise-App offline
  • Wetter/Temperatur: Sonnenhut, UV-Schutz, Regen- oder Kälteschutz für Kinderwagen/Trage

Gesundheit unterwegs

HealthyTravel/BAG: Impfstatus und Reisetauglichkeit prüfen

Vor der Reise lohnt sich ein kurzer Gesundheits-Check: Ist dein Baby aktuell fit? Passt das Reiseziel zum Alter (Hitze, Höhe, lange Transferzeiten)? Und sind Routineimpfungen sowie allfällige Reiseimpfungen auf Kurs? Orientierung bieten die Informationen von HealthyTravel (Schweiz) und dem BAG. Gerade bei Fernreisen oder bei Reisen in Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko ist eine Beratung durch eine Ärzt:in sinnvoll, am besten einige Wochen vorher.

Fliegen mit Baby: Timing, Druckausgleich, Babyfood & Medikamente

Viele Babys kommen mit Flügen erstaunlich gut zurecht, wenn die Basics stimmen: plane genügend Umsteigezeit, reduziere Stress am Gate und rechne mit mehr Pausen. Für den Druckausgleich beim Starten und Landen hilft Saugen oder Schlucken – Stillen, Fläschchen oder (altersabhängig) ein Schoppen mit Wasser. Wenn dein Baby erkältet ist oder Ohrenschmerzen hat, kläre das Fliegen vorher ärztlich ab.

Wenn du Babyfood, Milch oder Medikamente dabeihast, plane bei der Sicherheitskontrolle extra Zeit ein. Je nach Flughafen gelten unterschiedliche Abläufe, aber grundsätzlich solltest du alles gut zugänglich verstauen und auf Nachfrage vorzeigen können.

Flug-Security

Damit es am Flughafen entspannter läuft:

  • Babyfood/Muttermilch/Formula: griffbereit packen und bei der Kontrolle aktiv deklarieren.
  • Medikamente: möglichst in Originalverpackung mitnehmen; bei regelmässigen Medikamenten ist eine ärztliche Bestätigung hilfreich.
  • Kinderwagen/Buggy: oft bis zum Gate möglich, wird dann als Gate-Gepäck eingecheckt (Regeln je Airline).
  • Tragehilfe: erleichtert die Kontrolle und das Boarding, wenn der Kinderwagen weg ist.

Reiseapotheke für Babys 

Eine kleine, gut überlegte Reiseapotheke ist oft hilfreicher als ein übervoller Beutel. Wichtig: Dosierungen sind bei Babys immer gewichtsbasiert. Lass dir Dosierung und Maximalmenge für euer Kind vor der Reise von einer Ärzt:in oder Apotheker:in erklären und notiere sie (z. B. «mg pro kg Körpergewicht»).

  • Fieberthermometer
  • Fiebersenkendes/Schmerzmittel gemäss ärztlicher Empfehlung (Dosierung notiert)
  • Nasenspray/-tropfen in geeigneter Baby-Konzentration, plus Kochsalzlösung
  • Wundschutzcreme, Pflaster/sterile Kompressen
  • Orale Rehydratationslösung (bei Durchfall/Erbrechen nach ärztlicher Empfehlung)
  • Sonnenschutz (Schatten/UV-Kleidung ist bei Babys besonders wichtig), After-Sun bei empfindlicher Haut
  • Bei Bedarf: Fieber- oder Allergieplan, Notfallkontakte, relevante Arztberichte

Das passende Zuhause für die Ferien

Der Vorteil von Hotels ist, dass du weder kochen noch den Haushalt führen musst. Das entlastet – und kann gerade in der ersten Reisephase Gold wert sein. Frage vorab nach Babybett, Wasserkocher, Kühlschrank, Verdunkelungsmöglichkeiten, Lift und genügend Platz für Kinderwagen.

Reiseziele für Familien

Es gibt Kinderhotels, die sich auf Familien spezialisiert haben. Wenn du Standard-Hotels buchst, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck: Gibt es ruhige Zimmer, sichere Steckdosen, Platz für Wickeln, und wie hellhörig ist es? Je weniger du «im Zimmer improvisieren» musst, desto entspannter werden die Tage (und Nächte).

Eine Ferienwohnung bietet mehr Privatsphäre und Platz, sich einzurichten. Achte darauf, dass die Wohnung kinderwagengerecht ist (Eingang, Lift, Treppen). Praktisch ist auch eine Waschmöglichkeit – so brauchst du weniger Gepäck.

Süsse Träume wie zuhause

Manche Babys und Kleinkinder haben Mühe, in einer fremden Umgebung einzuschlafen. Das ist normal: neue Geräusche, Gerüche, Licht und Temperatur können überfordern. Gib euch ein bis zwei Tage «Ankommenszeit» und plane abends weniger Programm.

Wenn möglich, kommt ein paar Stunden vor der gewohnten Schlafzeit am Ferienort an. Hilfreich ist, wenn du dein Baby vor dem Schlafen kurz in das Bettchen legst, in dem es später schlafen soll. Fast noch wichtiger ist aber das vertraute Einschlaf-Ritual – und natürlich das Lieblingsstofftier oder das «Nuschi». Wenn dein Kind zuhause mit einem kleinen Nachtlicht schläft, packe dieses am besten ebenfalls ein, damit das Licht im Urlaub möglichst ähnlich ist wie daheim.

Während der Ferien hilft es vielen Kindern, wenn sie den gewohnten Schlafrhythmus ungefähr beibehalten können – auch wenn der Tagesablauf sonst anders ist. Und falls es nicht klappt: Das ist kein «Rückschritt». Schlaf ist bei Babys stark von Umgebung und Reizen abhängig, und nach der Rückkehr pendelt es sich oft wieder ein.

So gelingt die entspannte Autofahrt

Damit eine längere Autofahrt mit Baby möglichst stressarm verläuft, lohnt sich Vorbereitung. Folgende Tipps helfen:

Sicherheit beim Kindersitz

Bezüglich Sicherheit gilt auf Ferienreisen, was für jede Autofahrt gilt: Schnalle dein Kind vorschriftsmässig an und befestige den Kindersitz immer auf dem Rücksitz. 

1. Zur richtigen Zeit abfahren

Viele Babys und Kleinkinder schlafen gut im Auto. Das kannst du nutzen, indem du zu Zeiten reist, in denen dein Kind normalerweise schläft. Bei langen Strecken kann eine frühe Abfahrt oder (wenn ihr als Erwachsene fit genug seid) ein Teil der Fahrt in die Nacht hinein sinnvoll sein – auch, weil es dann oft weniger Verkehr und weniger Hitze hat. Plane aber nur so, dass die fahrende Person ausgeruht ist: Übermüdung ist ein Sicherheitsrisiko.

2. Auf die Temperatur achten

In Autos wird es schnell sehr heiss, gerade im Sommer. Da Säuglinge empfindlich sind auf Zugluft, sollten Fenster nicht direkt aufs Baby gerichtet geöffnet werden, und die Klimaanlage sollte sanft eingestellt sein. Ein guter Blendschutz verhindert, dass pralle Sonne ins Auto scheint.

Lass dein Kind nie alleine im Auto, auch nicht für fünf Minuten. Der Innenraum kann sich sehr schnell aufheizen – selbst wenn ein Fenster halboffen ist. Babys können ihre Körpertemperatur weniger gut regulieren als Erwachsene.

3. Für Ablenkung sorgen

Sorge vor der Fahrt für Ablenkung. Weiche Spielsachen kannst du mit kurzen Bändern am Kindersitz befestigen, sodass dein Baby danach greifen kann, ohne sie ständig hinunterzuwerfen. Auch bunte Bilder am Fenster oder an der Polsterlehne des Rücksitzes oder eine Spieluhr können helfen. Älteren Babys kannst du – altersabhängig und nur unter Aufsicht – einen Zwieback oder etwas geeignetes Fingerfood anbieten. Wenn dein Baby unruhig wird, hilft es oft, wenn der Elternteil, der nicht fährt, sich auf den Rücksitz neben das Kind setzt.

4. Regelmässige Pausen einlegen

Wenn du etwa alle zwei bis drei Stunden eine Pause machst, wird die Fahrt meist deutlich entspannter. Bewegung tut den Erwachsenen gut, und dein Baby freut sich, aus der Schale zu kommen und Körperkontakt zu haben. Plane Pausen so, dass Stillen/Fläschchen und Wickeln ohne Hektik möglich sind.

5 Tipps, wie Ihre Reise mit dem Baby erholsam wird.
Beine vertreten, strecken und Natur geniessen: Das tut während einer langen Autoreise ganz schön gut. (Bild: Image_Source/DigitalVision)

So fahren Familien zufrieden Zug

In Schweizer Zügen fahren Kleinkinder bis zu einem Alter von sechs Jahren in Begleitung ihrer Eltern gratis. Mit diesen Tipps gelingt die Zugfahrt:

1. Familienwagen nutzen

Die SBB bietet in den InterCity-Doppelstockzügen extra Familienwagen mit einem integrierten kleinen Kinderspielplatz. Hier stört sich niemand daran, wenn dein kleiner Liebling einmal weint oder sein grosses Geschwisterchen durch die Gänge hüpft. Die Waggons befinden sich immer im Oberdeck des ersten oder letzten Wagens einer Zugskomposition. In einstöckigen Zügen, in denen kein Platz für einen Familienwagen ist, gibt es jeweils eine Familienzone, die ebenfalls genug Platz für Kinderwagen bietet. In der SBB-App siehst du, ob es in deinem Zug einen Familienwagen hat.

2. Die Reisezeit klug wählen

Überfüllte Züge, kein Platz und drängelnde Fahrgäste sind unnötige Stressfaktoren. Reise wenn möglich nicht zu den Stosszeiten oder zu den Reisezeiten am Wochenende in die Ferien. In der SBB-App steht im jeweiligen Fahrplan die erwartete Auslastung des Zuges in Form von einem Männchen (tiefe Belegung), zwei Männchen (hohe Belegung) oder drei Männchen (sehr hohe Belegung). Für Familien lohnt es sich zudem, Sitzplätze im Vorfeld zu reservieren.

3. Tragehilfe oder Babyschale nicht vergessen

In vielen Zügen müssen Kinderwagen beim Eingang zurückgelassen werden. Es erleichtert deshalb die Reise, wenn du ein Tragetuch oder eine andere Tragehilfe mitnimmst, in dem dein Baby während der Fahrt liegen kann.

4. Um Hilfe bitten

Wenn du ohne Partner mit Baby reist, ist es oft schwierig, den Kinderwagen alleine in den Zug zu hieven. Und nicht immer bieten Leute von sich aus Unterstützung an. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten – die meisten Menschen packen gern mit an.

Fliegen ist schon nach einer Woche möglich

Neugeborene dürfen schon ab der ersten Lebenswoche mit ins Flugzeug, sofern sie ein gültiges Reisedokument besitzen. Darf der Kinderwagen mit ans Gate? Was tun, wenn dein Kind ununterbrochen schreit? Und wie bereitest du dich am besten auf den Flug vor?

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