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Feuerwerk an Silvester in der Schweiz: Was erlaubt ist – und wie du Kinder schützt

Silvester kann für Kinder magisch sein – und gleichzeitig laut, unübersichtlich und riskant. Wenn du weisst, was in deiner Gemeinde gilt und wie du Lärm, Funken und Gedränge einplanst, wird der Jahreswechsel deutlich entspannter. Hier findest du klare Schritte zu den Regeln vor Ort, eine kompakte Sicherheits-Checkliste nach BFU sowie Erste Hilfe bei typischen Verletzungen.

Feuerwerk am Himmel
IFeuerwerk ist schön, aber In vielen Städten gibt es Verbotszonen © sam_eder / Getty Images

Kurz erklärt: Wer regelt Feuerwerk in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es nicht «das eine» landesweite Silvester-Regelwerk, das überall gleich ist. Häufig entscheiden Gemeinden und Städte über Details wie Abbrennzeiten, erlaubte Orte oder Einschränkungen. Zusätzlich können temporäre Verbotszonen für einzelne Veranstaltungen gelten (z. B. in Innenstädten, an Seen, bei grossen People-Events). Und bei Trockenheit, Waldbrandgefahr oder in Schutzgebieten können kurzfristig strengere Vorgaben dazukommen.

Für dich als Elternteil bedeutet das: Selbst wenn Feuerwerk «grundsätzlich erlaubt» ist, kann es an deinem Wohnort oder an einem Event trotzdem verboten oder stark eingeschränkt sein. Genau dieses Detail ist entscheidend für eure Planung.

So findest du die Regeln 

Wenn du schnell Klarheit willst, helfen meist drei Schritte. Plane diese Abklärung am besten vor dem 31. Dezember ein – dann sind Informationen leichter zu finden und Telefonleitungen weniger überlastet.

Schritt 1: Geh auf die Website deiner Gemeinde/Stadt und suche nach «Feuerwerk», «Silvester», «Polizeiverordnung» oder «Merkblatt».

Schritt 2: Prüfe, ob es Hinweise der Stadt-/Kantonspolizei oder des Veranstalters gibt (bei grossen Events oft mit Karte/Zone).

Schritt 3: Achte auf temporäre Einschränkungen (Trockenheit/Wind) und auf Schutzräume wie Waldränder, Naturschutz- oder Landwirtschaftsflächen.

Wichtig: Auch wenn ihr «nur zuschaut», sind Regeln zu Orten und Sperrzonen relevant. Gerade in Städten kann das Abbrennen in bestimmten Bereichen untersagt sein, um Menschenansammlungen und Notfallzufahrten zu schützen.

Sicherheit beim Zünden: Checkliste für Familien

Wenn in deinem Umfeld Feuerwerk gezündet wird, gilt: Kinder gehören nicht an die Zündstelle. Die BFU empfiehlt, Feuerwerk so zu handhaben, dass Fehlzündungen, Umkippen und Funkenflug möglichst wenig Schaden anrichten können. Plane lieber «langweilig sicher» als «knapp spannend» – das ist an Silvester die beste Unfallprävention.

BFU-Checkliste 

  • Vor dem Fest: Kaufe nur geprüfte Produkte, lies die Gebrauchsanweisung, lagere trocken und ausser Reichweite von Kindern und zünde nie in Innenräumen.
  • Beim Abbrennen: Wähle einen freien, übersichtlichen Ort, sorge für eine stabile Unterlage, halte genügend Abstand zu Menschen, Gebäuden und brennbaren Materialien, und verzichte auf Alkohol beim Zünden.
  • Blindgänger: Nicht sofort nachschauen. Warte, halte Abstand, und behandle Fehlzündungen als gefährlich. Wenn möglich gemäss Anleitung sichern (häufig: warten, wässern) und erst dann entsorgen.

Ein häufiger Irrtum ist: «Kleine Böller sind harmlos.» Gerade kleine Knallkörper und Raketen werden oft zu nahe am Körper gehalten oder in Gruppen gezündet. Kinder lernen ausserdem durch Nachahmung: Wenn Erwachsene Risiken bagatellisieren, steigt die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Experimente.

Kinder schützen beim Zuschauen: Gehör, Abstand und Standort

Für Kinder ist an Silvester nicht nur die Verletzungsgefahr durch Funken relevant, sondern auch die Lärmbelastung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weist darauf hin, dass laute Impulse das Gehör belasten können. Kinderohren sind empfindlich, und weil Kinder Geräusche anders einschätzen, bleiben sie schneller «zu lange zu nah dran».

Praktisch heisst das: Abstand ist der beste Schutz – und für viele Kinder zusätzlich ein passender Gehörschutz (Kapselgehörschutz ist oft zuverlässiger als schlecht sitzende Stöpsel). Achte darauf, dass der Gehörschutz wirklich gut sitzt und dass dein Kind ihn schon vor Mitternacht einmal probiert – nicht erst im Knallmoment.

Wähle euren Standort so, dass ihr euch nicht eingeengt fühlt: möglichst seitlich versetzt statt mitten in der Menge, mit freiem Fluchtweg (Kinderwagen/Trage so positionieren, dass du sofort wegkommst). Bei Wind lohnt es sich, eher windabwärts zu vermeiden, damit Rauch und Funken nicht zu euch ziehen.

Tiere schützen: Was Familien konkret tun können

Viele Kinder leiden mit, wenn Hund oder Katze Angst haben. Es empfiehlt sich, Haustieren einen ruhigen Rückzugsort zu ermöglichen und sie nicht alleine draussen zu lassen. Für Hunde kann es helfen, Spaziergänge früher zu planen, bevor die Knallerei beginnt. Für Katzen ist wichtig, dass sie am Abend möglichst im Haus bleiben und sich verstecken dürfen.

Zusätzlich sinnvoll: Wenn dein Tier entlaufen könnte, prüfe, ob es registriert ist (Chip/Registrierung) und ob Adresse/Telefonnummer aktuell sind. Wenn du am Waldrand wohnst oder unterwegs bist, gilt Rücksicht auch auf Wildtiere: Knaller und Raketen in der Nähe von Feldern und Waldkanten können Tiere stark stressen und aufscheuchen.

Notfall: Erste Hilfe und wichtige Nummern in der Schweiz

Auch mit guter Planung kann etwas passieren. Dann hilft es, ruhig zu bleiben und die nächsten Schritte zu kennen. Bei Kindern gilt: lieber einmal zu früh medizinisch abklären lassen als zu spät – besonders bei Augen, Händen und Gehör.

Notfallnummern (Schweiz)

144 Sanität

145 Tox Info Suisse (Vergiftungen/chemische Exposition)

117 Polizei

118 Feuerwehr

Verbrennung: was du sofort tun kannst

Kühle die betroffene Stelle sofort mit kühlem (nicht eiskaltem) Wasser über mehrere Minuten, damit die Hitze aus dem Gewebe kommt. Entferne Schmuck (Ring, Armband), bevor Schwellungen einsetzen. Decke die Stelle danach locker und sauber ab. Hol ärztliche Hilfe, wenn die Verbrennung grossflächig ist, stark schmerzt, Blasen bildet, im Gesicht/Genitalbereich liegt oder du unsicher bist.

Augen- oder Handverletzung: immer ernst nehmen

Bei Augenverletzungen: nicht reiben, nichts «herausfischen», das Auge abdecken und sofort medizinisch abklären lassen. Bei Handverletzungen gilt: Blutung stillen, sauber abdecken, hochlagern und ebenfalls zügig beurteilen lassen – gerade weil Finger/Sehnen durch Splitter oder Druckwellen betroffen sein können.

Gehör: wann du abklären lassen solltest

Wenn dein Kind nach einem Knall Schmerzen, anhaltendes Rauschen/Pfeifen, ein «verstopftes» Gefühl oder Hörminderung hat, lass das zeitnah ärztlich beurteilen. Je früher abgeklärt wird, desto besser lassen sich Folgen einschätzen.

FAQ: typische Elternfragen

Sind Wunderkerzen für Kinder «okay»? Wunderkerzen werden oft unterschätzt: Sie brennen sehr heiss und können Funken sprühen. Wenn du sie erlaubst, dann nur unter enger Aufsicht, mit Abstand zu Gesicht und Kleidung, am besten draussen und ohne herumrennen. Für kleinere Kinder sind sie häufig keine gute Idee.

Knallerbsen, Tischbomben & Co.: harmlos? Auch «kleine» Knallartikel können erschrecken, Augen reizen oder bei unsachgemässem Gebrauch zu Verletzungen führen. Für Kinder ist ausserdem die Lärmbelastung und der Schreckmoment ein Thema.

Dürfen Jugendliche Feuerwerk zünden? Das hängt von Produktkategorie und lokalen Regeln ab. Unabhängig davon gilt: Jugendliche handeln unter Gruppendruck oft riskanter. Wenn du zustimmst, dann nur mit klaren Regeln (kein Alkohol, Abstand, kein Werfen, kein Zünden in Gruppen) und mit einer verantwortlichen erwachsenen Person in der Nähe.

Was, wenn mein Kind grosse Angst hat? Nimm die Angst ernst. Ein ruhiger Rückzugsort, geschlossene Fenster, gedimmtes Licht, vertraute Musik und ein klarer Plan («Wir schauen 5 Minuten, dann gehen wir rein») helfen vielen Kindern. Wenn dein Kind schlafen soll, kann ein konstanter Hintergrundton (z. B. leises Rauschen) störende Knalle etwas abmildern; entscheidend bleibt aber ein möglichst ruhiger Raum.

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