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6 Tipps für gelassene Festtage in der Familie 

Viele Eltern in der Schweiz freuen sich auf die Festtage und fühlen sich gleichzeitig angespannt. Geschenke organisieren, Familienbesuche planen, Essen vorbereiten, Traditionen pflegen: Das braucht Zeit, Energie und oft viel Nerven. Wir zeigen Dir, wie du in sechs Schritten die Festtage so gestaltest, dass sie zu deiner Familie passen.

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Die Familie am Festtisch: Wie du die Feiertage mit der grossen Verwandtschaft entspannt managest und Gelassenheit pflegst. © vladans / Getty Images

Erwartungen klären und reduzieren

Oft entsteht Stress, weil unausgesprochene Erwartungen im Raum stehen: von dir selbst, vom Partner oder der Partnerin, von Grosseltern, aus deiner Herkunftsfamilie oder aus Social Media. Wichtig ist, die Feiertage ehrlich und authentisch nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten.

Um dies zu erreichen kannst du so vorgehen:

  1. Schreib deine persönlichen Wünsche auf
    Zum Beispiel: „Zeit zum Spielen mit den Kindern“, „Abend mit Freunden“, „Kirchgang“, „Spaziergang im Schnee, wenn möglich“, „klare Ruhetage ohne Besuch“.
  2. Markiere drei Dinge, die dir wirklich wichtig sind
    Der Rest ist „nice to have“. Wenn es eng wird, dürfen diese Punkte wegfallen oder kleiner werden.
  3. Sprich mit deiner Partnerin oder deinem Partner
    Jede Person benennt ihre drei wichtigsten Punkte. Sucht eine Lösung, bei der diese Prioritäten Platz haben. Alles andere ist optional.
  4. Kläre Erwartungen mit der Herkunftsfamilie
    Überlege vorher, was für euch als Kernfamilie machbar ist. Teile dies klar, freundlich und früh mit. Pro Juventute empfiehlt, Themen wie Geschenke oder Besuchszeiten rechtzeitig anzusprechen.

Je klarer du bist, desto weniger läufst du in Situationen hinein, in denen du dich überrumpelt oder überfordert fühlst.

Einen realistischen Festtagsplan erstellen

Ein einfacher Plan kann viel Druck aus dem Dezember nehmen. Er muss nicht perfekt sein, sondern dir Orientierung geben.

So kannst du planen:

  1. Familienkalender für den Dezember
    Schreibe alle fixen Termine hinein: Schulaufführungen, Kita- oder Krippenfeiern, Firmenanlässe, Vereinsaktivitäten, Gottesdienste.
  2. Ruhige Tage bewusst einbauen
    Plane pro Woche mindestens einen „nichts Neues planen“-Abend und einen halben Tag ohne externe Termine. Gerade für Kleinkinder und Schulkinder hilft ein klarer Wechsel zwischen aktiven Tagen und Ruhetagen.
  3. Einzelne Zeitfenster statt ganze Tage planen
    Zum Beispiel: „Samstagvormittag Geschenke organisieren“, „Sonntagabend Planung für die Woche“, „24. vormittags spazieren, nachmittags vorbereiten, abends Feier“.
  4. Wege und Fahrzeiten realistisch einschätzen
    Wenn ihr Familie in mehreren Kantonen besucht, rechne Reisezeit, Pausen und mögliche Staus mit ein. Reduziere die Anzahl Orte, statt möglichst viele Abstecher einzuplanen.
  5. Plan sichtbar machen
    Hänge den Kalender mit allen Terminen an einen Ort, den alle sehen. Grössere Kinder verstehen besser, was wann ansteht, und können sich darauf einstellen.

Du darfst den Plan anpassen, wenn du merkst, dass es zu viel wird. Ein abgesagter Anlass ist oft besser als ein übermüdetes Kind und eine erschöpfte Mutter oder ein erschöpfter Vater.

Rituale stärken, Programm kürzen

Kinder erinnern sich häufig an wiederkehrende Rituale. Sie geben ihnen Orientierung und Geborgenheit.

Du kannst dir folgende Fragen stellen:

  1. Welche Rituale sind deiner Familie wichtig?
    Zum Beispiel: Guetzli backen, ein bestimmtes Lied, eine Geschichte an Heiligabend, gemeinsames Kerzenanzünden, Besuch bei den Grosseltern.
  2. Welche Rituale sind für dich vor allem Aufwand, ohne dass sie jemand wirklich vermisst?
    Was du kaum noch aus Überzeugung machst, kannst du weglassen oder vereinfachen.
  3. Passe Rituale an das Alter deiner Kinder an
    – Kleinkinder: kurze, klare Abläufe, wenig Ortswechsel, bekannte Bezugspersonen.
    – Schulkinder: mithelfen beim Dekorieren, einfache Aufgaben übernehmen.
    – Jugendliche: mitreden lassen, zum Beispiel bei Menüwahl oder Musik.
  4. Weniger ist oft wirksamer als ein dichtes Programm
    Ein ruhiger Nachmittag mit Geschichten, Spielen oder einem Film kann mehr Verbundenheit schaffen als drei Anlässe an einem Tag.

Aufgaben fair verteilen und Mental Load senken

Eine grosse Belastung entsteht nicht nur durch die Menge an Aufgaben, sondern durch das dauernde Mitdenken.

Senke deinen «Mental Load» indem du die Last verteilst:

  1. Alle Aufgaben sichtbar machen
    Schreibe eine Liste für den Dezember: Geschenke planen, einkaufen, einpacken, Karten schreiben, Menü planen, einkaufen, Wohnung vorbereiten, Gästebetten, Reisen organisieren, Kinderbetreuung, Schulprojekte, Vereinsaktivitäten.
  2. Zuständigkeiten klar einteilen
    Jede erwachsene Person übernimmt ganze Pakete, nicht nur „Hilfsaufgaben“. Zum Beispiel: „Geschenke Organisation“, „Lebensmittel und Menü“, „Reisen und Übernachtungen“.
  3. Kinder einbeziehen
    – Kindergarten- und Schulkinder können Guetzli verzieren, Servietten falten, Geschenkanhängsel malen, Dekoration vorbereiten.
    – Jugendliche können online recherchieren, einkaufen gehen, kochen, jüngere Geschwister begleiten.
  4. Kommunikationszeiten abmachen
    Plane kurze Check-ins, zum Beispiel einmal pro Woche zehn Minuten, um abzugleichen, was noch offen ist. Das reduziert Missverständnisse und spontanen Streit kurz vor der Feier.

Kinder vor Reizüberflutung schützen

An den Festtagen prasseln viele Eindrücke auf Kinder ein: Menschen, Geräusche, Geschenke, Essen, Licht. Auf diesen Dauerstress reagieren Kinder häufig mit Gereiztheit oder Rückzug reagieren.

Du kannst dein Kind unterstützen, indem du:

  1. Pausen einplanst
    Nach einer Feier oder einem Besuch ein Zeitfenster ohne Besuch einbauen, in dem dein Kind spielen, lesen oder einfach zuhause sein kann.
  2. Reizarme Zonen schaffst
    Ein ruhiger Raum ohne Musik und Bildschirm kann helfen, wenn dein Kind überfordert wirkt.
  3. Anzahl Geschenke begrenzt
    Fachpersonen raten dazu, eine überschaubare Anzahl Geschenke zu machen und sie nicht alle gleichzeitig zu übergeben. Du kannst Abmachungen mit Grosseltern und Verwandten treffen, zum Beispiel Wichteln oder gemeinsame Geschenke.
  4. Mit deinem Kind über Gefühle sprichst
    Frage dein Kind, wie es die Festtage erlebt, und nimm Gefühle wie Freude, Nervosität oder Überforderung ernst.

Mit Geld und Geschenken gelassen umgehen

Geschenke, Reisen und Festessen kosten Geld. Dies kann zu deutlichem Stress in der Familie führen.

Du kannst deinen finanziellen Stress reduzieren, indem du:

  1. Ein klares Budget festlegst
    Definiere einen Gesamtbetrag für Geschenke, Reisen und besondere Ausgaben. Teile ihn auf die verschiedenen Kategorien auf.
  2. Offene Gespräche führst
    Du darfst Verwandten sagen, dass ihr dieses Jahr kleinere Geschenke macht oder Wichteln bevorzugt.
  3. Zeit statt Dinge verschenkst
    Zum Beispiel: gemeinsame Ausflüge, Babysitting, Kochabend, Gutschein für einen Kinobesuch mit den Grosseltern.
  4. Kinder altersgerecht einbeziehst
    Grössere Kinder können lernen, dass es Grenzen gibt. Du kannst erklären, wie ihr als Familie Prioritäten setzt, ohne Angst zu machen.

Du musst die Festtage nicht perfekt gestalten. Es reicht, wenn sie für deine Familie stimmig sind und ihr euch darin möglichst wohl fühlt. Jeder kleine Schritt hin zu weniger Druck und mehr Klarheit ist ein Gewinn für dich und deine Kinder.

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