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Mehr als nur «Heissi Marroni»: Fünf überraschende Rezepte für Ihre Gäste

Sobald die Tage wieder kürzer und kälter werden, locken sie die Passanten mit ihren Werberufen an ihre Stände: «Heissi Marroni, feini heissi Marroni z verchaufe!», rufen die Marroniverkäufer. Wir präsentieren fünf überraschende Rezepte mit Edelkastanien als Alternative.

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Überraschend anders: Marroni-Chutney

Überraschend anders: Kombinieren Sie orientalische Gewürze mit der heimischen Marroni und zaubern Sie mit diesem Rezept aus Edelkastanien, Datteln und Zwiebeln ein feines Chutney auf den Tisch.

(Bild: zVg/kastanienland.ch)

Um die Castanea sativa, gemeinhin auch Marroni genannt, ranken sich viele Sagen. Der Legende nach sollen die Römer die Edelkastanien von ihren ausschweifenden Reisen mit nach Europa gebracht haben. Ein Mythos, der heute widerlegt ist. Dennoch haftet der kleinen edlen Frucht etwas mysthisches an. Man denke nur an den Geruch, der sich vom Herbst bis in die Vorweihnachtszeit hinein jeweils rund um die Marronistände auf den Strassen verbreitet und Kinderaugen zum Leuchten bringt.

Grund genug, den stacheligen Gesellen mit der samtigen Frucht auf dem Teller als Hauptdarsteller zu inszenieren. Eines sei bei unserer Rezeptsammlung vorweg genommen: Mit der wertvollen Obstsorte kann man weit mehr machen, als sie zu «Heissi Marroni» verarbeiten.

Als Vorspeise oder ausgefallenes Chutney

Marroni-Randen Aufstrich

Das benötigen Sie:

  • 200g rohe Marroni, geschält (frisch oder tiefgefroren)
  • 150 – 200g rohe Randen
  • 1 Orange
  • ½ - 1 EL Sesam-Mus (Tahin)
  • 1 Handvoll Basilikum
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Gewürz Ras el Hanout
  • Wasser

So geht’s

Marroni in einer Pfanne voll Wasser weichkochen. In der Zwischenzeit die Randen schälen und in grosse Würfel schneiden, die Orange halbieren und auspressen. Wenn die Marroni gar sind, Wasser abschütten und Marroni etwas abkühlen lassen.

Marroni, gewürfelte Rande, das Sesam-Mus, Orangensaft und den Basilikum mit einem leistungsstarken Mixer gut mixen, bis eine feine, gut streichbare Masse entsteht. Je nach Flüssigkeitsanteil der Rande und Menge an Orangensaft nach Bedarf einen Schuss Wasser hinzufügen, wenn die Masse noch zu trocken ist. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Ras el Hanout abschmecken.

Tipp: Der Aufstrich ist im Kühlschrank 2-3 Tage haltbar. Besonders gut schmeckt er zu Vollkornbroten oder auch zu einem rezenten Käse und reifen Birnen.

Rezeptidee: kastanienland.ch

 

Marroni-Zwiebel-Dattel Chutney

Zutaten

  • 200g rote Zwiebeln
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 TL gemahlener Pfeffer Marrakesch
  • 1 dl Rotweinessig
  • 1 dl Wasser
  • 200g Datteln
  • 300g geschälte, tiefgefrorene Marroni
  • Himalayasalz

So geht’s

Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Zwiebeln dazu geben und goldbraun rösten. Nach etwa 2 Minuten den Marrakesch-Pfeffer hinzufügen und kurz mitdünsten. Mit Rotweinessig und Wasser ablöschen.

Datteln halbieren, Stein entfernen und längs in drei Streifen schneiden. Diese zusammen mit den ganzen Marroni zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Das Ganze halb zugedeckt auf kleinem Feuer zirka eine Stunde einköcheln lassen. Achten Sie darauf, das noch Flüssigkeit übrig bleibt. Wenn die Masse gar ist, mit etwas Himalayasalz abschmecken.

Das noch heisse Chutney mit wenigen, kurzen Stössen mit dem Pürierstab zerkleinern. Achten Sie darauf, dass die Masse nicht zu einem Mus wird; es sollten noch kleine Stücke der einzelnen Komponenten sichtbar sein. Falls nach dem Zerkleinern keine Flüssigkeit mehr übrig ist (die Marroni saugen Flüssigkeit auf), etwas heisses Wasser nachgeben.

Das fertige Chutney in saubere, heiss ausgekochte Einmachgläser füllen, Deckel sofort verschliessen. Ergibt etwa 4 Gläser à je 200 ml (bis zum obersten Rand gefüllt).

Rezeptidee: kastanienland.ch

Die Edelkastanie als Protagonist: Feines Rezept für einen Marroni-Burger

Die Edelkastanie als Protagonist: Feines Rezept für einen Marroni-Burger. (Bild: zVg/kastanienland.ch)

Hauptgang

Marroni-Burger

Zutaten für den Burger

  • 200g Marroni
  • 5dl Hühnerbouillon
  • 1 Bürli
  • etwas Milch oder Wasser
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Petersilie
  • 500g Rindshackfleisch
  • 1 Ei
  • 60g Paniermehl
  • Olivenöl zum Braten
  • Pfeffer, Salz, Muskatnuss

Zutaten für Beilagen

  • 4 – 8 Karotten (je nach Grösse)
  • 400g Minikartoffeln
  • Salz, Pfeffer

So geht’s

Marroni im gut gepfefferten Bouillonfond al dente garen. Marroni abschöpfen und vierteln (50g Marroni bleiben ganz für die Garnitur); Bouillonfond behalten.

Bürli in etwas Milch oder Wasser einweichen.

Zwiebel und Knoblauch schälen, zusammen mit der Petersilie fein hacken. In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen. Die gehackten Zwiebeln, Knoblauch und Ptersilie andünsten und abkühlen lassen.

Das eingeweichte Brot etwas ausdrücken und zerzauseln, mit dem Hackfleisch in eine Schüssel geben. Zwiebelmischung, Ei, Paniermehl und Gewürze beifügen. Alles zu einer Masse kneten. Jetzt die zuvor geviertelten Marroni sanft daruntermischen.

Bevor Sie die Burger formen und braten, kochen Sie die Minikartoffeln und Karotten im heissen Salzwasser al dente.

Nun formen Sie mit der fertigen Masse nach eigenem Gusto schöne Marroni-Burger. In einer Pfanne mit Olivenöl langsam auf beiden Seiten braten, bis sie schön braun und durch sind. Nun auch die Minikartoffeln in einer Pfanne mit Olivenöl sanft anbraten. Alles auf einem vorgewärmten Teller anrichten, falls vorhanden, mit einem Edelkastanienblatt verzieren.

Rezeptidee: kastanienland.ch

Wie Öpfelchüechli, einfach anders: Feines Rezept für Birnenküchlein mit Marronicreme

Wie Öpfelchüechli, einfach anders: Feines Rezept für Birnenküchlein mit Marronicreme. (Bild: zVg/kastanienland.ch)

Desserts

Birnenküchlein mit Marronicreme

Zutaten Marronicreme

  • 2 dl Vollrahm
  • 1 Vanilleschote
  • 1 EL Vanillezucker
  • 250g gezuckertes Marronipüree

Zutaten Bürnenküchlein

Teig

  • 2 Eier
  • 2 EL Rohrzucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • ½ TL Himalaya-Salz
  • 200g Mehl
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 3 dl Milch

Übrige Zutaten

  • 3 grosse Birnen
  • etwas gemahlener Zimt
  • etwas Mehl
  • Hochwertiges Frittieröl
  • Zimt-Zucker
  • Ahornsirup und Marrons Glacés zur Dekoration

Zubereitung Marronicreme

Vollrahm erwärmen, nicht aufkochen. Vanilleschoten halbieren, aufschneiden, Mark auskratzen und inklusive Schote im gewärmten Rahm zwei Stunden ziehen lassen. Dann Schote entfernen, Vanillezucker beigeben und mit dem Marronipüree zu einer mittelflüssigen Creme aufrühren.

Zubereitung Brinenküchlein

Eigelb und Eiweiss trennen. Eiweiss zur Seite stellen und Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Danach Vanillezucker und Himalaya-Salz unterrühren.

Mehl mit Backpulver mischen, nach und nach unter ständigem Rühren die Milch sowie die Eigelb-Zucker-Mischung zugeben. Alles zusammen zu einem dicklichen Backteig rühren. Zirka 30 Minuten ruhen lassen, damit sich dieser etwas setzen kann. Nach dem Ruhen Eiweiss zu Eischnee schlagen und vorsichtig unter die Teigmasse einarbeiten.

Bei den Birnen das Kerngehäuse ausstechen und die Früchte in zirka 1 cm dicke Scheiben schneiden. Beidseitig mit einem Hauch Zimt und Mehl betreuen. Das Mehl sorgt dafür, dass der Backteig besser an den Scheiben haftet.

Nun das Frittieröl erhitzen, Birnenscheiben im Backteig wenden und heissen Öl von beiden Seiten bei kleiner Hitze langsam ausbacken. Wenn die Birnenküchlein auf beiden Seiten eine goldbraune Farbe haben, aus dem Öl heben und warm stellen.

Marronicreme in einem separaten Schälchen auf einen Teller stellen, Birnenküchlein dazu anrichten, mit Zimt-Zucker bestreuen und mit Ahornsirup und Marrons Glacés dekorieren. En Guete!

Rezeptidee: kastanienland.ch

 

Marroni-Birnen Strudel

Das brauchen Sie für den Strudelteig

  • 300g Mehl
  • ½ TL Salz
  • 1,5 dl lauwarmes Wasser
  • 3 EL Öl

Das brauchen Sie für die Füllung

  • 500g tiefgekühlte Marroni
  • 8 EL Zucker
  • 6 EL Wasser
  • Saft einer Zitrone
  • 500g Birnen
  • 4 EL Rosinen
  • 6 EL gemahlene Mandeln
  • 3 EL Zucker
  • 3 EL Tequila
  • Gewürze: Zimt, Muskat, Piment, frisch geriebener Ingwer
  • Etwas Butter
  • Eine handvoll gemahlene Mandeln

Das bauchen Sie für die Vanillesauce

  • 2 Vanilleschoten
  • 5 dl Milch
  • 6 Eigelb
  • 60g Zucker

So machen Sie den Strudelteig

Mehl und Salz in eine Schüssel geben und mischen. Das lauwarme Wasser und das Öl hinzugeben und zu einem glatten Teig vermengen. Den Teig zirka 8 Minuten kräftig durchkneten, ihn immer wieder auf die Arbeitsfläche schlagen, bis er glatt, seidig, feinporig und weich ist. Zu einer Kugel formen und die Oberfläche ganz dünn mit Öl bestreichen. Den Teig unter einer heiss ausgespülten Schüssel bei Raumtemperatur zirka 30 Minuten ruhen lassen.

So machen Sie die Füllung

Tiefgekühlte Marroni kurz unter heisses Wasser halten, um sie leicht aufzutauen. Abtropfen lassen und vierteln. Zucker und Wasser in einer Pfanne aufkochen, dabei nicht rühren. Hitze reduzieren und unter gelegentlichem hin und her schwenken der Pfanne köcheln, bis ein hellbrauner Caramel entsteht. Geviertelte Marroni beigeben und mit dem Caramel mischen. Auf einem Backpapier verteilen und auskühlen lassen.

Saft einer Zitrone auspressen und in eine Schüssel geben. Birnen samt Schale achteln, das Kerngehäuse entfernen und die Früchte in Würfel schneiden. Sofort mit dem Zitronensaft mischen. Rosinen, gemahlene Mandeln, Zucker, Tequila, Gewürze und die ausgekühlten Marroni dazugeben. Alles untereinander mischen.

So formen Sie den Strudel

Butter in einer Pfanne auf kleiner Flamme füssig werden lassen, beiseite stellen.

Ein grosses Küchentuch mit Mehl bestreuen und den Strudelteig darauf dünn zu einem Rechteck auswallen. Die Hände mit Mehl einreiben und mit den Handrücken nach oben unter den Teig schieben. Den Teig Abschnitt für Abschnitt von der Mitte aus mit den Handrücken hochheben und gleichmässig auseinanderziehen. Machen Sie das so lange, bis der Strudelteig hauchdünn und durchscheinend ist. Dicke Randpartien wegschneiden und aufheben, um allfällige Löcher zu flicken.

Legen Sie das Teigrechteck wieder auf das Küchentuch und bestreichen Sie es mit wenig der zuvor beiseite gestellten flüssigen Butter, dann verteilen Sie die handvoll fein gemahlenen Mandeln darauf. Füllung auf dem Teig verteilen, dabei einen Rand von zirka 5 cm frei lassen. Ränder über die Füllung klappen. Nun heben Sie das Küchentuch mit beiden Händen an und schlagen die obere Teigkante über die Füllung. Tuch sorgfältig nachfassen, bis der Strudel eingerollt ist. Den Strudel mithilfe des Küchentuchs mit der Nahtseite nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech gleiten lassen. Je nach Grösse des Strudels diesen zu einem Hufeisen formen. Nun den Strudel mit der restlichen zerlassenen Butter bestreichen und in die Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens geben. 35-45 Minuten backen, dabei zwischendurch immer wieder mit flüssiger Butter bestreichen.

Zubereitung Vanillesauce

Milch in eine Pfanne geben. Vanilleschoten der Länge nach aufschneiden, Samen mit dem Messerrücken auskratzen und diese zur Milch hinzugeben und aufkochen. Vanillemilch beiseite stellen und zirka 7-10 Minuten ziehen lassen. Das Eigelb und den Zucker zu einer hellen Creme aufschlagen.

Die Vanillemilch nochmals bis kurz vor den Siedepunkt aufkochen (Achtung, sie darf nicht ganz kochen, da sonst das Eigelb ausflockt!), danach unter ständigem Rühren langsam zum Zucker-Ei-Gemisch giessen. Alles zurück in die Pfanne geben und unter Rühren aufkochen. In eine Schüssel umgiessen und eine Frischhaltefolie auf die Creme legen, damit sich beim Abkühlen keine Haut bilden kann.

Zum Schluss den fertig gebackenen Strudel mit der Vanillesauce anrichten.

Rezeptidee: kastanienland.ch