Facebook Pixel
Gesundheit > Baby & Kind

Chronische Krankheiten bei Kindern: Asthma, Diabetes und Neurodermitis

Husten, Schnupfen und Bauchschmerzen gehen schnell vorüber. Dann sind Kinder wieder gesund, ohne Schmerzen und zurück im Leben. Manche Krankheiten sind dagegen chronisch. Was Sie und Ihre Kinder gegen Asthma, Diabetes und Neurodermitis tun können, lesen Sie hier.

Chronische Krankheiten bei Kindern

Bei Atemnot kann ein Asthma-Spray helfen. Foto: iStock, Thinkstock

Vor allem für die Eltern des kranken Kindes ist die Diagnose über eine chronische Krankheit ein Schock. Sie wissen nicht, was auf sie und ihr Kind zukommen wird, was sich verändern wird und in welcher Art und Weise sich die Krankheit auswirkt. Generell ist der Kinderarzt der erste Ansprechpartner. Er unterstützt die Eltern mit wichtigen Sachinformationen zur Krankheit selbst und ist beratend tätig. Er nimmt Eltern die ersten Ängste, gibt praktische Tipps zum Umgang mit der Krankheit im Alltag oder vermittelt weiter an Fachärzte, Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen.

Asthma

Bei dieser Krankheit sind die Atemwege chronisch entzündet. Es kommt zu Hustenanfällen oder sogar zur Atemnot. In akuten Fällen treten Begleiterscheinungen wie Angst, Nervosität, Verfärbung der Lippen und eine schnellere Atmung auf. Asthma kann in jedem Lebensalter vorkommen, häufig sind Kinder zwischen zwei und vier Jahren betroffen. Man kann es nicht heilen, aber bei einer frühzeitigen Behandlung stehen die Chancen für eine Beschwerdefreiheit gut.

Nicht jeder Hustenanfall ist mit Asthma gleichzusetzen, treten diese aber immer häufiger und unerklärlich auf, ist ein Arztbesuch angesagt. Sie sollten sofort reagieren, wenn Ihr Kind einen schweren Atemnotanfall hat. Wenn dann tatsächlich die Diagnose feststeht, sind fundierte Informationen ein wichtiger Faktor. In Kursen, die bestimmte Spitäler oder Praxen anbieten, erfahren Eltern und Kinder Essenzielles zur Krankheit: Was begünstigt diese? Wie bekommt man mit der richtigen Atemtechnik mehr Luft? Welche Sportarten können ausgeführt werden? Wie reagiert man im Notfall? Ziel ist dabei, ein ganz normales Leben zu führen und dem Kind Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit Asthma beizubringen. Selbsthilfegruppen sind gute Ansprechpartner. Kranke können sich untereinander austauschen und erfahren so: Ich bin nicht der Einzige, der diese Krankheit hat.

Behandlung von Asthma

Bei schwachen Symptomen ist ein Medikament ausreichend, welches in Situationen eingenommen wird, in denen es zu Anfällen kommt (Sportunterricht). In schweren Fällen wird eine Dauerbehandlung empfohlen. Manche Eltern schwören auf eine zusätzliche naturheilkundliche Behandlung, wie die Einnahme von Globuli. Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training sollen helfen, die Beschwerden zu lindern. Dies ist jedoch eine individuelle Entscheidung.

Mit einem Messgerät wird der Blutzuckerspiegel bei der chronischen Krankheit Diabetes kontrolliert

Wer unter Diabetes leidet, muss regelmässig seinen Blutzuckerspiegel mit einem Messgerät kontrollieren. Foto: ©iStockphoto.com/Mark Hatfield

Die «Zuckerkrankheit» ist kein Erwachsenenphänomen, auch Kinder und Jugendliche erkranken daran, darunter auch Babys und Kleinkinder. Viele Eltern haben einen grossen Respekt vor der Krankheit und sind unsicher, wie sie damit umgehen sollen. Die falsche Reaktion wäre, das Leben des Kindes von Grund auf zu ändern. Vieles ist nach wie vor möglich: Freunde zu treffen oder den Sportverein zu besuchen.

Erste Anzeichen für Diabetes sind extremer Durst, enormes Wasserlassen, Müdigkeit und starke Gewichtsabnahme. Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt.

Die Krankheit muss an die Lebensumstände des Kindes angepasst werden: Der Blutzucker muss akribisch gemessen werden, Insulin muss gespritzt werden und die Ernährung muss angepasst werden. Diabetiker müssen genau wissen, wie der Nährstoffgehalt von Lebensmitteln aussieht. Dieser wird anhand von Broteinheiten berechnet. In der Schweiz gilt das Dezimalsystem. Ein Brotwert wird mit 10g Kohlenhydraten gleichgesetzt. Eine genaue Auflistung finden Sie in Diabetestabellen.

Nach einiger Zeit wird das ungewohnte Insulinspritzen und die Berechnung der Mahlzeiten zur Routine. Eltern und Kind werden in diesem neuen Lebensabschnitt natürlich nicht alleine gelassen. Ärzte, Schulungen, Fachbücher, Internetforen und Selbsthilfegruppen sind wichtige Stützen, um die Krankheit «alltagstauglich» zu machen.

Behandlung von Diabetes mellitus

Bestimmte Faktoren im Erbgut können zu der Erkrankung beitragen. Sie sind aber nicht allein dafür verantwortlich. Umwelteinflüsse oder die Ernährung tragen auch dazu bei.

Bei einem Verdacht sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Wird die Diagnose verschleppt, kann der Betroffene ins Koma fallen. Bei Typ-1-Diabetes wird durch die Insulintherapie das fehlende körpereigene Insulin beigeführt. Diese Ersatzmassnahme gilt ein Leben lang. Körperliche Bewegung ist wichtig, sie erhöht die Wirkung des Insulins. Ausserdem trägt diese zum Wohlbefinden bei, macht Spass und beugt Übergewicht vor.

Neurodermitis ist eine Hautentzündung, die sich über einen längeren Zeitraum hinzieht und häufig in Schüben auftritt. Symptome sind rote, nässende Flecken, die manchmal verkrustet sind. Zur optischen Störung kommt ein quälender Juckreiz. Die Schuppen bilden sich an den Ellenbeugen, Knien und am Hals. Die Krankheit, so wird vermutet, tritt immer häufiger in Erscheinung, weil das Immunsystem der Kinder zunehmend weniger trainiert wird. Es gibt Faktoren, welche die Krankheit begünstigen wie der Zustand der Psyche, die Ernährung, das Klima, der Hauttyp oder Infekte.

Behandlung von Neurodermitis

Manche Kinder tragen die Veranlagung zur Neurodermitis in sich. Häufige Auslöser im Kleinkindalter sind Ei, Milch, Fisch und Nüsse. Bei einigen Neurodermitikern hängt der Hautzustand mit dem momentanen Essverhalten zusammen – Fruchtsäfte, Zitrusfrüchte und Nüsse verstärken den Juckreiz. Eltern sollten das Ernährungsverhalten des Kindes genau beobachten. Eine positive Nachricht: Keine Unverträglichkeit ist von Dauer. Was heute stärksten Juckreiz auslöst, kann in einem halben Jahr schon wieder problemlos verspeist werden. Es ist wichtig die Schutzfunktion der Haut zu verbessern. Geeignet sind Salben, Cremes und Gel-Präparate. Diese werden in grosser Anzahl angeboten, es sollten mehrere Produkte getestet werden. Stress schlägt sich auf die Haut nieder. Ein liebevolles Zuhause, in dem das kranke Kind abschalten und auftanken kann, trägt wesentlich zur Linderung bei.