Kinderkrankheiten: Ringelröteln und Mumps erkennen

Der Kinderarzt sollte bei Ringelröteln und Mumps unbedingt aufgesucht werden.

Bei Ringelröteln und Mumps ist der Besuch beim Kinderarzt zu empfehlen. Foto: © Monkey Business - Fotolia.com

Oft unbemerkt: Ringelröteln

Zwar erinnert der Name der Krankheit an Röteln, Ringelröteln ist aber eine eigenständige, meist harmlose Infektionskrankheit. «Circa 80 Prozent der Erwachsenen haben die Erkrankung als Kind durchgemacht», teilt der Schulärztliche Dienst St. Gallen mit. Wer an dieser Kinderkrankheit erkrankt, merkt es oft nicht.

Ringelröteln: die Symptome

Die Kinderkrankheit Ringelröteln wird meist gar nicht wahrgenommen. Wenn sie auffällt, wird sie an grossen, roten, symmetrischen Flecken an der Wange bemerkt, die oft von Husten und Schnupfen begleitet werden.

Ringelröteln: die Ansteckungsgefahr

«Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Krankheitsbeginn variert zwischen vier und 14 Tagen», so der Schulärztliche Dienst St. Gallen. Ringelröteln gelten in den Tagen, bevor der Ausschlag ausbricht, als ansteckend. Sobald die Hautflecken zu sehen sind, besteht kaum noch Ansteckungsgefahr.

Ringelröteln: der Krankheitsverlauf

Bis der Hautauschlag, der auf den Wangen und der Nase beginnt, völlig verschwunden ist, können mehrere Wochen vergehen. Aus den grossen, roten Flecken, die manchmal jucken, werden mit der Zeit blassrosa Ringe, die mal verschwinden, dann wieder auftauchen.

Ringelröteln: die Behandlungsmöglichkeiten

Die Kinderkrankheit Ringelröteln selbst kann nicht behandelt werden. Gegen Juckreiz hilf Lotio alba, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist.

Mumps

Mumps ist eine Virus-Erkrankung, die zu einer schmerzhaften Schwellung der Speicheldrüsen führt. Die Kinderkankheit kann gefährliche Nachfolge-Erkrankungen nach sich ziehen: Eine Hodenentzündung kann bei Jungen in der Pubertät Unfruchtbarkeit auslösen. Weil darüber hinaus bei allen Kindern, die an Mumps erkranken, die Gefahr einer Hirnhautentzündung besteht, rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG), Kinder gegen Mumps impfen zu lassen. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 1.000 Mumps-Erkrankungen.

Mumps: die Symptome

Schmerzhafte Schwellung vor dem Ohr, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Kauen und Öffnen des Mundes.

Mumps: die Ansteckungsgefahr

Ein Kind, das Mumps bekommt, hat sich in der Regel zwei bis drei Wochen vorher angesteckt. Ist ein Kind an Mumps erkrankt, kann es eine Woche vor der Drüsenschwellung und zwei Wochen danach andere Menschen anstecken.

Mumps: der Krankheitsverlauf

«Mumps beginnt meist mit leichtem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und leichten Kopfschmerzen. Dann bildet sich vor einem Ohr eine harte, schmerzhafte Schwellung, die bis zum Kieferwinkel reicht», erklärt Dr. med. Ursula Keicher. «Einige Tage danach schwillt häufig auch die andere Wange an. Jede Kopfbewegung, das Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken tun sehr weh.» Es dauert acht bis zehn Tage, bis die Beschwerden abklingen.

Mumps: die Behandlungsmöglichkeiten

Eine spezifische Therapie gegen das Mumps-Virus gibt es nicht. «Mit fiebersenkenden Medikamenten und Umschlägen können lediglich die Symptome gelindert werden», teilt das BAG mit. Da die Speicheldrüsen schmerzen, ist es sinnvoll, dem Kind nur flüssige oder breiige Snacks anzubieten. Um die Speicheldrüsen zu schonen, sollte das Essen möglichst mild schmecken. Warme Kirschkernkissen auf den Wangen, mit einem Schal fixiert, lindern die Schmerzen dieser Kinderkrankheit.

Weiterführende Informationen zu den Kinderkrankheiten

  • Impfung gegen Masern, Röteln, Mumps: www.sg.ch
  • Informationen des Schulärztlichen Dienstes St. Gallen über Ringelröteln: www.stadt.sg.ch
  • Ratgeber: Gesundheit für Kinder: Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln: Moderne Medizin - Naturheilverfahren – Selbsthilfe. Von Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler. Kösel-Verlag 2010.
  • Ratgeber: Kinderkrankheiten: Schnell erkennen gezielt behandeln (Alles, was man wissen muss). Von Ursula Keicher. Gräfe und Unzer 2011.
  • Das hilft gegen Fieber: www.kindernotfallpraxis.ch

Autor: Sigrid Schulze

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