Masern: Impfen schützt vor der gefährlichen Virus-Erkrankung

Vor Jahrzehnten noch galten Masern als relativ harmlos. Aber heute weiss es die Fachwelt besser. Masern sind gefährlich, sie können sogar lebensbedrohend werden. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Infektionskrankheit zu schützen.

Der rote Hautausschlag ist ein typisches Masern Symptom.

Der rote Hautauschlag ist ein typisches Masern Symptom. Foto: deucee_, iStock, Thinkstock

Starker Husten und Schnupfen, hohes Fieber, eine Bindehautentzündung, kleine, weisse Flecken an der Mundschleimhaut und roter, fleckiger Hautausschlag sind die typischen Masernsymptome. Viele Eltern und Freunde kennen diese Symptome noch aus der eigenen Kindheit. Masern galten damals als Kinderkrankheit, die es halt durchzumachen galt. Erste Impfstoffe kamen erst in den 1960ern auf den Markt. Heute haben Masern längst ihren harmlosen Ruf verloren. Denn immer wieder warnen Experten vor den gefährlichen Komplikationen, welche die Infektionskrankheit mit sich bringen kann. Und es ist bekannt, dass sie nicht ausschliesslich Kinder befallen, sondern in jedem Alter auftreten können.

Masern mit ernsthaften Komplikationen

Masern können zu ernsthaften Komplikationen führen. Jeder zehnte, der an Masern erkrankt, wird im Spital behandelt. Vier bis fünf Prozent der Erkrankten bekommen nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) eine Mittelohr- oder Lungenentzündung. Schwangere, die von Masern befallen werden, laufen Gefahr, eine Fehlgeburt zu erleiden. Von tausend erkrankten Menschen erleidet einer eine Hirnentzündung. «Trotz bester ärztlicher Versorgung in Europa verläuft die Krankheit bei einer von 3.000 Personen tödlich», warnt das BAG. Denn eine Behandlung, die speziell das Masern-Virus bekämpft, gibt es nicht.

Ansteckung durch Tröpfcheninfektion

Masern sind hoch ansteckend! Der Virus überträgt sich durch Tröpfchen. Sie gelangen beim Husten oder Niesen eines Erkrankten in die Luft und nisten sich in den Schleimhäuten von Nase, Rachen, Mund oder Augen anderer Menschen ein. Viren können sich auch über Gegenstände verbreiten, die von Hand zu Hand wandern. In der Hand an sich können die Viren zwar nichts ausrichten, wohl aber, wenn sie dann – beim Kratzen an der Nase oder am Auge oder beim Essen – an die Schleimhäute gelangen.

Masern Symptome rechtzeitig erkennen

Masern zu erkennen, ist nicht immer leicht. Denn die Krankheit präsentiert sich erst mit Fieber, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Entzündung der Mund-Schleimhaut, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Ein normaler grippaler Infekt, könnte man zunächst meinen. Der typische Hautauschlag tritt erst ein paar Tage später auf. Wer einmal Masern überstanden hat, bleibt ein Leben lang immun.

Schutz durch Masernimpfung

Immer wieder gab es grosse Masern-Epidemien in der Schweiz. 1997 erkrankten rund 6.400 Menschen an Masern. 2003 traten rund 1.100 Masern-Fälle auf. Heute ist die Lage weniger brisant. Bis Mitte April 2016 zählte das BAG nur 13 Masern-Erkrankungen, darunter drei Kinder. Das ist erfreulich, doch Entwarnung vor der Gefahr Masern gibt es nicht. «Grund ist die immer noch ungenügende Durchimpfungsquote: Das nationale Mittel liegt für zwei Impfdosen bei 86 Prozent für die Zweijährigen, bei 90 Prozent für die Achtjährigen und bei 89 Prozent für die 16jährigen», so das BAG. Diese Quoten reichen noch nicht aus. 95 Prozent der Bürger müssten ausreichend geimpft sein oder die Krankheit bereits durchgemacht haben, damit Masern – wie von der Weltgesundheitsbehörde eigentlich europaweit bis zum Jahr 2015 geplant war – ausgerottet sind.

Nicht Impfen ist gefährlicher als Impfen

Eine Masernimpfung bietet guten Schutz. Doch viele Eltern stehen einer Impfung skeptisch gegenüber. Sie haben Angst vor den teils gefährlichen Nebenwirkungen. «Schwere Nebenwirkungen aufgrund der Impfung treten jedoch viel seltener auf als Komplikationen bei einer Masernerkrankung», rechnet das BAG die Risiken einer Impfung gegenüber den Vorteilen auf. Eine Masern-Impfung etwa hat bei einem von einer Million Kindern eine Entzündung des Gehirns zur Folge. Dagegen ist die Gefahr von Gehirnentzündungen bei Kindern, die an Masern erkranken, ohne geimpft zu sein, viel höher – rund tausend Mal.

Wer die Familie schützt, schützt auch andere

Wichtig sind Impfungen nicht nur, um sich und die eigene Familie zu schützen. «Es geht um den Schutz der Allgemeinheit», erklärt Dr. Brigitte Dietz, stellvertretende Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern. «Wer sich impfen lässt, schützt auch diejenigen, die nicht geimpft werden können – wie Menschen mit Immundefekt – und diejenigen, die nicht auf eine Impfung ansprechen – rund fünf Prozent der Geimpften»,

Vorsicht bei Reisen ins Ausland

Wer ins Ausland reist, kann sich dort mit Masern anstecken. «Reisen ins Ausland, insbesondere nach Asien und Afrika, stellen ein wesentliches Infektionsrisiko dar und führen zum Import der Masern in die Schweiz», warnt das BAG. Es empfiehlt, vor Reisen in Länder, in denen die Masern grassieren, den Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf die erforderlichen Impfungen nachzuholen.

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