Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Abends wollen sie nicht einschlafen, morgens kommen sie nicht aus den Federn. Das Zubettgehen führt in fast jeder Familie zum Streit. Dabei liesse sich der oft vermeiden. Denn das Schlafbedürfnis ist von Kind zu Kind verschieden.

Wie viel Schlaf ein Kind braucht, ist individuell verschieden.

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Schlaf ist wichtig. Ohne nächtliche Erholung kann sich weder das Gehirn noch der Körper richtig entwickeln. Übermüdung zu Stress, schlechter Laune und sogar einer verstärkten Immunanfälligkeit. Gerade als Eltern wissen wir das. Daher wollen wir auch unbedingt, dass unsere Kinder ausreichend Schlaf bekommen. Doch wie viel Schlaf braucht ein Kind überhaupt? Und warum klappt es mit dem Ein- und Durchschlafen häufig nicht wie gewünscht?

Schlaftabelle: So viel Schlaf brauchen Kinder je nach Alter

Wieviel Schlaf ein Kind und Baby braucht, lässt sich tasächlich nur relativ pauschal beantworten. Zwar brauchen Babys, Kinder und Teenager grundsätzlich mehr Schlaf als Erwachsene, wie viele Stunden genau, ist aber individuell verschieden. Als grobe Richtwerte kann man sich jedoch merken.

Wie viel Schlaf brauchen Kinder.

Die richtige Schlafenszeit: Wann sollen Kinder ins Bett gehen?

Die Frage, wie viel Schlaf braucht ein Kind, prallt in der erzieherischen Praxis jedoch auf die Frage, wann Kinder ins Bett gehen wollen. Wenn das Baby einfach nicht zur Ruhe kommen oder das Kleinkind «nur noch fünf Minuten spielen» will, nützen elterliche Ermahnungen oft wenig. Kinder, die noch nicht müde sind ins Bett zu stecken, bringt nichts, ausser Ärger. Denn was viele nicht wissen, der individuelle Schlaftyp ist genetisch vorbestimmt.

Zwar fanden Forscher heraus, dass auch die Erziehung und vor allem Gewohnheiten eine Rolle beim Schlafverhalten spielen, gänzlich umkrempeln lässt sich der individuelle Schlaftypus dadurch aber nicht.

Vielleicht braucht ihr Kind einfach nicht so viel Schlaf wie Sie denken. Frühaufsteher und Nachtmenschen gibt es in jedem Alter! Die genetischen Programme, die bestimmen, ob wir lieber früher oder später ins Bett gehen, viel oder eher wenig Schlaf brauchen, geben unseren persönlichen biologischen Takt vor.

Und ein Kind, dass nicht müde ist, ist kein Grund zur Sorge. Aber ein müdes Kind, das ist ein Problem.

Zeitumstellung: So kommen Kinder nicht aus dem Takt

Schon eine, einzige Stunde Zeitverschiebung bringt den Schlafrhythmus durcheinander. Es dauert etwa zwei Wochen bis die innere Uhr sich an den neuen Rhythmus anpasst. Deshalb fängt man am bestens schon früh an, die Kinder an die Zeitumstellung zu gewöhnen:
Während rund 2 Wochen bringen Sie ihre Kinder jeden Tag 5 Minuten früher (Sommerzeit) bzw. später (Winterzeit) ins Bett. Passen Sie auch die Essenszeiten an und haben Sie etwas Geduld, wenn ihre Kinder jetzt etwas mehr quengeln.

» mehr Info zur Zeitumstellung auf Sommerzeit


6 Tipps für einen besseren Schlaf

Ausgeschlafene Kinder haben gute Laune.

Ausgeschlafene Kinder sind nicht nur gesünder, sondern haben auch bessere Laune. Bild: iStock

Auch wenn das Schlafbedürfnisse individuell verschieden ist, stehen Eltern vor der Aufgabe, das richtige Schlafpensum ihres Kindes in den Alltag zu integrieren. Denn der Beginn von Kindergarten-, Schul- und Arbeit ist für alle in etwa gleich.

1 Gewohnheiten schaffen

Regelmässige und wirklich konsequent eingehaltene Ruhezeiten nimmt der Körper als so genannte Taktgeber an, so dass schon bald eine natürliche Müdigkeit zu den eingeübten Schlafenszeiten eintritt. Gewöhnen Sie Ihren Kindern an auch am Wochenende zur selben Zeit einzuschlafen und aufzustehen.

2 Rituale helfen beim Einschlafen

Ob ein Spieluhr, eine Gute-Nacht-Geschichte oder eine kleine Massage: Kinder gewöhnen sich an Rituale vor dem Schlafen. Diese Gewohnheiten werden im Laufe der Zeit zu erlernten Mechanismen der Ruhe, bei denen das Kind früher oder später von allein zu entspannen beginnt.

3 Nicht gegen natürliche Bedürfnisse arbeiten

Wenn Sie Ihre Kinder aufmerksam beobachten, wissen Sie bald, wie viel Schlaf die Kinder wirklich brauchen und ob es lieber früh oder spät ins Bett geht. Versuchen Sie die gewünschten Schlafgewohnheiten diesen natürlichen Bedürfnissen so gut es geht anzupassen. Kinder, die gern spät ins Bett gehen, sollten diesem Bedürfnis in einem gewissen Rahmen nachkommen können.

4 Körperliche Auslastung

Bewegung macht müde und glücklich. Jeder Mensch sollte daher täglich so viel Bewegung bekommen, dass er in einen zufriedenen Schlaf findet. Vorsicht: Kinder sollten kurz vor dem Schlafen nicht mehr all zu wild toben, fernsehen oder mit dem Computer spiele machen. Spiel- und Sport wühlen auf und gehören daher in den Nachmittag.

5 Nicht zu spät essen

Ob der Schlaf erholsam ist, hängt auch von unserem Magen ab. Mit einem schweren Magen schläft es sich schlecht. Idealerweise wird das Abendessen daher etwa zwei Stunden vor der Schlafenszeit eingenommen. Achten Sie auch darauf, dass die Mahlzeiten nicht zu schwer und zu fett sind. Und noch was: Flüssigkeit ist wichtig für den kindlichen Körper, allerdings sollte lieber über den Tag verteilt, als erst kurz vor dem Schlafen getrunken werden. Andernfalls wacht das Kleine nachts auf, weil es zur Toilette muss.

6 Geduld und Kraft

Schlafen kann und muss man lernen. Manchen Kindern fällt dies leichter als anderen. Und genau deshalb sind die Eltern gefragt: Seien Sie konsequent, geduldig und verständnisvoll. Es kann Wochen und Monate dauern ehe Schlafgewohnheiten bei Kindern gut funktionieren. Sorgen Sie in der Zeit am besten dafür, dass Sie selbst nicht dauerhaft zu wenig Schlaf bekommen und so Ihre Kraft und Geduld behalten können. Wechseln Sie sich in turbulenten Nächten beispielsweise mit ihrem Partner ab, versuchen Sie tagsüber Schlaf nachzuholen oder gönnen Sie sich hin und wieder einen ganzen Tag zur Erholung.

Test: Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

Wie viel Schlaf Ihr Kind wirklich braucht, stellen Sie nicht nur durch typische Merkmale für Schlafmangel wie Müdigkeit, schlechtes Aufwachen am nächsten Morgen, Konzentrationsschwäche oder Gereiztheit fest, sondern auch mit einem einfachen Test: Lassen Sie Ihr Kind in den Ferien oder am Wochenende so lange wach bleiben und ausschlafen, wie es will und ziehen Sie nach mehreren Tagen eine Bilanz, wie viel Schlaf sich das Kind auf natürliche Weise geholt hat.

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