Kinder für Gemüse begeistern

Kinder sollen Gemüse essen – einfacher gesagt, als den Kindern schmackhaft gemacht. Eine Binsenwahrheit, die praktisch alle Eltern unterschreiben könnten. «Mit Gemüse tut sich manches Kind schwer», sagt auch Caroline Bernet, dipl. Ernährungsberaterin HF. Jedes vierte bis fünfte Kind gibt in einer Untersuchung von etwa 550 St. Galler Schülerinnen und Schülern an, Gemüse nicht zu mögen. Zum einen ist der Geschmack vieler Gemüsearten sehr ausgeprägt. Kinder schmecken vielfältiger und reagieren deshalb - zum Beispiel auf Bitterstoffe. Zum anderen bringen Kinder aufgrund des genetischen Überlebensprogramms eher eine Neigung für energiereiche Lebensmittel mit. Die Vorliebe für Süsses ist dem Menschen angeboren, die für Gemüse muss erst erlernt werden.

Ernährungsspezialisten sehen die Abneigung unter entwicklungsgeschichtlichen Aspekten: Unsere Vorfahren mussten auf der Suche nach Essbarem bei Pflanzen und Früchten besonders achtsam und skeptisch sein, da einige davon giftig sind. Längst ist in unserem kulturellen Rahmen festgelegt, was essbar ist und was nicht. Doch die Gefühle sind noch immer dieselben. Eine Portion Neugier reibt uns, neue Lebensmittel zu probieren, eine gewisse Angst vor unangenehmen oder schädlichen Wirkungen lässt uns sie eher ablehnen. Bei Kindern ist das Misstrauen oft noch stärker ausgeprägt, Ablehnungen also eher «normal».

Eltern können helfen die Sinne für das Neue zu schulen. Denn Geschmack wird erlernt und Vertrautes schmeckt besser. Hier liegt die Chance für Gemüse und Früchte. Wenn Kinder bei der Zubereitung der Mahlzeit mit helfen dürfen, entdecken sie Gemüse und Früchte über ganz verschiedene Sinneskanäle. Eine angenehme, vertraute Tisch-Atmosphäre, Eltern, die selbst gerne beim Gemüse zugreifen - das steckt an. Nötigung oder selbst Belohnungen in irgendeiner Form helfen auf dem Weg zum genussvollen Esser dagegen nicht weiter. Im Gegenteil, sie können sogar die Ablehnung verstärken.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter