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Wilde Blattern: meist mild bei Kindern, besonders heikel in der Schwangerschaft – und was nach Kontakt sofort zu tun ist

Die juckenden Bläschen der Kinderkrankheit Wilde Blattern sind lästig – und heute dank Impfung oft vermeidbar. Während Varizellen (Windpocken) bei vielen Kindern unkompliziert verlaufen, können sie für Erwachsene deutlich schwerer sein. Besonders in der Schwangerschaft und rund um die Geburt zählt jede Stunde. Hier erfährst du, wie du eine Ansteckung erkennst, was nach Kontakt sofort zu tun ist, wie kurz das Zeitfenster dafür wirklich ist und welche Impfempfehlungen in der Schweiz gelten.

Wieso wilde Blattern vor allem in der Schwangerschaft gefährlich werden können.
Wilde Blattern: Die Infektion mit Varizellen kann für Erwachsene gefährlich werden, besondere Vorsicht ist in der Schwangerschaft nötig. Bild: E+

Windpocken (Wilde Blattern) kurz erklärt

Der ganze Körper ist mit kleinen, roten Bläschen übersät. Der Verdacht ist naheliegend: Varizellen. So heisst die Infektion medizinisch; im Alltag sind die Begriffe Wilde Blattern, Windpocken oder Spitze Blattern gebräuchlich. Ausgelöst werden sie durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) aus der Familie der Herpesviren.

Wichtig für Familien: Varizellen sind nicht nur «eine typische Kinderkrankheit», sondern vor allem eine sehr ansteckende Virusinfektion – und für Schwangere sowie immungeschwächte Personen potenziell gefährlich. Seit 2023 ist die Varizellen-Impfung in der Schweiz Teil der Basisimpfungen im Kindesalter.[1] Das verändert die Einordnung: Windpocken sind nicht «harmlos», sondern in vielen Fällen «vermeidbar».

Was tun nach Kontakt in der Schwangerschaft?

Wenn du schwanger bist (oder schwanger werden möchtest) und Kontakt zu Windpocken oder Gürtelrose hattest, gilt: nicht abwarten, sondern am selben Tag ärztlich abklären lassen.

  • Ruf sofort deine Gynäkolog:in oder deine Hausärzt:in an und sag ausdrücklich, dass es um Varizellen-Exposition geht (vor dem Praxisbesuch ankündigen).
  • Das Zeitfenster ist kurz. Wird eine passive Immunisierung mit Immunglobulin nötig, soll sie idealerweise innerhalb von 96 Stunden, also vier Tagen, nach dem Kontakt gegeben werden. Sie verhindert den Ausbruch nicht in jedem Fall, mildert aber meist den Verlauf.[6] Warte deshalb nie «bis Montag»: Die Antikörper-Bestimmung ist in manchen Labors nur an Werktagen zu Bürozeiten verfügbar. Im Zweifel wird das Immunglobulin dann gegeben, bevor der Immunstatus feststeht, möglichst schon innerhalb von 72 Stunden.[4] Ist der Kontakt schon länger her, ruf trotzdem an: Ob eine spätere Gabe noch sinnvoll ist, entscheidet deine Ärzt:in.
  • Immunstatus klären: Hast du Windpocken sicher durchgemacht oder bist du zweimal geimpft? Dann giltst du als geschützt. Nach einem Kontakt in der Schwangerschaft wird die Antikörper-Bestimmung (VZV-IgG) trotzdem gemacht.[3][4] Ist deine Windpocken-Geschichte unklar oder fehlt eine Impfdosis, ist sie ohnehin angezeigt. «Immunstatus unbekannt» heisst also nicht «nicht immun» – aber geklärt werden muss er in beiden Fällen.
  • Keine Selbstmedikation «auf Verdacht» und keine Impfung in der Schwangerschaft ohne ärztliche Anordnung: Der Varizellen-Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff und in der Schwangerschaft kontraindiziert.[1]
  • Beobachte Symptome (Fieber, Unwohlsein, Ausschlag) und melde sie sofort. Kommen Husten, Atemnot, sehr viele oder blutige Bläschen, Benommenheit oder starke Kopfschmerzen dazu, geh sofort in die Praxis oder auf den Notfall.

Der Krankheitsverlauf bei Windpocken

Nach der Ansteckung dauert es meist zwei bis drei Wochen, bis Symptome auftreten.[2] Häufig beginnt es mit leichtem Fieber, Müdigkeit und allgemeinem Krankheitsgefühl, ähnlich wie bei einem grippalen Infekt. Danach folgen die typischen, stark juckenden roten Flecken, Bläschen und Pusteln, oft zuerst am Rumpf und im Gesicht. Neue Bläschen «schieben nach», sodass verschiedene Stadien gleichzeitig sichtbar sein können. Auch Schleimhäute (z.B. Mund) können betroffen sein.

Ansteckend ist eine erkrankte Person bereits rund zwei Tage bevor der Ausschlag überhaupt sichtbar wird – und sie bleibt es, bis das letzte Bläschen verkrustet ist.[2] Der Kontakt auf dem Spielplatz oder in der Kita passiert also oft, bevor jemand ahnt, dass Windpocken im Spiel sind. Übertragen wird das Virus sehr leicht über Tröpfchen in der Luft; auch die Bläschenflüssigkeit ist ansteckend.

Die Windpocken dauern meist etwa 5 bis 10 Tage. Die Bläschen trocknen aus, verkrusten und fallen ab. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung bei Kindern ohne Folgen aus. Komplikationen sind insgesamt selten, können aber vorkommen – etwa bakterielle Hautinfektionen durch Kratzen, seltener eine Lungenentzündung oder eine Hirn- beziehungsweise Hirnhautentzündung. Bei Erwachsenen und bei immungeschwächten Personen treten schwere Verläufe und Komplikationen deutlich häufiger auf.[2]

Die Behandlung bei Kindern ist meist symptomatisch: Fieber senken, Juckreiz lindern, Schlaf ermöglichen und Kratzen vermeiden. Ärzt:innen empfehlen oft juckreizstillende Lotionen oder Medikamente, angepasst an Alter und Situation. Zusätzlich helfen kühle Umschläge, kurze Fingernägel, luftige Kleidung und eine ruhige Umgebung. Wenn dein Kind sehr krank wirkt, Atembeschwerden hat, sich Hautstellen entzünden oder es anhaltend hohes Fieber hat, sollte es ärztlich untersucht werden.

Wichtig für den Alltag: Solange neue Bläschen entstehen oder Bläschen noch nicht verkrustet sind, ist die Ansteckungsgefahr weiterhin hoch. Erst wenn alle Läsionen verkrustet sind, sinkt das Risiko deutlich. Gute Hautpflege und konsequentes Vermeiden von Kratzen können helfen, Entzündungen und Narben zu verhindern.

Warum Windpocken in der Schwangerschaft besonders heikel sein können

Erwachsene, die erstmalig an Wilden Blattern erkranken, entwickeln häufiger Komplikationen als Kinder, schwangere Frauen ganz besonders. Allen voran steht die Lungenentzündung.[3] Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel kann sie schwer verlaufen.[6] Das Risiko und das Vorgehen hängen stark davon ab, wann in der Schwangerschaft die Infektion passiert und ob eine Immunität besteht.

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Windpocken in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln: Was jetzt passiert

Das Virus kann über die Plazenta auf das Ungeborene übergehen. Bis zur 21. Schwangerschaftswoche entwickeln ein bis zwei von hundert Kindern erkrankter Mütter ein kongenitales Varizellensyndrom. Zwischen der 21. und 24. Woche sind nur noch Einzelfälle beschrieben. Auch eine Fehlgeburt nach Windpocken in der Frühschwangerschaft ist nur in Einzelfällen berichtet.[6] Typisch für das Syndrom sind Narben auf der Haut, Fehlbildungen der Knochen sowie Schäden an Augen und Nervensystem.[3] Das Risiko ist klein. Hast du dich zum Beispiel in der 10. Woche angesteckt, kommt dein Kind mit grosser Wahrscheinlichkeit gesund zur Welt.

Sind die Bläschen schon da, kommt das Immunglobulin zu spät. Es ist eine Vorbeugung für die Tage nach dem Kontakt und soll den Ausbruch verhindern oder abschwächen. Ob du selbst ein Medikament gegen das Virus bekommst, entscheidet deine Ärzt:in. Melde dich deshalb sofort, am besten noch an dem Tag, an dem der Ausschlag beginnt: Ein solches Medikament muss früh einsetzen. Ist der Ausschlag schon älter, ruf trotzdem an. Sofort in die Praxis oder auf den Notfall gehörst du, wenn Husten, Atemnot, sehr viele Bläschen (mehr als etwa hundert), blutige Bläschen, Benommenheit oder starke Kopfschmerzen dazukommen. Dann ist meist eine Behandlung im Spital nötig.[6]

Behandeln lässt sich eine Infektion des Ungeborenen nicht. Man kann aber genau hinschauen: Die Schäden betreffen vor allem das Nervensystem und die Gliedmassen und sind bis auf wenige Ausnahmen im Ultraschall erkennbar. Eine Fruchtwasserpunktion kann nach einer Ansteckung in den ersten 20 Wochen infrage kommen, vor allem wenn der Ultraschall Auffälligkeiten zeigt. Gemacht wird sie frühestens ab der 18. Woche und erst nach dem Abheilen der Bläschen. Findet sich kein Virus-Erbgut im Fruchtwasser, ist eine Infektion des Kindes weitgehend ausgeschlossen. Findet sich welches, ist das Kind infiziert, aber nicht zwingend geschädigt. In einer Studie mit Schwangeren, die sich in den ersten 24 Wochen angesteckt hatten, war das Virus bei gut 8 von 100 im Fruchtwasser nachweisbar, eine Schädigung zeigte sich bei knapp 3 von 100. Die meisten Kinder mit Virus im Fruchtwasser waren also nicht geschädigt.[6]

Nach der 24. Woche sind keine Fehlbildungen mehr beschrieben. Kommt dein Kind nach Windpocken in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln unauffällig zur Welt, braucht es keine besondere Behandlung. Es kann aber im ersten Lebensjahr eine Gürtelrose bekommen, die meist ohne Komplikationen verläuft.[6]

Windpocken kurz vor oder nach der Geburt

Gegen Ende der Schwangerschaft verändert sich die Gefahr: Jetzt kann sich das Kind rund um die Geburt anstecken. Beginnt dein Ausschlag etwa drei Wochen bis sechs Tage vor der Geburt, steckt es sich wahrscheinlich an. Es kann sogar schon mit Windpocken zur Welt kommen. Vor allem bei einem Beginn zwei bis drei Wochen vor der Geburt bekommt es aber Antikörper von dir mit, und Komplikationen sind selten. Bei einem Frühgeborenen ist das anders: Es hat weniger Antikörper von dir mitbekommen und kann schwer erkranken. Erkrankt es, wird es deshalb gegen das Virus behandelt.[6]

Die kritischste Konstellation liegt direkt um den Geburtstermin. Beginnt der Ausschlag fünf Tage vor bis zwei Tage nach der Geburt, fehlt dem Kind dieser Nestschutz aus deinen Antikörpern. Ohne Vorbeugung erkranken dann 30 bis 40 Prozent der Neugeborenen schwer. Deshalb bekommt das Baby so rasch wie möglich Immunglobulin, bei einem Ausschlag vor der Geburt gleich nach der Geburt. Meist kommt ein Medikament gegen das Virus dazu. Für dich selbst kann nahe am Geburtstermin eine antivirale Behandlung infrage kommen, wenn sie innerhalb von 24 Stunden nach Ausschlagbeginn beginnt.[6]

Bekommst du erst einige Tage nach der Geburt Windpocken, fehlt deinem Baby der Nestschutz ebenfalls. Schwere Verläufe sind dann seltener, aber möglich. Beginnt dein Ausschlag in den ersten zwei Wochen nach der Geburt, kann dein Baby deshalb noch Immunglobulin bekommen. Zeigt es selbst Anzeichen von Windpocken, kommt ein Medikament gegen das Virus infrage.[6]

Treten in den letzten Schwangerschaftswochen oder im Wochenbett bei dir Ausschlag oder Fieber auf, informiere umgehend die Geburtsklinik, deine Hebamme oder die Kinderärzt:in, nicht erst bei der Aufnahme. Bekommst du Windpocken, braucht das Neugeborene von Anfang an gezielte Betreuung. Auch einen Kontakt meldest du sofort. Hattest du selbst sicher Windpocken oder bist du zweimal geimpft, bist du in aller Regel geschützt. Dein Immunstatus wird trotzdem geprüft.[4] Stillen darfst du auch mit Windpocken. Wird entschieden, euch vorübergehend zu trennen, kannst du Milch abpumpen und dem Baby geben lassen.[6]

Wenn du schwanger und nicht immun bist: Das ist konkret zu tun

Bist du nicht immun, helfen vor allem diese drei Schritte:

  • Kontakt zu erkrankten Personen meiden, auch zu Menschen mit Gürtelrose.
  • Das Umfeld impfen lassen: Partner:in, weitere Haushaltsmitglieder und die eigenen Kinder, sofern sie weder geimpft sind noch Windpocken durchgemacht haben. So sinkt die Gefahr, dass jemand aus deinem Haushalt das Virus zu dir nach Hause bringt.[1]
  • Zwei Impfdosen möglichst bald nach der Geburt, idealerweise schon im Wochenbett.[1][4] Stillen spricht nicht dagegen: Der Varizellen-Impfstoff gilt in der Stillzeit weder für die Mutter noch für den Säugling als Risiko.[1]

Vor der Schwangerschaft: Immunstatus klären

Wenn du einen Kinderwunsch hast und nicht sicher weisst, ob du Windpocken hattest oder geimpft bist, lohnt sich eine kurze Abklärung in der Hausarztpraxis oder bei der Gynäkolog:in. Der Varizellen-Status gehört ausdrücklich zur Beratung vor einer Schwangerschaft.[5] Oft lässt sich der Impfstatus über das Impfbüchlein klären; ansonsten hilft eine Antikörperbestimmung.

Weil eine Impfung in der Schwangerschaft nicht möglich ist, ist die Zeit davor besonders geeignet. Welche Impfungen vor und während der Schwangerschaft sonst noch wichtig sind, liest du in einem eigenen Beitrag. Wichtig für die Planung: Nach jeder Varizellen-Impfung solltest du vier Wochen lang nicht schwanger werden.[3] Wer den Immunstatus erst nach dem positiven Schwangerschaftstest klärt, kann sich erst nach der Geburt impfen lassen.

Immunität nach den Wilden Blattern

Das Gute: Nach durchgemachten Windpocken besteht in der Regel eine lebenslange Immunität. Im Blut können dann spezifische Antikörper nachgewiesen werden. In der Schweiz weist praktisch die gesamte erwachsene Bevölkerung, rund 98 Prozent, Antikörper gegen das Virus auf, hat die Krankheit also bereits in der Kindheit durchgemacht.[2]

Viele Menschen haben Windpocken unbemerkt oder sehr mild durchlaufen. In seltenen Fällen kann es dennoch zu einer erneuten Varizellen-Infektion kommen, vor allem bei starker Immunschwäche. Gleichzeitig gilt: Nach Windpocken verbleibt das Virus zeitlebens im Körper und kann später als Gürtelrose wieder aktiv werden.

Die Gürtelrose (Herpes Zoster) entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus in den Nervenganglien. Dabei kommt es typischerweise auf einer Körperseite zu einem streifenförmigen, schmerzhaften Ausschlag mit Bläschen. Rund ein Drittel aller Menschen, die Windpocken durchgemacht haben, erkrankt später einmal im Leben daran.[2] Das ist nicht dasselbe wie Windpocken – aber derselbe Erreger.

Windpocken vs. Gürtelrose: Das ist für Familien entscheidend

Windpocken (Varizellen) sind meist eine Erstinfektion. Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Reaktivierung des gleichen Virus bei jemandem, der Windpocken früher schon hatte. Für den Schutz in der Familie ist der Unterschied wichtig:

  • Wer Gürtelrose hat, kann bei nicht immunen Personen Windpocken auslösen – meist durch direkten Kontakt mit dem Bläscheninhalt. Das ist besonders relevant, wenn eine schwangere Person oder ein ungeimpftes Baby im Haushalt lebt.
  • Hast du in der Schwangerschaft selbst Gürtelrose, ist das für dein Kind nach heutigem Wissen kein Risiko.[3]
  • Windpocken verbreiten sich sehr leicht über Tröpfchen in der Luft und sind deshalb in Gemeinschaften (Kita, Schule) besonders ansteckend.

Wenn in deinem Umfeld jemand Gürtelrose hat und du schwanger bist oder ein sehr junges Baby zu Hause hast: Sprich möglichst früh mit deiner Ärzt:in über das konkrete Risiko und sinnvolle Schutzmassnahmen im Alltag.

Impfempfehlungen

Seit 2023 gehört die Varizellen-Impfung in der Schweiz zur Basisimpfung im Kindesalter: zwei Dosen im Alter von 9 und 12 Monaten, vorzugsweise als kombinierte MMRV-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen.[1][2] Was die Impfung darüber hinaus bewirkt, liest du im Beitrag Warum die Windpocken-Impfung dein Kind gleich doppelt schützt.

Die Nachholimpfung gilt seit 2023 deutlich breiter als früher. Empfohlen wird sie allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ab 13 Monaten bis 39 Jahren, also bis zum 40. Geburtstag, die weder Windpocken durchgemacht haben noch zwei Impfdosen erhalten haben.[1][2] Bis 2023 begann diese Empfehlung erst im Jugendalter; ältere Ratgeber nennen deshalb teilweise noch «ab 11 Jahren». Nötig sind zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen; die Kosten übernimmt bis zum 40. Geburtstag die obligatorische Krankenpflegeversicherung.[2]

Besonders wichtig ist die Nachholimpfung vor einer Schwangerschaft.[1] Während der Schwangerschaft wird nicht gegen Varizellen geimpft, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt.

Wenn du nicht immun und bereits schwanger bist: Besprich mit deiner Ärzt:in die Schutzmassnahmen im Alltag und was nach möglichem Kontakt zu tun ist. Die Impfung selbst wird dann nach der Geburt nachgeholt – idealerweise im Wochenbett, und auch während der Stillzeit unbedenklich.

Wann du rasch ärztliche Hilfe brauchst

  • Bei Schwangeren: jeder Verdacht auf Kontakt oder Symptome (Fieber, Ausschlag) gehört am selben Tag abgeklärt: nach einem Kontakt wegen des kurzen Zeitfensters für die passive Immunisierung, bei einem Ausschlag, weil ein Medikament gegen das Virus früh beginnen muss. Kommen zu den Windpocken Husten, Atemnot, sehr viele oder blutige Bläschen, Benommenheit oder starke Kopfschmerzen dazu, geh sofort in die Praxis oder auf den Notfall und kündige dich telefonisch an.
  • Rund um den Geburtstermin und im Wochenbett: Ausschlag, Fieber oder ein Kontakt in den letzten Schwangerschaftswochen oder in den ersten Wochen nach der Geburt gehören sofort der Geburtsklinik, der Hebamme oder der Kinderärzt:in gemeldet.
  • Bei Kindern: wenn dein Kind sehr krank wirkt, Atemnot hat, der Ausschlag stark entzündet ist, es sehr hohes oder anhaltendes Fieber hat oder neurologische Auffälligkeiten auftreten.
  • Bei Neugeborenen und immungeschwächten Personen: immer frühzeitig ärztlich beurteilen lassen, auch bei scheinbar milden Symptomen.

Quellen

  1. Bundesamt für Gesundheit (BAG) / Eidgenössische Kommission für Impffragen: Schweizerischer Impfplan 2026 (PDF), Stand Februar 2026. Abgerufen am 10.08.2026.
  2. Bundesamt für Gesundheit (BAG): Windpocken (Varizellen) & Gürtelrose (Herpes Zoster). Abgerufen am 10.08.2026.
  3. Bundesamt für Gesundheit (BAG), Eidgenössische Kommission für Impffragen und Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Impfung von Frauen im gebärfähigen Alter gegen Röteln, Masern, Mumps und Varizellen. Richtlinien und Empfehlungen (PDF), Februar 2006, Stand März 2019. Abgerufen am 28.09.2026.
  4. Luzerner Kantonsspital, Frauenklinik (Obsgyn-Wiki): Fachliche Weisung «Serologien», Version vom 16.05.2019, ergänzt 01.05.2022. Abgerufen am 16.09.2026.
  5. gynécologie suisse (SGGG): Expertenbrief Nr. 92 «Präkonzeptionsberatung» (PDF). Abgerufen am 10.08.2026.
  6. Gesellschaft für Virologie, Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten u. a. (AWMF): S2k-Leitlinie 093-001 «Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen» (PDF, Deutschland), Stand Februar 2022, Kapitel Windpocken. Abgerufen am 28.09.2026.

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