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Gesundheit > Kinderkrankheiten

So macht die Erkältung Halt vor den anderen Familienmitgliedern – und wann ein Arztbesuch nötig wird

Verflixt, schon wieder breitet sich eine Erkältungswelle aus. Schon hat sie eines der eigenen Kinder erwischt. Die Gefahr, dass sich auch die anderen Familienmitglieder anstecken und der gewohnte Familienalltag zusammenbricht, ist gross. Doch mit den richtigen Hygiene- und Verhaltensregeln lässt sich das Ansteckungsrisiko deutlich senken [1].

So schützt du die anderen Familienmitglieder vor einer Ansteckung.
Ist jemand in der Familie erkältet, waschen sich jetzt am besten alle noch regelmässiger die Hände. Bild: E+

Eine Erkältung ist ungeheuer lästig – und das meist zehn Tage lang. Wenn die Knochen bleiern werden, die Nase keine Luft durchlässt und uns ein ständiger Husten quält, lässt sich der Alltag nicht wie gewohnt bewältigen. Kranke Kinder zu Hause liebevoll zu betreuen, fällt Eltern umso schwerer, je schlapper und elender sie sich selbst fühlen. Wie schön wäre es, sich vor der Ansteckung schützen zu können! Ist ein Familienmitglied erkältet, lässt sich zum Glück allerhand dafür tun, dass nicht bald Kinder und Eltern flach liegen.

So verbreiten sich Erkältungsviren

Angesteckt hast du dich dann, wenn die Erkältungsviren in die Schleimhäute von Nase, Rachen, Mund oder Augen eingedrungen sind und sich dort vermehren. Wie sie dorthin gekommen sind? Bei Atemwegsinfekten sind drei Wege im Spiel:

  • Tröpfchen: Beim Husten, Niesen, Sprechen und verstärkten Atmen gelangen sie in die direkte Umgebung [1].
  • Aerosole: unsichtbare Teilchen, die in der Luft schweben – deshalb ist das Ansteckungsrisiko in Innenräumen mit vielen Menschen erhöht [1].
  • Hände und Gegenstände: Viren wandern über Türgriffe, Spielsachen oder benutzte Taschentücher von Hand zu Hand [2].

In der Hand an sich können Erkältungsviren nichts ausrichten, wohl aber, wenn sie dann – beim Kratzen an der Nase oder beim Essen – an die Schleimhäute gelangen. Deshalb ist es sinnvoll, in Zeiten, in denen Erkältungen herumgehen, möglichst die Hände aus dem Gesicht zu lassen.

Und noch etwas gehört zum Bild: Bei Grippeviren zum Beispiel kann man andere anstecken, auch wenn man sich selbst noch gar nicht krank fühlt [2]. Wer mit der Hygiene erst beginnt, wenn das Fieber da ist, ist deshalb oft schon zu spät dran.

Bei Erkältung Hände waschen

Dinge zu berühren, die andere erkältete Familienmitglieder angefasst haben, lässt sich im Alltag nicht vermeiden. Umso wichtiger ist es, sich jetzt besonders oft und regelmässig die Hände zu waschen [1] – vor allem nach dem Abwischen von Tränen des erkrankten Kindes, dem Naseputzen und dem Windelwechsel [3]. Wer selbst eine Erkältung hat, dreht jetzt verstärkt den Wasserhahn auf und nimmt die Seife in die Hand, bevor Essen zubereitet oder serviert wird, und nach dem Naseputzen, Niesen und Husten. Ist gerade kein Waschbecken in der Nähe, kannst du die Hände stattdessen mit einem Mittel auf Alkoholbasis desinfizieren [1].

So wäschst du dir die Hände richtig

Auf die Gründlichkeit kommt es an: Hände mit Seife und Wasser waschen, dabei alle Stellen einbeziehen – auch zwischen den Fingern – und anschliessend trocknen [3].

  • Die Hände unter fliessendem Wasser nass machen.
  • Die Hände einseifen, wenn möglich mit Flüssigseife.
  • Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei nicht vergessen, den Handrücken, die Zwischenräume der Finger, die Fingernägel und die Handgelenke zu reiben.
  • Die Hände unter fliessendem Wasser gut abspülen.
  • Die Hände mit einem sauberen Handtuch abtrocknen – am besten mit einem Papier- oder Einwegtuch [3].

Richtig niesen und husten bei Erkältung

Wer eine Erkältung hat, achtet am besten darauf, beim Niesen und Husten niemanden anzustecken. Halte dazu wenn möglich ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase, benutze es nur einmal und entsorge es gleich danach [1]. Klar, dass benutzte Taschentücher nicht herumliegen sollten!

Hast du kein Taschentuch zur Hand, gilt: nicht in die Hand husten oder niesen, sondern in die Armbeuge [1] [3]. In die Hand gehustet, bleiben die Viren an den Fingern kleben und wandern von dort auf Türgriffe, Spielsachen und Mitmenschen weiter [3]. Auch Kinder können diese Regel altersgerecht lernen [3]. Danach in beiden Fällen die Hände waschen oder desinfizieren [1]. Und weil Tröpfchen und Aerosole vor allem in die direkte Umgebung gelangen, hilft Abstand zusätzlich [1].

Gegenstände abwaschen

Weil sich Erkältungsviren auch über gemeinsam benutzte Gegenstände verbreiten [3], ist es sinnvoll, sie hin und wieder abzuwischen. Dazu zählen vor allem Türgriffe, Wasserhähne, Spielsachen und Toilettenschüsseln – mit heissem Wasser, Seife oder den gängigen Haushaltprodukten. Wichtig ist darüber hinaus, dass jedes Familienmitglied ein eigenes Handtuch benutzt. Wie ihr Hygiene im Familienalltag dauerhaft zur Gewohnheit macht, liest du hier: Hygienisch im Alltag – so bleiben Kinder gesund.

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Trotz Erkältung regelmässig lüften!

Fenster auf und zehn Minuten frischen Wind hereinlassen – und das drei bis vier Mal am Tag! Lüften verdünnt die Konzentration von Krankheitserregern in der Raumluft und verringert so das Übertragungsrisiko; besonders in Räumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten [1]. Dazu kommt: In der Heizperiode wird die Rauminnenluft trocken. Dadurch trocknen auch die Schleimhäute aus und sind anfälliger für Erkältungen. Frische, feuchte Luft dagegen stärkt die Schleimhäute. Lässt auch die Luftfeuchtigkeit draussen zu wünschen übrig, ist es sinnvoll, nasse Handtücher über die Heizung zu hängen oder die Wäsche in der Wohnung zu trocknen. Auch ein Verdunster an der Heizung kann für ein angenehmes Raumklima sorgen.

Wenn es keine harmlose Erkältung mehr ist

Hygiene senkt das Risiko, sie schliesst eine Ansteckung aber nicht aus. Erwischt es doch jemanden, gilt: Die allermeisten Erkältungen gehen von selbst vorbei. Ärztlichen Rat solltest du aber holen, wenn zum Fieber eines dieser Zeichen kommt [4]:

  • Dein Kind ist jünger als drei Monate und hat 38 °C Fieber oder mehr – dann gehört es unverzüglich ärztlich untersucht.
  • Dein Kind hat Atemnot.
  • Dein Kind erbricht ständig und verweigert die Flüssigkeitsaufnahme.
  • Dein Kind wird zunehmend apathisch oder lethargisch.
  • Dein Kind klagt über Kopfschmerzen, hat einen steifen Nacken und ist lichtscheu.
  • Dein Kind bekommt flohstichartige, nicht wegdrückbare rote Punkte auf der Haut.

Nicht die Höhe des Fiebers entscheidet, sondern der Zustand deines Kindes [4]. Und wenn du unsicher bist oder dir grosse Sorgen machst, ist das allein schon ein guter Grund, dich ärztlich beraten zu lassen. Was einem erkälteten Baby guttut, liest du hier: Erkältung bei Babys. Wie ihr die Beschwerden lindert, steht in Was bei Erkältung hilft.

Übrigens: Eine Grippe ist keine Erkältung. Sie beginnt typischerweise mit plötzlichem hohem Fieber, Schüttelfrost, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen und kann zu Komplikationen wie einer Mittelohr- oder Lungenentzündung führen [2]. Bei Kindern kommen häufig Übelkeit, Erbrechen und Durchfall dazu. Was dann hilft, liest du in Was tun bei Grippe?

Und muss das erkältete Kind zu Hause bleiben? Bei Erkältung, Schnupfen, Husten und Halsweh ist ein Ausschluss aus der Kita grundsätzlich nicht nötig – es sei denn, der Zustand des Kindes lässt den Besuch nicht zu, etwa bei hohem Fieber oder reduziertem Allgemeinzustand [3].

Quellen

  1. Bundesamt für Gesundheit BAG: So schützen wir uns vor Atemwegsinfektionen (abgerufen am 10.08.2026)
  2. Bundesamt für Gesundheit BAG: Saisonale Grippe (Influenza) (abgerufen am 10.08.2026)
  3. pädiatrie schweiz: KiTa und Krankheit, 3. Auflage, März 2023 (PDF, abgerufen am 10.08.2026)
  4. Universitäts-Kinderspital Zürich: Notfall-Elterninformation Fieber (PDF, abgerufen am 10.08.2026)

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