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Gesundheit > Kinderkrankheiten

Erste Hilfe bei einem Sonnenstich

Wenn Kinder bei Hitze keine Kopfbedeckung tragen, kann es zu einem Sonnenstich kommen. Typisch sind Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen – manchmal auch Benommenheit. Hier findest du klare Erste-Hilfe-Schritte, den Unterschied zu Hitzeerschöpfung und Hitzschlag und wann ein Sonnenstich ein Notfall ist (144).

So leisten Sie erste Hilfe bei einem Sonnenstich
Kinder sollten bei sonnigem Wetter unbedingt einen Hut tragen, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Foto: ands456, iStockphoto, Getty Images Plus

Ein Sonnenstich wird durch starke Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken ausgelöst – besonders dann, wenn kein Hut getragen wird und der Kopf lange ungeschützt bleibt (z.B. am Wasser, auf dem Spielplatz oder beim Sport). Dabei werden die Hirnhäute gereizt; Beschwerden wie Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen können folgen. Babys, Kleinkinder und Kinder sind besonders gefährdet, weil sie Wärme schlechter regulieren und Warnzeichen oft später benennen. Wichtig für Eltern: Viele Beschwerden an Hitzetagen werden im Alltag als «Sonnenstich» bezeichnet, tatsächlich können aber auch Hitzeerschöpfung oder ein Hitzschlag dahinterstecken. Die Unterscheidung hilft dir, richtig zu handeln.

Sonnenstich oder Hitzschlag? Der Unterschied

Sonnenstich

Der Sonnenstich entsteht vor allem durch direkte Sonne auf Kopf und Nacken. Häufig stehen Kopfweh, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und manchmal Nackenschmerzen oder Nackensteife im Vordergrund. Die Körpertemperatur ist oft normal oder nur leicht erhöht.

Hitzeerschöpfung

Hitzeerschöpfung entsteht durch Wärmebelastung plus Flüssigkeits- und Salzverlust, zum Beispiel an sehr heissen Tagen, beim Wandern, in überhitzten Zimmern oder bei Sport. Typisch sind starke Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfweh, Übelkeit und oft blasse, kühle, feuchte Haut (viel Schweiss). Sie ist ernst zu nehmen, bessert sich aber häufig rasch, wenn du konsequent kühlst und trinkst (sofern die Person wach ist und schlucken kann).

Hitzschlag 

Beim Hitzschlag ist die Temperaturregulation überfordert – der Körper überhitzt gefährlich. Das ist lebensbedrohlich. Warnzeichen sind starke Benommenheit oder Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Krämpfe, sehr heisse Haut und meist eine deutlich erhöhte Körpertemperatur. Hier gilt: sofort 144.

Wie kannst du einen Sonnenstich verhindern?

Mit ein paar Gewohnheiten kannst du dein Kind bei Hitze schützen – und das Risiko für Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag deutlich senken:

Hut, Schatten, Tageszeiten

  • Kopfbedeckung: Hut oder Käppli mit breiter Krempe, idealerweise mit Nackenschutz. Bei Babys ist konsequenter Schatten besonders wichtig.
  • Mittagshitze meiden: Plane Spielplatz, Ausflüge oder Sport wenn möglich in die Morgenstunden oder den späteren Nachmittag/Abend.
  • UV-Index beachten: Bei hohem UV-Index braucht es konsequent Schatten, Hut, Kleidung und Sonnencreme – und längere Aufenthalte in direkter Sonne sollten vermieden werden.

Trinkroutine statt «Warten bis Durst kommt»

  • Regelmässig trinken anbieten: Kinder vergessen es beim Spielen. Biete Wasser in kleinen Portionen immer wieder an.
  • Bei Babys: Still- oder Fläschchenmahlzeiten nicht hinauszögern. Wenn du unsicher bist, wie viel zusätzlich sinnvoll ist, frag deine Kinderärzt:in.

Kleidung und Umgebung

  • Leichte, helle Kleidung, luftige Stoffe; bei intensiver Sonne auch dicht gewebte Kleidung oder UV-Kleidung.
  • Kühle Pausen: Gerade bei Ferien, See oder Wanderungen regelmässig in den Schatten, drinnen oder an einen kühlen Ort.

Vorsicht: Sonnenschutz in Form von Cremen oder Gels schützt die Haut vor Sonnenbrand, aber nicht zuverlässig vor Überhitzung. Direktes Aufhalten in der Sonne kann trotz hohem Sonnenschutz zu Hitzeerschöpfung oder einem Hitzschlag führen.

Anzeichen: So erkennst du Symptome – besonders bei Kindern

Sonnenstich: typische Symptome

Ein Sonnenstich zeigt sich häufig durch:

  • Kopfweh
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindel, Unruhe oder ungewöhnliche Müdigkeit
  • heisser, geröteter Kopf
  • Nackenschmerzen oder Nackensteife
  • allenfalls leicht erhöhte Temperatur

Bei kleinen Kindern kann es weniger «klassisch» wirken: Sie sind plötzlich sehr quengelig, ungewöhnlich still, wollen nicht mehr spielen oder klagen über Kopfweh. Babys können auffällig schlapp wirken oder schlechter trinken.

Hitzeerschöpfung: Warnzeichen

Typisch sind Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Kopfweh, oft zusammen mit kühler, feuchter Haut und starkem Durst. Das ist ein Signal, dass dein Kind eine Pause, Kühlung und Flüssigkeit braucht.

Hitzschlag: Warnzeichen

Wähle in der Schweiz sofort 144, wenn eines oder mehrere dieser Zeichen auftreten:

  • Bewusstseinsstörung (nicht richtig ansprechbar, sehr schläfrig, verwirrt, kollabiert)
  • Krämpfe
  • sehr heisse Haut oder rasche Verschlechterung
  • anhaltendes Erbrechen oder dein Kind kann keine Flüssigkeit bei sich behalten
  • auffällige Atemprobleme
  • starker Nackenschmerz oder Nackensteife (muss ärztlich abgeklärt werden)

Ein Sonnenbrand ist mit einem Sonnenstich nicht zu verwechseln. Bei einem Sonnenbrand sind bestimmte Stellen des Körpers, die nicht vor der Sonne geschützt waren, rot und sogar geschwollen. Du erkennst einen Sonnenbrand daran, dass sich die Haut wie verbrannt anfühlt und sich nach der Erholung oder Behandlung schälen kann. Ein Hitzschlag ist dagegen eine gefährliche Überhitzung des Körpers. Der Kopf kann dabei sehr heiss oder hochrot anlaufen, während andere Körperstellen im Vergleich dazu überraschend kühl oder später ebenfalls überhitzt wirken können. Entscheidend sind immer die Warnzeichen wie Bewusstseinsstörung, Krämpfe und sehr heisse Haut.

Wenn plötzlich hohes Fieber, Bewusstseinsveränderungen (z.B. starke Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen), Krämpfe oder Sprach- und Sehstörungen auftreten, wähle sofort die Telefonnummer 144. In diesem Fall muss eine Ärzt:in die Situation rasch beurteilen und behandeln. Auch ein steifer Nacken ist ein Warnzeichen und gehört ärztlich abgeklärt. Betroffene Personen sollten keine Selbstmedikation «auf gut Glück» starten, sondern zuerst die Situation medizinisch einschätzen lassen, besonders bei Kindern.

Behandlung: Sonnenstich Kind – Erste Hilfe Schritt für Schritt

1) Raus aus der Sonne, runterkühlen

Such sofort einen schattigen und kühlen Ort auf, sobald du Beschwerden bemerkst oder dein Kind auffällig wirkt. Lagere den Oberkörper leicht hoch, löse enge Kleidung und sorge für Ruhe. Kühle Kopf und Nacken mit kühlen (nicht eiskalten) Umschlägen oder einem feuchten Tuch. Ein Ventilator oder ein kühler Raum kann zusätzlich helfen.

2) Trinken: was, wie viel – und wann nicht mehr

Wenn dein Kind wach ist und normal schlucken kann, gib regelmässig kleine Schlucke Wasser oder ungesüssten Tee. Nach starkem Schwitzen kann eine orale Rehydratationslösung aus der Apotheke sinnvoll sein, besonders wenn zusätzlich Durchfall oder wiederholtes Erbrechen dazukommt.

Gib nichts zu trinken, wenn dein Kind sehr benommen ist, sich verschluckt, nicht richtig ansprechbar wirkt oder immer wieder erbricht. Dann besteht die Gefahr, dass Flüssigkeit in die Atemwege gelangt – in solchen Situationen braucht es medizinische Hilfe.

3) Beobachten und richtig reagieren

Bei Kindern gilt: Beruhige dein Kind, bleib bei ihm und beobachte es engmaschig. Lass es nicht allein, solange Übelkeit, Erbrechen, Kopfweh oder erhöhte Temperatur auftreten. Wenn sich der Zustand merklich verschlechtert, neue Symptome dazukommen oder du unsicher bist, kontaktiere eine Ärzt:in oder wähle 144 – je nach Schwere.

Nachsorge: Was nach einem Sonnenstich wichtig ist

Auch wenn es rasch besser geht: Der Körper braucht Erholung.

  • Ruhe für den Rest des Tages, möglichst in kühler Umgebung.
  • Leichte Kost und genügend Flüssigkeit, sobald Übelkeit nachlässt.
  • Rückkehr zu Aktivität: Erst wieder Sport, Baden in der prallen Sonne oder lange Ausflüge, wenn dein Kind komplett beschwerdefrei ist.
  • Weiter beobachten: Wiederkehrendes Erbrechen, zunehmendes Kopfweh, Fieber, Nackensteife, auffällige Müdigkeit oder Verhaltensänderungen müssen ärztlich abgeklärt werden.

Checkliste: Kind bei Hitze schützen

  • Hut/Käppli (am besten mit Nackenschutz)
  • Leichte, helle Kleidung, ggf. UV-Kleidung
  • Sonnencreme (zusätzlich zu Schatten und Kleidung)
  • Genug Getränke, Trinkpausen einplanen
  • Schattenplatz organisieren (Bäume, Sonnenschirm, Innenräume)
  • Mittagshitze meiden, UV-Index beachten
  • Bei Babys: pralle Sonne konsequent vermeiden, auf Trinkverhalten und Müdigkeit achten

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