Gesundheit > KinderkrankheitenErste Hilfe bei einem Sonnenstich – und wie du ihn vom Hitzschlag unterscheidestWenn Kinder bei Hitze keine Kopfbedeckung tragen, kann es zu einem Sonnenstich kommen. Typisch sind Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen – manchmal auch Benommenheit. Hier findest du klare Erste-Hilfe-Schritte, den Unterschied zu Hitzeerschöpfung und Hitzschlag und wann ein Sonnenstich ein Notfall ist (144). Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Kinder sollten bei sonnigem Wetter unbedingt einen Hut tragen, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Foto: ands456, iStockphoto, Getty Images Plus Ein Sonnenstich wird durch starke Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken ausgelöst – besonders dann, wenn kein Hut getragen wird und der Kopf lange ungeschützt bleibt (z.B. am Wasser, auf dem Spielplatz oder beim Sport). Dabei werden die Hirnhäute gereizt; Beschwerden wie Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen können folgen [1]. Babys und Kleinkinder gelten bei Hitze ausdrücklich als Risikogruppe [4]. Sie regulieren Wärme schlechter, und Warnzeichen benennen kleine Kinder oft später oder gar nicht. Wichtig für Eltern: Viele Beschwerden an Hitzetagen werden im Alltag als «Sonnenstich» bezeichnet, tatsächlich können aber auch Hitzeerschöpfung oder ein Hitzschlag dahinterstecken. Die Unterscheidung hilft dir, richtig zu handeln. Sonnenstich oder Hitzschlag? Der Unterschied Sonnenstich Der Sonnenstich entsteht vor allem durch direkte Sonne auf Kopf und Nacken. Häufig stehen Kopfweh, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und manchmal Nackenschmerzen oder Nackensteife im Vordergrund. Der Kopf ist meist heiss und gerötet, der übrige Körper dagegen nicht stark erhitzt. Die Körpertemperatur ist oft normal oder nur leicht erhöht [1]. Ein Sonnenstich entwickelt sich schleichend. Rechne also damit, dass dein Kind am Wasser noch fröhlich spielt und die Beschwerden erst auffallen, wenn ihr längst wieder im Schatten seid. Hitzeerschöpfung Hitzeerschöpfung entsteht durch Wärmebelastung plus Flüssigkeits- und Salzverlust, zum Beispiel an sehr heissen Tagen, beim Wandern, in überhitzten Zimmern oder bei Sport. Typisch sind starke Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfweh, Übelkeit und oft blasse, kühle, feuchte Haut (viel Schweiss). Sie ist ernst zu nehmen, bessert sich aber häufig rasch, wenn du konsequent kühlst und trinkst (sofern die Person wach ist und schlucken kann) [3]. Hitzeerschöpfung und Sonnenstich treten oft gemeinsam auf und sind an den Beschwerden kaum zu unterscheiden. Hitzschlag Beim Hitzschlag ist die Temperaturregulation überfordert – der Körper überhitzt gefährlich. Das ist lebensbedrohlich. Anders als beim Sonnenstich ist der ganze Körper überhitzt: Die Körperkerntemperatur steigt über 40 °C, die Haut ist heiss und gerötet und kann trocken sein, weil das Schwitzen aufhört [2]. Weitere Warnzeichen sind starke Benommenheit oder Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Krämpfe, schnelle Atmung und schneller Puls. Hier gilt: sofort 144 [3]. Wie kannst du einen Sonnenstich verhindern? Mit ein paar Gewohnheiten kannst du dein Kind bei Hitze schützen – und das Risiko für Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag deutlich senken: Hut, Schatten, Tageszeiten Kopfbedeckung: Hut oder Käppli mit breiter Krempe, idealerweise mit Nackenschutz. Bei Babys und Kleinkindern gehört der Kopf im Freien immer bedeckt [5]. Mittagshitze meiden: Plane Spielplatz, Ausflüge oder Sport wenn möglich in die Morgenstunden oder den späteren Nachmittag. Als kritisch gilt die Zeit zwischen 11 und 16 Uhr [1]. UV-Index beachten: Bei hohem UV-Index braucht es konsequent Schatten, Hut, Kleidung und Sonnencreme. Das BAG empfiehlt einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 [4]; für Babys und Kleinkinder nennt das Basler Hitze-Infoblatt Faktor 50 [5]. Wie du Kinder richtig vor der Sonne schützt, liest du im eigenen Ratgeber. Wichtig: Sonnencreme schützt die Haut, ersetzt aber weder Schatten noch Kopfbedeckung. Trinkroutine statt «Warten bis Durst kommt» Regelmässig trinken anbieten: Kinder vergessen es beim Spielen. Biete Wasser in kleinen Portionen immer wieder an. Als Richtwert nennt das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt für Kinder von 1 bis unter 10 Jahren rund 0,8 bis 1 Liter pro Tag, ab 10 Jahren 1 bis 1,5 Liter [5]. Bei Babys: Gestillte Säuglinge trinken nach Bedarf und melden sich selbst. Still- oder Fläschchenmahlzeiten also nicht hinauszögern. Zusätzliches Wasser ist erst ab dem Start der Beikost ein Thema [5]. Wenn du unsicher bist, frag deine Kinderärzt:in. Wie du sensible Babyhaut vor der Sonne schützt, haben wir separat zusammengestellt. Kleidung und Umgebung Leichte, helle Kleidung, luftige Stoffe; bei intensiver Sonne auch dicht gewebte Kleidung oder UV-Kleidung. Kühle Pausen: Gerade bei Ferien, See oder Wanderungen regelmässig in den Schatten, drinnen oder an einen kühlen Ort. Weitere Tipps gegen die Sommerhitze haben wir gesammelt. Kinderwagen: Gegen die Sonne gehören Sonnenschirm oder Sonnensegel an den Wagen. Leg keine Tücher oder Decken über den ganzen Kinderwagen, darunter staut sich die Hitze [5]. Niemals allein im Auto Ein parkiertes Auto heizt sich innerhalb von Minuten auf. Lass dein Kind deshalb nie allein im Fahrzeug zurück, auch nicht kurz. Das Basler Infoblatt für Babys und Kleinkinder geht noch weiter: auch in Begleitung spätestens nach wenigen Minuten aussteigen und einen schattigen Ort aufsuchen [5]. Vorsicht: Sonnenschutz in Form von Cremen oder Gels schützt die Haut vor Sonnenbrand, aber nicht zuverlässig vor Überhitzung. Direktes Aufhalten in der Sonne kann trotz hohem Sonnenschutz zu Hitzeerschöpfung oder einem Hitzschlag führen. Anzeichen: So erkennst du Symptome – besonders bei Kindern Sonnenstich: typische Symptome Ein Sonnenstich zeigt sich häufig durch [1]: Kopfweh, oft pulsierend Übelkeit, Erbrechen Schwindel, Unruhe oder ungewöhnliche Müdigkeit heisser, geröteter Kopf Nackenschmerzen oder Nackensteife allenfalls leicht erhöhte Temperatur Bei kleinen Kindern kann es weniger «klassisch» wirken: Sie sind plötzlich sehr quengelig, ungewöhnlich still, wollen nicht mehr spielen oder klagen über Kopfweh. Babys können auffällig schlapp wirken oder schlechter trinken. Verändert sich die Körpertemperatur oder wirkt dein Baby ungewöhnlich schläfrig oder erschöpft, ruf im Zweifelsfall 144 oder eine Ärzt:in an [5]. Hitzeerschöpfung: Warnzeichen Typisch sind Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Kopfweh, oft zusammen mit kühler, feuchter Haut und starkem Durst. Das ist ein Signal, dass dein Kind eine Pause, Kühlung und Flüssigkeit braucht. Geht es nach kurzer Zeit nicht besser, ruf eine Ärzt:in oder 144 an [4]. Hitzschlag: Warnzeichen Wähle in der Schweiz sofort 144, wenn eines oder mehrere dieser Zeichen auftreten [2][3]: Bewusstseinsstörung (nicht richtig ansprechbar, sehr schläfrig, verwirrt, kollabiert) Krämpfe sehr heisse Haut oder rasche Verschlechterung anhaltendes Erbrechen oder dein Kind kann keine Flüssigkeit bei sich behalten auffällige Atemprobleme starker Nackenschmerz oder Nackensteife Verdacht auf Hitzschlag: was du bis zum Rettungsdienst tust Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt. Die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist deshalb keine Wartezeit: 144 anrufen oder eine andere Person damit beauftragen. An einen kühlen, schattigen Ort bringen und enge Kleidung lockern oder entfernen. Flach hinlegen, Kopf und Oberkörper leicht erhöht. Ist dein Kind bewusstlos und atmet, bring es in die stabile Seitenlage. Kühlen mit feuchten, kühlen Tüchern oder einer Kältekompresse, zusätzlich Luft zufächeln. Leg Eis nie direkt auf die Haut [2]. Nichts einflössen, solange dein Kind nicht klar bei Bewusstsein ist. Ist es wach und kann schlucken, sind kleine, langsame Schlucke kühles Wasser erlaubt [3]. Bewusstsein, Atmung und Puls beobachten, bis Hilfe eintrifft. Ein Sonnenbrand ist mit einem Sonnenstich nicht zu verwechseln. Bei einem Sonnenbrand sind bestimmte Stellen des Körpers, die nicht vor der Sonne geschützt waren, rot und sogar geschwollen. Du erkennst ihn daran, dass sich die Haut wie verbrannt anfühlt und sich nach der Erholung oder Behandlung schälen kann. Beim Sonnenstich ist dagegen typischerweise der Kopf heiss und gerötet, während der übrige Körper nicht stark erhitzt ist. Der Hitzschlag ist noch einmal etwas anderes: Dort ist der gesamte Körper überhitzt, die Kerntemperatur liegt über 40 °C [2]. Eine kühl wirkende Haut am Rumpf ist deshalb kein Grund zur Entwarnung, wenn Bewusstseinsstörung, Krämpfe oder Verwirrtheit dazukommen. Wenn plötzlich hohes Fieber, Bewusstseinsveränderungen (z.B. starke Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen), Krämpfe oder Sprach- und Sehstörungen auftreten, wähle sofort die Telefonnummer 144. In diesem Fall muss eine Ärzt:in die Situation rasch beurteilen und behandeln. Auch ein steifer Nacken gehört immer rasch ärztlich beurteilt. Kommen Fieber oder eine Bewusstseinsstörung dazu, ist es ein Fall für 144. Betroffene Personen sollten keine Selbstmedikation «auf gut Glück» starten, sondern zuerst die Situation medizinisch einschätzen lassen, besonders bei Kindern. Behandlung: Sonnenstich Kind – Erste Hilfe Schritt für Schritt Diese Schritte gelten für einen Sonnenstich oder eine Hitzeerschöpfung. Beim Verdacht auf einen Hitzschlag gilt zuerst der Notruf 144 und danach das Vorgehen aus dem Abschnitt oben. 1) Raus aus der Sonne, runterkühlen Such sofort einen schattigen und kühlen Ort auf, sobald du Beschwerden bemerkst oder dein Kind auffällig wirkt. Lagere den Oberkörper leicht hoch, löse enge Kleidung und sorge für Ruhe. Kühle Kopf und Nacken mit kühlen (nicht eiskalten) Umschlägen oder einem feuchten Tuch. Eis und Kühlakkus gehören nie direkt auf die Haut, sondern immer in ein Tuch gewickelt [2]. Ein Ventilator oder ein kühler Raum kann zusätzlich helfen. 2) Trinken: was, wie viel – und wann nicht mehr Wenn dein Kind wach ist und normal schlucken kann, gib regelmässig kleine Schlucke Wasser oder ungesüssten Tee [1]. Nach starkem Schwitzen kann eine orale Rehydratationslösung aus der Apotheke sinnvoll sein, besonders wenn zusätzlich Durchfall oder wiederholtes Erbrechen dazukommt. Bei Säuglingen ist das anders. Vor dem Beikoststart gehört kein Wasser und kein Tee in den Schoppen. Biete stattdessen häufiger die Brust oder das Fläschchen an. Trinkt dein Baby bei Hitze auffällig wenig oder ist es zusätzlich krank, ruf eine Ärzt:in an [5]. Gib nichts zu trinken, wenn dein Kind sehr benommen ist, sich verschluckt, nicht richtig ansprechbar wirkt oder immer wieder erbricht [3]. Dann besteht die Gefahr, dass Flüssigkeit in die Atemwege gelangt – in solchen Situationen braucht es medizinische Hilfe. 3) Beobachten und richtig reagieren Bei Kindern gilt: Beruhige dein Kind, bleib bei ihm und beobachte es engmaschig. Lass es nicht allein, solange Übelkeit, Erbrechen, Kopfweh oder erhöhte Temperatur auftreten. Wenn sich der Zustand merklich verschlechtert, neue Symptome dazukommen oder du unsicher bist, kontaktiere eine Ärzt:in oder wähle 144 – je nach Schwere. Auch wenn es nach kurzer Zeit einfach nicht besser wird, ist das ein Grund anzurufen. Nachsorge: Was nach einem Sonnenstich wichtig ist Auch wenn es rasch besser geht: Der Körper braucht Erholung. Ruhe für den Rest des Tages, möglichst in kühler Umgebung. Verzichte auf körperliche Anstrengung. Leichte Kost und genügend Flüssigkeit, sobald Übelkeit nachlässt. Rückkehr zu Aktivität: Erst wieder Sport, Baden in der prallen Sonne oder lange Ausflüge, wenn dein Kind komplett beschwerdefrei ist. Weiter beobachten: Wiederkehrendes Erbrechen, zunehmendes Kopfweh, Fieber, Nackensteife, auffällige Müdigkeit oder Verhaltensänderungen müssen ärztlich abgeklärt werden. Checkliste: Kind bei Hitze schützen Hut/Käppli (am besten mit Nackenschutz) Leichte, helle Kleidung, ggf. UV-Kleidung Sonnencreme (zusätzlich zu Schatten und Kleidung) Genug Getränke, Trinkpausen einplanen Schattenplatz organisieren (Bäume, Sonnenschirm, Innenräume) Mittagshitze meiden, UV-Index beachten Kinderwagen beschatten, aber nicht mit Tuch oder Decke zudecken Kind nie allein im parkierten Auto lassen Bei Babys: pralle Sonne konsequent vermeiden, auf Trinkverhalten und Müdigkeit achten Quellen Suva: Was tun bei Sonnenstich? (abgerufen am 19.08.2026) Suva: Hitzschlag oder Hitzekrämpfe: im Notfall richtig handeln (abgerufen am 19.08.2026) Samariter Schweiz: Erste Hilfe bei Hitzschlag (abgerufen am 19.08.2026) Bundesamt für Gesundheit BAG: Schutz vor Hitze (abgerufen am 19.08.2026) Gesundheitsdepartement Basel-Stadt: Infoblatt Schutz von Babys und Kleinkindern bei Hitze (PDF, abgerufen am 19.08.2026)