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Fieber senken: Mit diesen Methoden bekommst du das Fieber runter

Kinder fiebern schnell und oft. Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers und an sich meist nicht gefährlich. Wichtig ist: Schau nicht nur auf die Zahl, sondern vor allem auf das Befinden deines Kindes. Wenn das Fieber sehr hoch ist, schnell weiter ansteigt oder sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert, kannst du versuchen, die Temperatur zu senken und solltest ärztlichen Rat einholen. Steigt die Temperatur rasch über 39 Grad, kontaktierst du am besten deine:n Kinderärzt:in; bei Babys gelten tiefere Schwellen. Hausmittel wie genügend Flüssigkeit, Ruhe und – richtig angewendet – kühle Wickel können unterstützen. In bestimmten Fällen können auch fiebersenkende Medikamente helfen; lass dich dazu in der Kinderarztpraxis oder Apotheke beraten.

Fieber senken Kinder: Junge Mutter misst bei Tochter Fieber
Hausmittel wie kühle Wickel helfen, das Fieber bei Kindern zu senken – steigt das Fieber rasch weiter an, solltest du trotzdem den Arzt anrufen. Bild; GettyImages, fizkes

Das Kind hat Fieber und die Zahl auf dem Thermometer steigt? Das verunsichert viele Eltern. Du musst aber nicht in Panik geraten: Fieber ist häufig Teil der normalen Abwehr. Gleichzeitig gilt: Wenn dein Kind deutlich leidet, sehr jung ist oder du ein ungutes Gefühl hast, hol dir lieber früh Hilfe. Hier findest du wissenschaftlich fundierte, alltagstaugliche Schritte, um Fieber sicher einzuordnen, zu messen und bei Bedarf zu senken.

Fieber verstehen: Befinden vor Zahl

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es unterstützt das Immunsystem, indem es die Vermehrung mancher Erreger hemmt und Abwehrprozesse anstösst. Fachgesellschaften betonen, dass die Höhe des Fiebers allein nicht zuverlässig zeigt, wie schwer eine Erkrankung ist – wichtiger sind Verhalten, Trinkmenge, Atmung und Wachheit. Diese Einordnung entspricht dem Ansatz «Befinden vor Zahl», wie er in aktuellen Elterninformationen und klinischen Empfehlungen in der Pädiatrie im deutschsprachigen Raum vermittelt wird, unter anderem durch das Kinderspital Zürich sowie durch pädiatrische Fachgesellschaften.

Fieber vs. erhöhte Temperatur – grobe Orientierung

Als grobe Orientierung gilt: Bei Säuglingen spricht man ab 38.0 Grad Celsius von Fieber, bei älteren Kindern ab 38.5 Grad Celsius. Werte darunter können bereits «erhöhte Temperatur» sein – auch das kann bei Infekten vorkommen. Wichtig: Messe immer unter vergleichbaren Bedingungen und notiere Zeit, Messort und Wert, damit du den Verlauf beurteilen kannst.

Wie hoch kannst du dein Kind fiebern lassen?

Grundsätzlich ist Fieber bei Kindern und Babys häufig und in vielen Fällen gut beherrschbar. Das Kinderspital Zürich weist darauf hin, dass Fieber an sich meist ungefährlich ist und die Fieberhöhe nicht automatisch mit dem Schweregrad der Erkrankung gleichzusetzen ist. Entscheidend ist deshalb: Wie wirkt dein Kind? Spielt es zwischen den Fieberphasen kurz, reagiert es auf dich, trinkt es ausreichend, atmet es ruhig?

Ab wann soll man das Fieber bei Kindern senken?

Hohes Fieber kann den Körper belasten, das Schlafen erschweren und bei manchen Kindern das Risiko für Fieberkrämpfe erhöhen. Trotzdem ist das Ziel nicht zwingend «Fieber auf Normaltemperatur», sondern «Leiden lindern». Die Ärzt:innengesellschaft Baselland empfiehlt, Fieber erst dann zu senken, wenn sich der Allgemeinzustand verschlechtert und erkennbar ist, dass das Kind unter dem Fieber leidet. Typische Gründe zum Senken sind: deutliche Schmerzen, starkes Unwohlsein, anhaltendes Jammern, deutlich reduzierte Trinkmenge oder wenn dein Kind nicht zur Ruhe kommt.

Ab wann solltest du ins Krankenhaus oder zum Arzt?

Beurteile immer das Gesamtbild. Je jünger dein Kind ist, desto tiefer ist die Schwelle für eine ärztliche Abklärung. In den ersten vier Lebenswochen sollte Fieber immer ärztlich abgeklärt werden. Auch unabhängig vom Alter solltest du medizinischen Rat einholen, wenn dein Kind ungewöhnlich wirkt, kaum reagiert, sehr schläfrig oder apathisch ist, schlecht trinkt, eine auffällige Atmung zeigt oder wenn du dir grosse Sorgen machst.

Als wichtige Alarmsignale gelten ausserdem: sehr rascher Fieberanstieg, Fieber über 39 Grad Celsius mit schlechtem Allgemeinzustand, starke Austrocknungszeichen (z.B. sehr trockener Mund, kaum Urin/kaum nasse Windeln), anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, oder wenn das Fieber nach drei Tagen nicht klar besser wird. In akuten Notfallsituationen (z.B. Atemnot, Krampf, nicht weckbar) zögerst du nicht, den Notruf zu wählen (Schweiz: 144).

So kannst du bei deinem Kind das Fieber senken

Wenn dein Kind fiebert und sich unwohl fühlt, helfen oft zuerst einfache Massnahmen. Das Ziel ist, den Körper zu entlasten, die Flüssigkeitsbilanz zu stabilisieren und deinem Kind Ruhe zu ermöglichen. Du kannst zusätzlich regelmässig kontrollieren, ob Hände und Füsse warm sind (Hinweis auf gute Durchblutung) und ob sich dein Kind zwischen den Fieberspitzen etwas erholt.

Was du zu Hause tun kannst

Es muss nicht sofort ein Medikament sein. Diese Massnahmen sind gut etabliert, schonend und in vielen Fällen ausreichend:

  1. Viel trinken (das Wichtigste): Mit Fieber steigt der Flüssigkeitsbedarf. Die Ärzt:innengesellschaft Baselland betont, dass gerade jüngere Kinder schneller austrocknen können. Biete regelmässig kleine Mengen an: Muttermilch, den gewohnten Schoppen, Wasser oder ungesüssten Tee. Wenn dein Kind kaum trinken mag, helfen manchmal häufige Mini-Portionen mit Löffel oder Becher. Bei Erbrechen oder Durchfall ist die Dehydrierungsgefahr höher – dann holst du dir besser früh ärztlichen Rat.
  2. Richtig wärmen oder kühlen – je nach Phase: Solange das Fieber ansteigt, haben viele Kinder Schüttelfrost: Sie frieren, zittern, haben kalte Hände und Füsse. Dann braucht dein Kind Wärme (Decke, warme Socken, Nähe) – äussere Kühlung ist in dieser Phase meist unangenehm und kann den Schüttelfrost verstärken. Wenn dein Kind dagegen heiss ist und schwitzt, sind leichte Kleidung, ein nicht zu warmes Zimmer und eine dünne Decke oft angenehmer. Ziel ist Komfort, nicht «auskühlen».
  3. Fieber messen – sinnvoll und stressarm: Miss nicht im Minutentakt. Wichtig ist der Verlauf: z.B. morgens, nachmittags, abends und zusätzlich, wenn dein Kind deutlich schlechter wirkt. Dokumentiere Wert, Uhrzeit und Messort. Bei kleinen Kindern ist rektales Messen am genauesten; je nach Alter und Situation können Ohr- oder Stirnthermometer praktische Alternativen sein, sind aber messanfälliger (z.B. bei falsch sitzender Sonde oder kalter Umgebung). Wenn du unsicher bist, frag deine Kinderarztpraxis, welche Messmethode für dein Kind am besten passt.
  4. Temperaturabsteigendes Bad – nur wenn es deinem Kind dabei gut geht: Ein temperaturabsteigendes Bad kann bei Kleinkindern ab etwa 6 Monaten helfen, wenn dein Kind warm ist, nicht friert und das Bad toleriert. Das Wasser startet auf Körpertemperatur; dann wird langsam kühleres Wasser zugegeben, sodass die Temperatur moderat sinkt. Das Bad soll kurz sein und dein Kind darf nicht frieren. Wenn dein Kind das Bad nicht mag oder sich verschlechtert: abbrechen.
  5. Wadenwickel: «richtig und nur dann», wenn es passt: Wadenwickel können Fieber senken, sind aber nur sinnvoll, wenn Hände und Füsse warm sind und dein Kind keinen Schüttelfrost hat. Verwende lauwarmes Wasser (nicht eiskalt), wringe die Tücher gut aus und achte darauf, dass dein Kind sich dabei wohlfühlt. Keine Folie oder dichte Umwicklungen verwenden. Nach 10 bis 20 Minuten abnehmen und dein Kind wieder trocken und angenehm warm einpacken. Wenn dein Kind friert, jammert, blass wird oder die Beine kalt werden: sofort abbrechen.

Fieber senken mit Zäpfchen

Fiebersenkende Medikamente: Wenn dein Kind deutlich leidet, Schmerzen hat oder nicht zur Ruhe kommt, kann ein fiebersenkendes Mittel sinnvoll sein. Häufig werden in der Pädiatrie Paracetamol oder Ibuprofen verwendet. Lass dich zur passenden Wahl, Darreichungsform (z.B. Zäpfchen oder Saft) und Dosierung von deiner:m Kinderärzt:in oder in der Apotheke beraten und halte dich strikt an die Empfehlung.

Wichtige Sicherheitsregeln: Kombiniere keine verschiedenen Präparate mit demselben Wirkstoff (Überdosierungsgefahr). Achte auf Kombinationsmittel gegen Erkältung/Fieber, die ebenfalls Paracetamol enthalten können. Und: Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder und Jugendliche mit fieberhaften Infekten nicht geeignet, weil es in seltenen Fällen mit dem Reye-Syndrom in Zusammenhang gebracht wird; verwende ASS bei Kindern nur, wenn es ausdrücklich ärztlich verordnet wurde. Das Ostschweizer Kinderspital weist zudem darauf hin, dass mehrere paracetamolhaltige Medikamente nicht miteinander kombiniert werden dürfen, um Überdosierungen zu vermeiden.

Wenn Babys und Kleinkinder Fieber haben

Bei kleinen Kindern ist bei Fieber mehr Vorsicht angebracht: Je jünger das Kind, desto eher ist eine ärztliche Einschätzung sinnvoll. Bei Babys solltest du bei Fieber bereits ab niedrigeren Temperaturen ärztlichen Rat einholen als bei älteren Kindern, insbesondere wenn dein Baby jünger als 3 Monate ist, schlecht trinkt oder ungewöhnlich schläfrig wirkt. Mehr zu Fieber bei Babys und Kleinkindern lesen Sie hier.

FAQ: Häufige Fragen von Eltern

Warum steigt Fieber am Abend oft an?

Die Körpertemperatur schwankt im Tagesverlauf und ist am Abend häufig höher. Bei Infekten kann sich diese natürliche Schwankung verstärken. Entscheidend ist der Verlauf über 24 bis 48 Stunden und das Befinden deines Kindes.

Kann Zahnen Fieber machen?

Zahnen kann Kinder quengelig machen und die Temperatur leicht erhöhen. Hohes Fieber spricht eher für einen Infekt als nur fürs Zahnen. Wenn dein Kind deutlich fiebert oder krank wirkt, lass es ärztlich einschätzen.

Sind Fieberkrämpfe gefährlich?

Fieberkrämpfe sehen dramatisch aus, sind aber häufig kurz und hinterlassen meist keine bleibenden Schäden. Trotzdem gilt: Beim ersten Fieberkrampf oder wenn du unsicher bist, solltest du sofort medizinische Hilfe holen. Bei einem Krampf: Kind sichern, auf die Seite legen, nichts in den Mund stecken und die Dauer beobachten.

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