Gesundheit > KinderkrankheitenSonnenallergie: Juckender Ausschlag im Sommer – und was sofort hilft Sigrid Schulze Die Haut ist entzündet – und sie juckt. Gerade bei Kindern kann ein Ausschlag nach dem Spielen oder Baden in der Sonne sehr verunsichern. Häufig steckt hinter den Beschwerden eine sogenannte «Sonnenallergie» – medizinisch meist eine polymorphe Lichtdermatose, manchmal auch Mallorca-Akne oder eine phototoxische/photoallergische Reaktion. Mit der richtigen Einordnung und passenden Massnahmen klingen die Symptome oft innerhalb weniger Tage ab, sagt die Fachärztin für Dermatologie & Venerologie, Dr. Monique Stengel. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Ein juckender Ausschlag nach dem Spielen in der Sonne verunsichert viele Eltern – medizinisch steckt meist eine polymorphe Lichtdermatose dahinter. Polymorphe Lichtdermatose und ihre Behandlung – Das Wichtigste in Kürze: UV-Licht kann besonders bei hellhäutigen Menschen zu Juckreiz, Rötungen, Knötchen, Bläschen oder pickelartigen Veränderungen führen. «Sonnenallergie» ist ein Sammelbegriff: Am häufigsten ist die polymorphe Lichtdermatose, seltener sind Mallorca-Akne oder photo(allergische)/phototoxische Reaktionen. Typisch: Zu Saisonbeginn reagiert die unverbräunte Haut stärker; später kommt es bei vielen zu einer gewissen Lichtgewöhnung. Soforthilfe: aus der Sonne, kühlen, lockere Kleidung. Bei starkem Juckreiz oder ausgedehntem Ausschlag ärztlich abklären lassen. Vorbeugung nach dem Prinzip «Meiden, Kleiden, Cremen»: Schatten, UV-Schutzkleidung und Sonnenschutz mit UVA- und UVB-Schutz – mindestens Lichtschutzfaktor 30. Babys im ersten Lebensjahr gehören gar nicht in die direkte Sonne: Die Krebsliga Schweiz empfiehlt für Kinder von 0 bis 1 Jahr, direkte Sonnenstrahlung zu meiden und die Mittagszeit drinnen oder im Schatten zu verbringen [1]. Was ist eine «Sonnenallergie»? Im Alltag meint «Sonnenallergie» meist einen juckenden Ausschlag nach Sonne – medizinisch ist das aber nicht immer dasselbe. Die Dermatologische Klinik des Universitätsspitals Zürich weist darauf hin, dass der Alltagsbegriff nicht ganz korrekt ist: Als Sonnenallergie im engeren Sinn gilt eine andere, relativ seltene Immunkrankheit. Ein praktisches Unterscheidungsmerkmal ist das Timing – bei einer echten Sonnenallergie zeigt sich die Hautreaktion bereits nach etwa einer Stunde, bei einer polymorphen Lichtdermatose dauert es ein bis zwei Tage [4]. Für Familien ist vor allem wichtig: Wo tritt der Ausschlag auf (nur an sonnenexponierten Stellen oder auch unter Kleidung)? Wie schnell nach der Sonne beginnt er? Gab es neue Medikamente, Kosmetika oder Pflanzenkontakt? Diese Hinweise helfen Ärzt:innen und Apotheker:innen bei der Einordnung. Polymorphe Lichtdermatose Die polymorphe Lichtdermatose ist die häufigste Ursache für einen juckenden «Sonnenallergie»-Ausschlag. Typisch ist, dass die Symptome Stunden bis auch 1–2 Tage nach der ersten stärkeren Sonne im Frühling oder Frühsommer auftreten – vor allem auf Haut, die noch nicht an UV-Licht gewöhnt ist. Häufig betroffen sind Dekolleté/Halsausschnitt, seitliche Oberarme, Handrücken, Oberschenkel und seitliches Gesicht. Das Erscheinungsbild ist «vielgestaltig»: mal kleine Knötchen, mal Flecken, mal Bläschen – bei einer Person aber oft immer wieder ähnlich [5]. Rund 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind betroffen [4]. Werden die Auslöser konsequent gemieden, verschwindet der Ausschlag üblicherweise innert einiger Tage bis zu einer Woche, ohne Narben zu hinterlassen [5]. Phototoxische oder photoallergische Reaktion: Wenn ein Auslöser dazukommt Manchmal reagiert die Haut nicht «nur» auf UV-Licht, sondern auf die Kombination aus Sonne und einem zusätzlichen Auslöser. Das kann zum Beispiel passieren bei: Medikamenten (z.B. einzelne Antibiotika, entwässernde Medikamente, Akne-Medikamente oder pflanzliche Präparate wie Johanniskraut – entscheidend ist immer der konkrete Wirkstoff) Kosmetika/Parfüm oder ätherischen Ölen auf der Haut Pflanzenkontakt (z.B. Wiesenpflanzen) plus Sonne Solche Reaktionen können stärker brennen, schmerzen oder sehr scharf begrenzt sein. Wenn du einen solchen Trigger vermutest: Auslöser sofort weglassen, konsequent vor Sonne schützen und bei ausgeprägten Beschwerden ärztlich abklären lassen. Mallorca-Akne: gleichförmige Knötchen nach der ersten Sonne Mallorca-Akne wird oft als Variante der Sonnenreaktionen eingeordnet. Sie zeigt sich – anders als die vielgestaltige Lichtdermatose – als gleichförmige, kuppelförmige Knötchen von zwei bis vier Millimetern, häufig an Oberarmen, Schultern, Dekolleté oder Rücken. Hauptauslöser ist die UV-Strahlung [6]. Häufig zu lesen ist, fetthaltige Pflege- oder Sonnenschutzprodukte würden die Mallorca-Akne auslösen. Diese Kausalannahme ist fachlich umstritten: Die Erstbeschreibung von 1972, auf die der Name zurückgeht, schloss Sonnenschutzmittel als verursachenden Faktor ausdrücklich aus – die Annahme hält sich trotzdem hartnäckig [6]. Der praktische Rat bleibt davon unberührt: Bei Neigung zu Mallorca-Akne werden fettfreie Sonnengele empfohlen [6]. Frau Dr. Stengel, stellen Sie sich vor, die Kinder haben in der Sonne gespielt. Nun weint ein Kind. Auf seinem Handrücken hat sich ein Ausschlag mit Juckreiz gebildet. Wie können Eltern erkennen, ob es sich bei diesen Symptomen um eine Sonnenallergie oder um Hitzepickel handelt? Dr. Monique Stengel: Eine Sonnenallergie entsteht immer im direkten Sonnenlicht durch die UV-Strahlung, also nur dort, wo die Haut direkt der Sonne ausgesetzt ist. Sie entwickelt sich demnach besonders häufig im Halsausschnitt, auf den seitlichen Oberarmen, den Handrücken, den Oberschenkeln und dem seitlichen Gesicht. Hitzepickel dagegen bilden sich durch einen Hitzestau, dort, wo die Haut durch enganliegende Kleidung oder Windeln bedeckt ist. Wie du Hitzepickel erkennst und wieder loswirst, liest du im Schwesterartikel – ebenfalls mit Dr. Stengel. Anzeige Eine Sonnenallergie kann in jedem Alter auftreten. Eine besondere Neigung dazu haben aber hellhäutige Menschen. Zeigt die Haut von Kindern besonders häufig solch eine heftige Reaktion auf die Sonneneinstrahlung? Nein, eine Sonnenallergie kann in jedem Alter auftreten. Eine besondere Neigung dazu haben aber hellhäutige Menschen, oft auch diejenigen, die eine Atopie, also eine Veranlagung zu Neurodermitis und zu Heuschnupfen haben. In unseren Breitengraden sind es die Frauen, die öfter unter einer Sonnenallergie leiden als Männer. In Kalifornien dagegen sind Frauen und Männer gleich häufig betroffen. Eine wissenschaftliche Erklärung dafür fehlt noch. Für Familien wichtig: Bei Säuglingen und kleinen Kindern gilt generell: Ihre Haut ist empfindlicher, weil die natürlichen Eigenschutzmechanismen in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt sind [1]. Sie überhitzen schneller und ein Sonnenbrand kann schwerer wiegen. Unabhängig davon, ob es «Sonnenallergie» ist oder nicht, sollte bei Babys und Kleinkindern bei auffälligen Hautreaktionen früher ärztlich nachgefragt werden – auch, weil andere Ursachen (Infekte, Ekzeme, Medikamentenreaktionen) dahinterstecken können. Babys im ersten Lebensjahr: die Regel lautet Schatten Für Kinder von 0 bis 1 Jahr empfiehlt die Krebsliga Schweiz, direkte Sonnenstrahlung ganz zu meiden und insbesondere die Mittagszeit im Haus oder im Schatten zu verbringen. Erst ab einem Jahr rückt die Kombination aus Schatten, Kleidung und Sonnenschutzmittel in den Vordergrund [1]. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob dein Baby schon einmal auf Sonne reagiert hat – wie du sensible Babyhaut im Sommer schützt, liest du hier im Detail. Was passiert mit der Haut? Was ist die Ursache für die Symptome? Die UV-Strahlung, vor allem die langwelligen UVA-Strahlen, die tief in die Haut eindringen, können entzündliche Prozesse in der Haut auslösen. So entstehen Pickel, Rötungen, Knötchen oder Bläschen. Es gibt kein einheitliches Bild für Sonnenallergie, denn sie sieht bei jedem Menschen anders aus. Deshalb trägt die Sonnenallergie auch den medizinischen Fachbegriff Polymorphe, also vielgestaltige, Lichtdermatose. Allerdings zeigt sie sich bei dem Betroffenen immer wieder gleich. Sofortmassnahmen bei juckendem Ausschlag nach Sonne Was du sofort tun kannst Raus aus der Sonne (Schatten, drinnen) und die betroffenen Stellen bedecken. Kühlen: kühle Umschläge oder kurz lauwarm abspülen. Nicht eiskalt und nicht direkt Eis auf die Haut. Locker kleiden: Reibung und Wärmestau verstärken Juckreiz. Nicht kratzen: Bei Kindern helfen kurz geschnittene Nägel und Ablenkung; bei starkem Juckreiz lieber frühzeitig beraten lassen. Sanfte Pflege: eine unparfümierte, einfache Feuchtigkeitspflege kann die Hautbarriere unterstützen. «After Sun» kann angenehm sein, behebt aber nicht den Auslöser – entscheidend ist konsequentes Meiden weiterer UV-Exposition. Medikamente: was oft hilft – und wann du Beratung brauchst Je nach Ausprägung kann eine kurzfristige Behandlung sinnvoll sein. Wichtig: Bei Kindern (und besonders bei Säuglingen) solltest du Medikamente und Wirkstärken immer mit Ärzt:in oder Apotheker:in absprechen. Zinkschüttelmixtur kann entzündungshemmend wirken und die Haut beruhigen. Kortisonhaltige Lotion/Creme kann bei stärkerer Entzündung die Beschwerden rasch lindern – richtige Wirkstärke, Dauer und Körperstelle sind bei Kindern besonders wichtig. Antihistaminikum kann gegen Juckreiz helfen; mögliche Müdigkeit ist im Alltag relevant (z.B. im Ferienprogramm, beim Velofahren). Bei einer Sonnenallergie im engeren Sinn gehören antiallergische Tabletten neben dem Sonnenschutz zur üblichen Behandlung [4]. Wichtig zum Geltungsbereich: Diese Massnahmen zielen auf die entzündlichen Sonnenreaktionen, allen voran die polymorphe Lichtdermatose [4][5]. Bei der Mallorca-Akne ist das anders – dort gelten Glucocorticoide (Kortison) und Antibiotika als wahrscheinlich unwirksam oder sogar verschlimmernd; hier sind fettfreie Sonnengele der erste Schritt [6]. Weil sich die beiden Formen von blossem Auge nicht immer trennen lassen, ist das ein weiterer Grund, bei unklarem oder hartnäckigem Ausschlag abklären zu lassen. Wenn man die Sonne gänzlich meidet, geht die Sonnenallergie innerhalb von mehreren Tagen weg und hinterlässt auch keine bleibenden Spuren. Sollte zügig der Arzt aufgesucht werden, um die Symptome und deren Ursache, die polymorphe Lichtdermatose, zu behandeln? Ja, es gibt verschiedene Szenarien, in denen ein Arztbesuch sinnvoll ist. Zum Arzt sollte es zum Beispiel dann gehen, wenn das Kind oder der Erwachsene unter starkem Juckreiz leidet. Wichtig ist ein Arztbesuch auch dann, wenn die Sonnenallergie sehr stark ausgedehnt ist. Ich hatte neulich einen Patienten, der gerötete Knötchen auf den Ober- und Unterarmen, im Dekolleté und im Gesicht hatte. Und schliesslich kann es sein, dass der Betroffene oder die Eltern unsicher sind, ob es sich überhaupt um eine Sonnenallergie handelt. Ist es nicht doch etwa eine Kontaktallergie oder ein Ausschlag durch einen Virusinfekt oder auf ein Arzneimittel, das kürzlich eingenommen wurde? Mit welcher Therapie kann man diese spezielle Allergie behandeln, welche Medikamente kann man zur Behandlung der Symptome verwenden? Die Abheilung lässt sich durch eine freiverkäufliche Zinkschüttelmixtur fördern. Zink wirkt entzündungshemmend. Bei einer stärkeren Ausprägung verschreiben Hautärzte Cortison in Form einer kühlenden Lotion oder Creme. Gegen den Juckreiz hilft ein freiverkäufliches Antihistaminikum aus der Apotheke. Wenn man die Sonne gänzlich meidet, geht die Sonnenallergie innerhalb von mehreren Tagen weg und hinterlässt auch keine bleibenden Spuren. Im Laufe der Sommersaison erfahren die meisten Patienten eine Lichtgewöhnung. Dann ist die Haut nicht mehr so empfindlich. Muss ein Familienmitglied, das betroffen ist, damit rechnen, dass die polymorphe Lichtdermatose beim nächsten Bad im UV-Licht wieder auftritt oder kann es sich schützen? Die Sonnenallergie tritt meist zu Beginn der Sommersaison auf. Im Laufe der Sommersaison erfahren die meisten Patienten eine Lichtgewöhnung. Dann ist die Haut nicht mehr so empfindlich. Aber die Veranlagung zur Sonnenallergie bleibt bestehen. Zum Sommeranfang im nächsten Jahr kann sie also wieder auftreten. Wann ärztliche Abklärung – und wann ist es ein Notfall? Checkliste: Dann solltest du medizinische Hilfe holen Sofort Notruf 144, wenn Atemnot, Kreislaufprobleme, Ohnmacht, schwere allergische Allgemeinsymptome oder rasch zunehmende starke Schwellungen auftreten. Heute noch ärztlich abklären, wenn grossflächige Blasen entstehen, starke Schmerzen da sind, Fieber dazukommt, das Gesicht/ die Augenlider stark anschwellen oder der Ausschlag sehr schnell zunimmt. Frühzeitig abklären, wenn es ein Säugling betrifft, wenn du einen Medikamenten-Auslöser vermutest oder wenn unklar ist, ob es nicht doch z.B. eine Infektion, ein Ekzem oder eine Kontaktreaktion ist. Auch bei starkem oder wiederkehrendem Ausschlag ist eine Abklärung ratsam – nicht weil die Reaktion gefährlich wäre, sondern weil sie die Lebensqualität stark einschränken kann und die weiteren Schritte von Schwere und Ursache abhängen [4]. Praktischer Tipp für den Termin: Mach im akuten Zustand ein Handyfoto der betroffenen Hautstelle. Bis zum Arzttermin ist der Ausschlag oft schon abgeklungen – das Foto hilft bei der Einordnung [4]. Vorbeugen: So reduzierst du das Risiko in Alltag und Ferien Wie kann man vorbeugen? Haben Sie einen Tipp? Mein Tipp: Bitte ein vernünftiger Umgang mit der Sonne, ganz nach dem Motto «Meiden, Kleiden, Cremen». In unseren Breitengraden sollten wir die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden und uns im Schatten aufhalten. Darüber hinaus schützt langärmlige Kleidung gut vor Sonne. Wenn sie aus luftiger Baumwolle oder Leinen besteht, lässt sie sich angenehm tragen. Ein Sonnenhut beugt Hautkrebs- und Hautkrebsvorstufen auf der Kopfhaut und an den Ohren und auch dem Sonnenstich vor. Wichtig ist ein Sonnenschutzmittel mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor 50 plus. UV-Schutz, der wirklich zählt (UVA und UVB) Für die Vorbeugung ist entscheidend, dass der Sonnenschutz nicht nur «hohen LSF» hat, sondern auch UVA- und UVB-Schutz bietet. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und spielen bei lichtbedingten Hautreaktionen eine wichtige Rolle. Praktisch im Familienalltag: Mittagssonne meiden und Schatten nutzen (auch im Wasser und bei Wolken). Schutz durch Kleidung: dicht gewebte Stoffe oder UV-Shirts, plus Sonnenhut. Grosszügig eincremen und regelmässig nachcremen – besonders nach Baden, Schwitzen und Abtrocknen. Bei empfindlicher Haut: eher parfümfreie, gut verträgliche Produkte wählen. Die Zahlen dazu: Krebsliga Schweiz und BAG empfehlen ein Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, das sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen schützt – erkennbar am UVA-Signet auf der Packung [1][2]. Entscheidend ist die Menge: grosszügig auftragen, idealerweise zweimal nacheinander, und auch wasserfeste Produkte nach dem Baden oder Abtrocknen erneut auftragen [1]. Besonders gut schützen musst du bei bewölktem Himmel, in der Höhe und in der Nähe von Schnee, Wasser oder Sand, weil die Strahlung dort reflektiert wird [2]. Welches Produkt zu welchem Alter passt, haben wir im Ratgeber zum richtigen Sonnenschutz für Kinder zusammengestellt. Den Tag mit dem UV-Index planen: Je höher der UV-Index, desto stärker die Sonnenstrahlung und desto besser musst du dich schützen. MeteoSchweiz berechnet die Prognose täglich für die verschiedenen Regionen und Höhenlagen; sie gibt die maximale Strahlungsstärke an, die zwischen 11 und 16 Uhr zu erwarten ist [3]. Ein Blick darauf am Vorabend sagt dir mehr über den nächsten Badetag als das Thermometer – Hitze und UV-Strahlung sind zwei verschiedene Dinge. «Langsame Gewöhnung» – aber sicher Viele Betroffene erleben im Verlauf des Sommers eine Lichtgewöhnung [5]; die Dermatologie spricht von UV-Hardening, bei dem sich der Körper langsam an die Sonneneinstrahlung gewöhnt [4]. Das bedeutet nicht, dass «viel Sonne» die Lösung ist – sondern dass kurze, kontrollierte Aufenthalte zu Beginn der Saison (mit Schutz) oft besser vertragen werden als ein plötzlicher, langer Tag am See. Wenn schon Symptome da sind: erst wieder in die Sonne, wenn die Haut abgeheilt ist, und dann langsam steigern. Trigger vermeiden: kurzer Auslöser-Check vor dem Sonnenbad Wenn bei dir oder deinem Kind der Verdacht auf eine phototoxische/photoallergische Reaktion besteht, kann diese Mini-Checkliste helfen: Wurde ein neues Medikament begonnen oder die Dosis verändert? Gab es neues Parfüm, Aftershave, ätherische Öle, Sonnenspray oder eine neue Creme? Gab es Pflanzenkontakt (Wiese, Garten) auf der Haut, bevor es in die Sonne ging? Wenn du hier «Ja» ankreuzen würdest und die Reaktion deutlich ist: lieber medizinisch abklären lassen, statt weiter zu experimentieren. Welchen Sonnenschutz sollten Menschen verwenden, die zur Diagnose Sonnenallergie neigen? Wichtig ist ein Sonnenschutzmittel mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor 50 plus. Es gibt Lichtschutzmittel, die speziell für Sonnenallergiker entwickelt worden sind. Solche Sonnenschutzmittel sind fett- und emulgatorfrei, da diese beiden Substanzen als wichtigste Auslöser der Mallorca-Akne, einer Variante der Sonnenallergie, gelten. Hin und wieder ist zu lesen, Calcium, Betakarotin oder Escherichia coli Extrakt könnten der polymorphen Lichtdermatose oder auch Mallorca-Akne vorbeugen und seien zur Therapie geeignet. Die Vorbeugung durch Einnahme von Calcium, Betakarotin oder Escherichia coli Extrakt ist leider enttäuschend. Kontrollierte Studien konnten ihre Wirksamkeit nicht belegen. Deshalb können sich Familien das Geld dafür sparen. FAQ: Häufige Fragen von Eltern Kann mein Kind trotzdem in die Sonne? Ja – wenn die Haut wieder symptomfrei ist und du konsequent schützt: Schatten, Kleidung und Sonnenschutz mit UVA/UVB. Starte mit kurzen Zeiten und beobachte die Haut. Wenn der Ausschlag jedes Mal wiederkommt oder stärker wird, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Eine Ausnahme: Für Babys im ersten Lebensjahr gilt das nicht. Dort lautet die Empfehlung unverändert, direkte Sonnenstrahlung zu meiden – auch dann, wenn die Haut längst wieder ruhig ist [1]. Ist eine Sonnenallergie ansteckend? Nein. Ein Ausschlag nach Sonne kann aber auch andere Ursachen haben (z.B. viraler Ausschlag, Ekzem, Kontaktreaktion oder Medikamentenreaktion). Wenn du unsicher bist oder das Kind sich krank fühlt, lass es abklären. Welche Rolle spielen Nahrungsergänzungen? Für Calcium, Betakarotin oder Escherichia coli Extrakt ist der Nutzen zur Vorbeugung nicht überzeugend belegt – die Wirksamkeit der gebräuchlichen Vorbeugemittel ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen [5]. Wenn du trotzdem über Supplemente nachdenkst (z.B. wegen anderer Gründe), besprich das am besten mit Kinderärzt:in oder Apotheker:in – gerade bei Kindern. Dr. Monique Stengel ist Fachärztin für Dermatologie & Venerologie mit Zusatzbezeichnung Allergologie und Naturheilverfahren. Sie ist dreifache Mutter und unter anderem auch auf Kinderdermatologie spezialisiert. Ihre Dermatologische Privatpraxis befindet sich in Starnberg. Die Interviewpassagen geben das Gespräch mit Dr. Stengel im Wortlaut wieder. Die Zahlen- und Mengenangaben zum Sonnenschutz in den übrigen Abschnitten folgen den Empfehlungen für die Schweiz von Krebsliga Schweiz und Bundesamt für Gesundheit. Quellen Krebsliga Schweiz: Sonnenschutz für Kinder. Abgerufen am 11.08.2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: Sonne und UV-Strahlung – Verhaltensregeln zum Sonnenschutz. Abgerufen am 11.08.2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: UV-Index. Abgerufen am 11.08.2026. UniversitätsSpital Zürich, Dermatologische Klinik: Sonnenallergie – Wenn Sonne und Haut Feinde sind. Zuletzt aktualisiert am 28.04.2026, abgerufen am 11.08.2026. PharmaWiki: Polymorphe Lichtdermatose. Abgerufen am 11.08.2026. PharmaWiki: Mallorca-Akne. Abgerufen am 11.08.2026.