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Gesundheit > Prävention

Was wirklich gegen Sonnenbrand hilft – und was schadet

Ein Sonnenbrand kann schnell passieren und ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich. Erfahre hier, welche Massnahmen du ergreifen kannst, um die Haut zu beruhigen und die Heilung zu unterstützen – und ab wann ein Sonnenbrand in ärztliche Hände gehört.

Inhaltsverzeichnis1. Sofort in den Schatten gehen2. Haut richtig kühlen3. Beruhigende Lotion auftragen4. Ausreichend trinken5. Wann ein Sonnenbrand zum Arzt gehört6. Hausmittel: was auf die Haut darf – und was nicht7. Schüssler-Salze: was sie sind, was sie nicht sind8. Vorbeugen: So bleibt es beim einen MalQuellen
Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand
Sonnencreme schützt gegen Sonnenbrand. © Nadezhda1906 / iStock / Getty Images Plus

Sonnenbrand ist keine harmlose Rötung, sondern eine Verbrennung der Haut ersten oder – wenn sich Blasen bilden – zweiten Grades [3]. Deine Haut wird rot, schmerzt und kann sich pellen. Um langfristige Hautschäden zu vermeiden, ist es wichtig, schnell und richtig zu handeln: Die Sonne gehört zu den Hauptursachen für Hautkrebs [1].

Folgende Massnahmen helfen dagegen:

1. Sofort in den Schatten gehen

Sobald du bemerkst, dass deine Haut gerötet und schmerzhaft ist, solltest du sofort in den Schatten wechseln und weitere Sonneneinstrahlung vermeiden. Dies verhindert, dass sich der Sonnenbrand verschlimmert und die Haut noch mehr geschädigt wird. Denk daran, dass Schatten nicht vollständig schützt: Sand, Wasser und Beton reflektieren UV-Strahlen, Wasser verstärkt ihre Wirkung um rund 50 Prozent [1].

2. Haut richtig kühlen

Kühle die betroffenen Hautstellen mit lauwarmem Leitungswasser von etwa 15 bis 20 Grad Celsius, und zwar 10 bis 20 Minuten lang [3]. Achte darauf, sauberes Wasser und sauberes Material zu verwenden, um Infektionen zu vermeiden.

Zwei Punkte sind dabei entscheidend:

  • Kein Eis, kein sehr kaltes Wasser. Beides kann die bereits geschädigte Haut zusätzlich schädigen [3].
  • Nur die betroffene Stelle kühlen. Wird zu viel Körperfläche gekühlt, droht eine Unterkühlung – das gilt insbesondere bei Kindern [3]. Ist eine grosse Fläche verbrannt, ist ausgiebiges Kühlen also keine gute Idee, sondern ein Grund, ärztlichen Rat zu holen.

3. Beruhigende Lotion auftragen

Nach dem Kühlen ist es ratsam, eine parfümfreie, hautberuhigende Lotion mit Inhaltsstoffen wie Dexpanthenol, Aloe Vera oder Ringelblume aufzutragen. Diese Pflegeprodukte unterstützen die Regeneration der Haut und lindern das Spannungsgefühl.

Wichtig ist die Grenze: Lotionen und Salben gehören nur auf intakte, geschlossene Haut. Sobald Blasen aufgegangen sind, liegt eine Wunde vor – sie wird steril und nicht haftend abgedeckt, nicht eingecremt [3].

4. Ausreichend trinken

Durch den Sonnenbrand verliert dein Körper viel Flüssigkeit. Trinke daher ausreichend Wasser, um den Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Haut von innen zu unterstützen. Das gilt besonders für Kinder, die beim Spielen das Trinken vergessen.

5. Wann ein Sonnenbrand zum Arzt gehört

Dieser Punkt ist der wichtigste im ganzen Artikel – und der, bei dem am häufigsten zu lange gewartet wird. Hole ärztlichen Rat, wenn [3]:

  • Blasen entstehen – das entspricht bereits einer Verbrennung zweiten Grades.
  • grosse Hautflächen betroffen sind.
  • empfindliche Bereiche betroffen sind, insbesondere Gesicht und Hände.
  • Anzeichen einer Infektion auftreten – zunehmende Rötung, Wärme, Eiter.
  • die Schmerzen stark sind oder nicht nachlassen.

Dazu kommen Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Kreislaufprobleme. Treten sie auf, gehört das abgeklärt – und es lohnt sich, auch an einen Sonnenstich zu denken, der oft zusammen mit einem Sonnenbrand auftritt.

Versuche nicht, Brandblasen selbst zu öffnen – die Haut ist die Schutzbarriere gegen Bakterien, und eine offene Brandwunde kann sich infizieren [3].

Bei Babys und Kleinkindern liegt die Schwelle tiefer. Ihre natürlichen Eigenschutzmechanismen sind in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt [2], und bei Kindern wird schon ein kleinerer Anteil verbrannter Körperoberfläche kritisch als bei Erwachsenen [3]. Bei einem Säugling unter einem Jahr gehört ein Sonnenbrand deshalb in jedem Fall ärztlich beurteilt – für dieses Alter empfiehlt die Krebsliga Schweiz, direkte Sonnenstrahlung ganz zu meiden [2]. Bei Kleinkindern gilt: lieber einmal zu früh anrufen als einmal zu spät.

Übrigens: Nicht jede Hautreaktion nach der Sonne ist ein Sonnenbrand. Juckende Bläschen oder Quaddeln, die erst Stunden später auftauchen, sprechen eher für eine Sonnenallergie.

6. Hausmittel: was auf die Haut darf – und was nicht

Auf intakter, nur geröteter Haut können kühlende Auflagen die Beschwerden lindern. Traditionell verwendet werden dafür Aloe Vera, Gurkenscheiben, abgekühlter Schwarztee oder Kamillenblüten. Entscheidend ist dabei weniger, welches Mittel du wählst, als die Grenze, ab der Hausmittel auf der Haut nichts mehr verloren haben.

Auf offene oder blasige Haut gehört nichts davon. Sobald die Hautbarriere beschädigt ist, handelt es sich um eine Wunde – und Hausmittel wie Öle, Salben, Mehl oder Zahnpasta können die Haut dann zusätzlich schädigen und das Infektionsrisiko erhöhen [3]. Aus demselben Grund haben ölige Zubereitungen wie Johanniskrautöl und ätherische Öle auf frisch verbrannter Haut nichts zu suchen.

7. Schüssler-Salze: was sie sind, was sie nicht sind

Schüssler-Salze werden bei Sonnenbrand häufig empfohlen, meist Ferrum phosphoricum (Nr. 3) und Natrium chloratum (Nr. 8). Weil das Thema oft ohne Einordnung weitergereicht wird, hier die Fakten.

Schüssler-Salze sind alternativmedizinische Arzneimittel, die homöopathisch potenzierte Mineralsalze enthalten [5]. Üblich sind die Potenzen D6 und D12 – das entspricht Verdünnungen von 1 zu einer Million beziehungsweise 1 zu einer Billion [5]. Das Konzept geht auf den Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler zurück, der im 19. Jahrhundert annahm, Krankheiten entstünden durch ein gestörtes Gleichgewicht der Mineralsalze in den Körperzellen.

Entscheidend für die Einordnung ist der Zulassungsstatus: In der Schweiz werden Arzneimittel der Schüsslertherapie in der Regel im Meldeverfahren ohne Indikation zugelassen [6]. Solche Präparate tragen weder ein zugelassenes Anwendungsgebiet noch eine Dosierungsangabe noch eine Patienteninformation [6]. Ein behördlich geprüfter Wirksamkeitsnachweis für ein bestimmtes Beschwerdebild – etwa Sonnenbrand – liegt damit ausdrücklich nicht vor.

Wer Schüssler-Salze anwenden möchte, kann das tun; ein Sicherheitsproblem ist bei diesen Verdünnungen nicht zu erwarten (Achtung bei Laktoseintoleranz: viele Tabletten enthalten Milchzucker [5]). Sie ersetzen aber nicht das Kühlen, nicht den Schatten und schon gar nicht die ärztliche Abklärung bei Blasen, grossen Flächen oder Fieber.

8. Vorbeugen: So bleibt es beim einen Mal

Behandeln lässt sich ein Sonnenbrand nur begrenzt – verhindern dagegen gut. Das ist die eigentliche Massnahme:

  • Schatten zwischen 11 und 15 Uhr. In diesen Stunden ist die Strahlung am stärksten; Schatten ist der beste Sonnenschutz [1][4].
  • Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille. Bedeckte Körperstellen bleiben den ganzen Tag geschützt – ein schulterdeckendes T-Shirt und ein Hut mit breiter Krempe bringen mehr als jedes Nachcremen [1].
  • Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, die vor UVA und UVB schützt, grosszügig auftragen und nach dem Baden oder Abtrocknen erneuern [2][4].
  • Sonnencreme ist eine Ergänzung, kein Freipass. Auch ein hoher Lichtschutzfaktor erlaubt keinen unbeschränkten Aufenthalt in der Sonne [1].

Für Kinder gelten eigene Regeln: Bei Säuglingen bis zu einem Jahr soll direkte Sonnenstrahlung ganz gemieden und die Mittagszeit drinnen oder im Schatten verbracht werden; von einem bis sechs Jahren gilt Schatten vor Sonne, dazu schulterdeckende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Lichtschutzfaktor 30 oder mehr [2]. Ausführlich haben wir das im Ratgeber Sonnenschutz für Kinder beschrieben; für die besonders dünne Haut der Kleinsten lohnt sich der Beitrag zum Sonnenschutz für Babys.

Fazit: Ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung – schmerzhaft und mit dem Risiko langfristiger Hautschäden. Kühlen mit lauwarmem Wasser, pflegen und ausreichend trinken sind die Grundpfeiler der Behandlung. Bei Blasen, grossen Flächen, Gesicht und Händen, Infektionszeichen oder starken Schmerzen gehört der Sonnenbrand ärztlich beurteilt, bei Säuglingen immer. Hausmittel und Schüssler-Salze können den Aufenthalt im Schatten und den Arztbesuch nicht ersetzen. Und weil die Sonne zu den Hauptursachen für Hautkrebs zählt, ist Vorbeugen die wirksamste Massnahme überhaupt.

Quellen

  1. Krebsliga Schweiz: Vor der Sonne schützen (abgerufen am 11.08.2026)
  2. Krebsliga Schweiz: Sonnenschutz für Kinder (abgerufen am 11.08.2026)
  3. UniversitätsSpital Zürich: Verbrennungen und Verbrühungen (abgerufen am 11.08.2026)
  4. Bundesamt für Gesundheit BAG: Sonne und UV-Strahlung (abgerufen am 11.08.2026)
  5. PharmaWiki: Schüssler-Salze (abgerufen am 11.08.2026)
  6. Swissmedic: Zulassung ohne Indikation aufgrund einer Meldung (Meldeverfahren) (abgerufen am 11.08.2026)

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