Aktiv und entspannt durch die Wechseljahre

Die Wechseljahre sind geprägt von gravierenden hormonellen Veränderungen im Körper einer Frau. Zum Glück lässt sich einiges dafür tun, dass das Klimakterium möglichst angenehm verläuft und damit eine neue, aktive und positive Lebensphase einläutet.

Wechseljahre: So kommen Sie gut durch die Zeit des Umbruchs

In den Wechseljahren können Sie viele Beschwerden durch Sport und gehaltvolle Ernährung regulieren. Foto: iStock

Plötzlich wird der Zyklus unregelmässig, die Blutung stärker, die Schleimhaut trockener. Während sich die einen über Schmierblutungen wundern, sind andere über den unüblich langen Abstand zwischen zwei Blutungen überrascht. «Bin ich etwa in den Wechseljahren?» fragen sich Frauen dann.

Die Wechseljahre

Die Wechseljahre sind die Jahre vor und nach der letzten Monatsblutung, der Menopause. Sie werden oft auch als Klimakterium bezeichnet. Das Klimakterium beginnt in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. «Die Menopause, also die letzte Blutung, tritt normalerweise mit 41 bis 55 Jahren ein, durchschnittlich mit 52 Jahren», so das Kantonsspital Baden.

 

Was während der Wechseljahre passiert

Die Wechseljahre setzen ein, wenn sich im Eierstock der Vorrat an Eiern allmählich aufbraucht und deshalb immer seltener ein Eisprung einsetzt. Nun stellen die Eierstöcke ihre Produktion von Geschlechtshormonen allmählich um. Sie bilden immer weniger Östrogen und Progesteron, die beiden wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone. «Auf diesen niedrigen Hormonspiegel reagiert die Hirnanhangdrüse (Hypophyse)», erklärt das Kantonsspital Baden. «Sie schüttet immer mehr Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) und Luteinisierungshormon (LH) aus, um die Eierstöcke doch noch zu Eireifung, Eisprung und Hormonproduktion zu bringen.» Während der Wechseljahre sind also die Östrogen- und Progesteron-Spiegel niedrig, die FSH- und LH-Spiegel dagegen besonders hoch. Deshalb kann der Frauenarzt die Wechseljahre durch eine Blutuntersuchung leicht feststellen.

Folgen der Wechseljahre

Mit dem Beginn der Wechseljahre nehmen Frauen Abschied von ihrer fruchtbaren Phase. Für Frauen, die gerne noch ein Kind bekommen hätten, fällt dieser Abschied sicher schmerzlich aus. Doch bereits nach dem 40. Lebensjahr nehmen die Chancen auf eine Schwangerschaft mit Geburt eines Kindes rapide ab. Nach dem 45. Lebensjahr wird eine erfolgreiche Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich. Viele andere Frauen sehen aber auch Vorteile in dem Beginn der Wechseljahre. Das Leben wird freier, wenn es nicht von Blutungen und möglicherweise damit verbundenen Kopf- und Bauchschmerzen begleitet wird. Viele Frauen geniessen es darüber hinaus, nach der Menopause nicht mehr verhüten zu müssen.

Welche Beschwerden in den Wechseljahren auftreten können

Leider können auch die Wechseljahre von Beschwerden begleitet werden. Solche Beschwerden entstehen durch hormonelle Schwankungen. Dazu gehören unter anderem Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schlafstörungen, Nervosität und Reizbarkeit. «Nach der Menopause braucht der Hormonhaushalt meist noch einige Jahre, bis er sich vollständig reguliert hat», so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Etwa 60 bis 70 Prozent aller Frauen zwischen 45 und 54 Jahren leiden unter dem so genannten klimakterischen Syndrom – diese Zahlen geben die «Frauenärzte im Netz» bekannt.

Hitzewallungen:

Ist von Wechseljahren die Rede, denken viele an Hitzewallungen. Tatsächlich kennen die meisten Frauen in den Wechseljahren dieses Gefühl der ansteigenden Hitze, oft verbunden mit einem Schweissausbruch, dem häufig ein frösteliges Kältegefühl folgt. «Bei der Hälfte der Frauen ist dieses Problem nach einem Jahr ausgestanden», so das Kantonsspital Baden

Schlafstörungen:

Schlafstörungen entstehen nicht nur durch Hitzewallungen. Während der Wechseljahre verändert sich auch der Schlaf-Wach-Rhythmus. Weil es länger dauert einzuschlafen und nachts häufig Wachphasen eintreten, leiden Frauen in den Wechseljahren oft schlicht unter Schlafmangel. Die Folgen: Konzentrationsstörungen, Nervosität, Reizbarkeit und Müdigkeit.

Stimmungsschwankungen:

Werden Frauen in den Wechseljahres nach Beschwerden gefragt, nennen sie häufig Stimmungsschwankungen. Oft verursacht das Ungleichgewicht der Hormone solche Wechselbäder der Gefühle. Manchmal sind es aber auch die veränderten Lebensumstände, die Frauen mal freuen, mal ängstigen. Schliesslich setzen die Wechseljahre meist in einer Lebensphase ein, in der die eigenen Eltern älter und hilfsbedürftiger werden. Gleichzeitig werden die eigenen Kinder immer selbstständiger. Damit geht eine Neupositionierung im Leben einher, die kräftezehrend sein kann.

Hilfe bei Wechseljahres-Beschwerden

Wechseljahres-Symptome lassen sich lindern. Ein Mittel, das gegen Wechseljahres-Beschwerden häufig eingesetzt wird, ist die Hormonersatztherapie. Sie gibt dem Körper die Hormone zurück, die er selbst nicht mehr produziert. Anfang des Jahrtausends war sie in einen sehr schlechten Ruf geraten. Frauen, die sich einer Hormonersatztherapie unterzogen, hatten ein deutlich höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ergab 2002 die US-amerikanische Studie WHI.

In den vergangenen Jahren aber hat die Forschung grosse Fortschritte gemacht. Die Art der Hormonzufuhr, die Dosierung und die Beschaffenheit der Hormone entscheiden über mögliche Nebenwirkungen, weiss man heute. «Für jede Frau steht heute ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Präparat in geeigneter Dosierung zur Verfügung», so «Frauenärzte im Netz». Hormonpräparate gibt es als Tabletten, Gel, Creme, Zäpfchen, Nasenspray und Injektion.

Lohnenswert ist oft eine Beratung beim Homöopathen. Diese Alternativmediziner verfügen über Kenntnisse einer Vielzahl nebenwirkungsfreier homöopathischer Arzneimittel gegen die Beschwerden, die Wechseljahre verursachen. Heilpraktiker gehen darüber hinaus mit guten Erfolgen mit Akupunktur und pflanzlichen Arzneien und Tees gegen Wechseljahres-Beschwerden vor. Vorsichtig sollte sein, wer auf eigene Faust Medikamente dosieren will. Auch pflanzliche Arzneien können starke Wirkung entfalten und Nebenwirkungen haben.

Entspannt und aktiv durch die Wechseljahre

Viel Bewegung und eine gehaltvolle Ernährung lassen viele Beschwerden erst gar nicht entstehen. Wer Sport treibt, schläft besser. Entspannungstechniken helfen darüber hinaus, Stress abzubauen. Sportvereine, Sportstudios und Familienbildungsstätten bieten Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training an. Asiatische Techniken wie Yoga, Thai Chi oder Qi Gong entspannen nicht nur, sondern stärken auch den Körper und fördern die Konzentration. Gegen starke Hitzewallungen helfen Wechselduschen und regelmässige Saunabesuche.

Mehr über Körperliche Veränderungen während der Wechseljahre finden Sie unter:

www.frauenaerzte-im-netz.de

 

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