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Covid-19-Impfung bei Kindern: Soll ich mein Kind impfen lassen?

Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren dürfen sich in der Schweiz gegen Corona impfen lassen. Das ist laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor allem notwendig, wenn Kinder an einer chronischen Krankheit leiden oder in engem Kontakt zu Risikogruppen stehen. Die Entscheidung, sich impfen zu lassen, liegt aber beim Kind selbst. Kinder unter zwölf werden nicht geimpft – hierzu fehlen bis dato die Studien. Alles Wichtige zur COVID-19 Impfung für Kinder.

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Kinder und Jugendliche haben zwar selten einen schweren Verlauf, wenn sie an Corona erkranken – sind aber am häufigsten betroffen. Bild: Getty Images.

Das Wichtigste zur COVID-19 Impfung bei Kindern 

  • Kinder ab zwölf Jahren können sich in der Schweiz ohne Einwilligung der Eltern gegen Corona impfen lassen. Mehr dazu
  • Empfohlen wird die Covid-19 Impfung für Kinder und Jugendliche, die an einer chronischen Krankheit leiden oder die sich vor den sozialen Massnahmen (wie z. B. Quarantäne) schützen wollen.
  • Kinder können sich telefonisch oder bei der Arztpraxis einen Termin besorgen. Mehr Informationen
  • Die Altersgruppen der 12- und 20-Jährigen werden am häufigsten positiv auf Covid-19 getestet, der Verlauf der Krankheit ist aber meist ungefährlich. Deshalb soll eine Risikoeinschätzung gemacht werden. Das muss dabei berücksichtigt werden

Sie überlegen, ob ihr Kind sich impfen lassen sollte? Wir verraten was für und was gegen eine Impfung spricht und welche Regelungen gelten. 

Covid-19: Kinder ab 12 Jahren dürfen geimpft werden

Seit Juni 2021 dürfen sich in der Schweiz auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren impfen lassen. Sie entscheiden selbst, ob sie sich impfen lassen möchten. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt Kinder und Jugendlichen eine Impfung in zwei Fällen: Zum Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf oder aber, um sich vor negativen Auswirkungen der Massnahmen – wie depressive Verstimmungen durch Isolation – zu schützen. Mehr dazu. Kinderärzte Schweiz unterstützt die Empfehlung des BAG. Der Verband rät zu einer Risiko-Nutzen-Abwägung und einer umfassenden Beratung vor einer Impfung.

Ab wann kann ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Ab dem zwölften Lebensjahr darf sich Ihr Kind gegen Corona impfen lassen. Die Entscheidung, ob es sich impfen lässt, trifft Ihr Kind selbst. Hierfür ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig – am besten spricht Ihr Kind mit Ihnen oder einer Vertrauensperson. Lassen Sie sich doch zusätzlich von Ihrem Kinderarzt beraten. 

Corona Impfung für Kinder unter 12

Für Kinder unter zwölf Jahren ist eine Impfung gegen Corona derzeit nicht möglich. Wann Kinder unter zwölf Jahren geimpft werden dürfen, ist derzeit noch unklar. Noch fehlen Studiendaten für die Altersgruppe unter zwölf, ausserdem sind die Impfstoffe noch nicht für jüngere Kinder zugelassen. So sagt Dr. Christoph Berger, Leiter der Abteilung Infektiologie am Kinderspital Zürich: «Man weiss noch nicht, welche Dosis Kinder unter zwölf brauchen.» 

Corona Impfung bei Kindern: Impfstoffe

BioNTech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren

Der COVID-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist zurzeit der einzige Impfstoff, der für Kinder und Jugendliche zugelassen ist, laut Swissmedic erfüllt BioNTech alle nötigen Voraussetzungen. Kinder ab zwölf Jahren können mit dem Imfpstoff von BioNTech/Pfizer geimpft werden. 

Moderna erst ab 18 zugelassen

Bislang ist der Moderna Impfstoff noch nicht für Kinder unter 18 Jahren zugelassen – der Hersteller arbeitet aber an einer Zulassung. Jugendliche ab 18 werden in der Regel mit Moderna geimpft.

Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfung bei Kindern

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fiebergefühl, Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gelenkschmerzen. Mehr Infos rundum die Impfung gibt es im Faktencheck des BAG. Die Folgen der Impfung sind für junge Menschen zwar unangenehm, stellen aber keine Gefahr dar.

Corona-Impfung bei Kindern: Empfehlung in zwei Fällen

Kinder mit besonderen Vorerkrankungen sollten eine Impfung gegen COVID-19 in Erwägung ziehen. Sie gehören zur Risikogruppe und müssen mit einem schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung rechnen. Zu diesen Vorerkrankungen gehören Adipositas, angeborene Herzfehler, Immun- und Krebserkrankungen, sowie Lungenleiden. Mehr dazu. Auch Kinder, die in einem Haushalt mit Risikopatienten oder Risikopatientinnen leben, sollten zum Schutz dieser Personen die Impfung erwägen. 

Mentale Aspekte berücksichtigen

Obwohl eine Corona-Erkrankung aufgrund der aktuellen Erkenntnisse für Kinder meist nicht lebensgefährdend ist, kann es sinnvoll sein, durch eine Impfung, Massnahmen wie Quarantäne und Isolation zu vermeiden. In den letzten Monaten ist die Zahl der Jugendlichen, die an Depressionen leiden oder gar an Suizid denken, enorm gestiegen. Laut Spezialisten ist dies auch auf die soziale Isolation durch die Corona-Massnahmen zurückzuführen. Christoph Berger führt aus: «Kinder und Jugendliche leiden am meisten an den sozialen Massnahmen der Pandemie, deshalb ist es fair, wenn sie die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen.»

Corona-Impfung bei Kindern: Risikoeinschätzung 

Die Krankheit COVID-19 ist nur in den seltensten Fällen gefährlich für Kinder. Christoph Berger meint dazu: «Der Nutzen einer Impfung ist für eine 60-Jährige weitaus höher, als für eine 13-Jährige, die Nebenwirkungen sind jedoch ähnlich.» Deshalb sollte jedes impfberechtigte Kind selbst überlegen, ob sich die Impfung im eigenen Fall lohnt. Die Herdenimmunität allein sei nicht zwingend ein Grund, das Kind zu impfen. Experten warnen jedoch: Ab Herbst könnten Schulen wieder zu Corona-Hotspots werden und so das Risiko für Jugendliche wieder steigern. Für Eltern gilt: Respektieren Sie die Entscheidung ihres Kindes. Jugendliche, die unsicher sind, dürfen auch erst einmal abwarten. 

Es hilft auch, wenn Eltern sich impfen lassen

Die Impfstrategie des BAGs priorisiert aktuell ältere Personen. Hier erhalten Sie genaue Informationen zur aktuellen Impfstrategie in der Schweiz. Christoph Berger rät: «Eltern sollten sich einen Impftermin besorgen, um so nicht nur sich und ältere Bürger, sondern auch die Kinder zu schützen.» In Israel wurde zum Beispiel bereits festgestellt, dass durch die Impfung der Eltern auch die Infektionszahlen in Kitas und Schulen zurückgehen.

Wo kann ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Schauen Sie auf der Website ihres Kantons nach oder informieren Sie sich bei der Infoline, bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bei Ihrer Apothekerin oder ihrem Apotheker. Dort erfahren Sie, wo in der Umgebung sich ihr Kind impfen lassen kann. Eine Übersicht mit allen Websites der Kantone finden Sie hier. 

Ängste, Mythen und Fragen

Rund um die COVID-19-Impfung kursieren viele Mythen und Fragen in der Gesellschaft. Das BAG klärt hier über die häufigsten auf: Zur Website