Mehr Lebensqualität dank Nierentransplantation

«Für eine Transplantation», so Laube, «zieht man nicht nur bestimmte medizinische Werte zu Rate, sondern man betrachtet vor allem die gesamte Lebensqualität des Patienten. David hatte keinen Appetit mehr, war sehr, sehr müde und konnte die Schule nur noch halbtags besuchen. Sein Teint war blass, seine dunklen Augenringe zeugten von einem sehr schlechten Allgemeinzustand: Funktionieren die Nieren nicht richtig, funktioniert der ganze Körper nicht mehr. Eine zweite Transplantation war notwendig und bis es so weit sein würde, zogen wir bereits auch eine Dialyse in Betracht.»

Untersuchung wegen einer Nierentransplantation.

David muss nach der Nierentransplantation regelmässig zu Kontrolluntersuchungen.

Glück im Unglück – Freude und Leid

David hatte Glück im Unglück. Bereits Ende Mai 2012 rief Laube an, er habe das perfekte Organ für ihn gefunden, sozusagen eine Weltmeisterniere für den Jungen, was bei einer zweiten Transplantation alles andere als selbstverständlich ist.

So fährt David am selben Tag statt wie vorgesehen zum Fest eines Kollegen ins Kinderspital zu seiner zweiten Nierentransplantation. «Wir befanden uns auf einer Achterbahn der Gefühle», erinnert sich Daniel Zihlmann. «Einerseits freuten wir uns, dass so rasch eine zweite passende Niere für David gefunden werden konnte, andererseits wussten wir auch, dass just in diesem Moment eine andere Familie um einen verstorbenen Angehörigen trauert. Glück, Unglück, Freude und Leid waren in diesem Augenblick fast unaushaltbar nah beieinander. Dieses Gefühlschaos stellte auch den grössten Unterschied zu meiner damaligen Lebendspende dar. Dass eine andere, wenn auch unbekannte Partei involviert war, das war eine neue, vollkommen andere Dimension.»

Familie Zihlmann hatte zwar die Möglichkeit, sich bei der Spenderfamilie zu bedanken, wird aber niemals erfahren, wer es war, der David dieses wertvolle Geschenk gemacht hat. All das ist alles andere als einfach zu verarbeiten.

Lebensfreude und Energie kehren nach der Nierentransplantation zurück

Bereits sechs Wochen nach seiner zweiten Transplantation hat David wieder genug Energie, um bis abends um halb zwölf in den Ausgang zu gehen. Die ganze Familie freut sich über die zurück gewonnene Lebensfreude und über die sehr guten Werte, die anlässlich der Kontrolluntersuchungen verzeichnet werden können. Auch die Nebenwirkungen der Cortisonpräparate, die Davids Gesicht rundlicher wirken und Akne entstehen lassen, halten sich absolut in Grenzen.

Sorgfältiger Umgang mit der neuen Niere

«Am Anfang steht immer die Frage im Vordergrund, wie der Körper auf das Transplantat reagieren wird,» erklärt Laube weiter. «Deshalb sind unmittelbar nach dem Eingriff regelmässige, engmaschige Nachkontrollen notwendig: anfänglich eins bis zwei Mal pro Woche, später dann alle vier bis maximal sechs Wochen. Entscheidend für eine gute Funktion der Transplantatniere ist es, dass die Medikamente täglich genau nach Vorschrift eingenommen werden, was für die Eltern – nebst dem Zeitaufwand für die Betreuung, Pflege und Nachkontrollen – ein kräftezehrender Aufwand und eine grosse Verantwortung darstellt sowie enorm viel Disziplin abverlangt.»

Doch Davids Eltern kennen die Prozedur und wollen auch insbesondere dieser Niere grösste Sorge tragen, zumal sie Davids zweites Lebensgeschenk darstellt. Aus dem erfreulichen postoperativen Verlauf schöpfen sie Kraft und Motivation und können daraus bereits erste positive Aspekte abgewinnen – die Häufigkeit der Nachkontrollen kann schon reduziert, gewisse Medikamente gar abgesetzt werden. Und das Schönste: David ist bereits in der Lage, am Nierenlager, welches das Kinderspital alle Jahre für seine Nierenpatienten organisiert, teilzunehmen.

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