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Von Risiken und Nebenwirkungen: Wie vertrauenswürdig der Onlinearzt ist

Ein Familienmitglied ist krank. Was könnte die Ursache sein? In vielen Familien ist es zur Gewohnheit geworden, sich zunächst mit Hilfe vom Onlinearzt oder Gesundheitsseiten im Internet zu informieren. Doch sind die Auskünfte wirklich verlässlich?

Wenn das Kind krank ist, wird oft der Onlinearzt konsultiert

Fieber? Halsschmerzen? Schnupfen? Ist es nur eine Erkältung oder eine Grippe? Viele Eltern schauen beim Onlinearzt im Internet nach. Bild: BananaStock-Thinkstock

In Bastians Kniekehle sind über Nacht zehn Warzen gewachsen. Was kann sie ausgelöst haben? Werden sie eines Tages von selbst wieder verschwinden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, nahmen Eltern früher zunächst eine dicke Gesundheits-Enzyklopädie zur Hand. Heute dagegen schalten Väter und Mütter immer öfter den Computer ein, um sich im Internet über Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden von Krankheiten zu informieren.

Gesundheitsseiten verbessern den Wissensstand

Keine Frage, die zahlreichen Informationen beim Onlinearzt, also auf Gesundheitsseiten im Internet, verbessern den Wissensstand der Bevölkerung erheblich. «Jedermann kann relativ unkompliziert an spezielle fachliche Informationen gelangen, die früher den Fachkreisen vorbehalten oder nur in Fachbibliotheken einsehbar waren», urteilt die deutsche Verbraucherzentrale. Das ist erst mal gut. «Doch erwarten Sie nicht zu viel», warnt die Stiftung Warentest. «Gesundheitsportale bieten allgemeine Informationen, selten aber solche zum eigenen, speziellen Fall.»

Nicht alles, was im Internet steht, ist gründlich recherchiert. Deshalb ist es sinnvoll, Informationen vom Onlinearzt auf Gesundheitsseiten nicht gleich für bare Münze zu nehmen. Hilfreicher ist es, sie wie erste Anhaltspunkte zu bewerten. Sie können helfen, im Gespräch mit dem Hausarzt sinnvolle Fragen zu stellen.

Onlinearzt: Quellen überprüfen

Lässt sich der gefundenen Information trauen oder nicht? «Werfen Sie einen Blick ins Impressum», rät Martin Denz, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Telemedizin und eHealth.

 Private Seiten:

Vorsicht ist bei privat betriebenen Gesundheitsseiten geboten. Hier werden oft ideelle Ansichten als Wahrheit gepriesen.

Gewerbliche Seiten:

Gewerblichen Anbietern ist oft mehr daran gelegen, ihre Produkte zu verkaufen, als objektiv zu informieren. Mit viel Skepsis sollten deshalb auch Seiten von Pharma-Unternehmen gelesen werden.

Gesundheitsseiten von Institutionen:

Für die Bewertung einzelner Treffer gilt: Seiten von Fachgesellschaften wie Universitäten und renommierten Organisationen sind in der Regel verlässlich und oft auch gut aufbereitet. Auch Informationen auf staatlich betriebenen Internetseiten gelten als gründlich recherchiert.

 

Aktualität der Gesundheitsseiten checken

Die medizinische Forschung entwickelt sich rasant. Was gestern galt, muss heute längst nicht mehr stimmen. «Betrachtet man die Geschwindigkeit, mit der sich der Stand der medizinischen Forschung weiterentwickelt, stösst man nicht selten auf Informationen, die mittlerweile hoffnungslos überaltert sind», warnt die Verbraucherzentrale. Grundsätzlich gilt: Je spezieller die Information, desto aktueller sollte sie sein.

Gesundheitsforen voller Risiken und Nebenwirkungen

Die Verbraucherzentrale warnt vor Risiken und Nebenwirkungen von Gesundheitsforen. Kein Wunder, schliesslich bieten Internetforen Usern eine Plattform zum Meinungsaustausch. Meinungen aber sind kein fundiertes Wissen. In Foren können zwar hilfreiche Hinweise versteckt sein, auf die mancher Arzt nicht kommt. Doch herauszufinden, was fachlich korrekt und was unsinnig ist, fällt schwer. Verlässlicher sind Informationen von Experten, die in manchen Foren, in sogenannten «Experten-Foren», die Moderation übernehmen.

Spezialisierte Gesundheitsseiten bieten mehr

Viele Gesundheitsseiten im Internet sind sehr allgemein. Wer Konkretes über bestimmte Krankheiten erfahren will, tut gut daran, sich auf spezialisierten Gesundheitsseiten zu informieren. Wer Fragen zu Herzkrankheiten hat, findet bei der Herzstiftung unter swissheart.ch qualifizierte Antworten. Die Krebsliga unter www.krebsliga.ch und die Lungenliga unter www.lungenliga.ch sind weitere Beispiele für spezialisierte Gesundheitsseiten, die grundlegendes Wissen vermitteln.

Onlinearzt ersetzt keinen realen Arzt

Seriöse Betreiber von Gesundheitsseiten wissen: Was für viele passt, muss nicht für jeden gelten. Und sie machen ihre Leser darauf aufmerksam. «Bei ernsteren Erkrankungen muss darauf hingewiesen werden, dass ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt keine Therapieänderung vorgenommen werden sollte», so die Verbraucherzentrale.

Gut, dass Eltern sich heute leicht informieren können. Dennoch: Der persönliche Kontakt zum Arzt bleibt weiter das «A und O» jeder Therapie. Die individuelle gesundheitliche Verfassung kann erst im persönlichen Kontakt umfassend beurteilt werden.

Weiterführende Links:

 

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